Debatte um Nachwuchsspieler

BVB-Chef macht düstere Prognose: „Werden ganz viele Spieler verloren gehen“

Die BVB-Talente bekommen im Vergleich sehr wenig Spielzeit. Lars Ricken ist besorgt.

Dortmund - Die Junioren-Teams von sind Aushängeschilder von Borussia Dortmund. Dennoch blickt Nachwuchskoordinator Lars Ricken besorgt in die Zukunft.

NameLars Ricken
Geboren10. Juli 1976 (Alter 45 Jahre), Dortmund
Größe1,78 Meter
Aktueller VereinBVB (Nachwuchskoordinator)

BVB fürchtet: „Werden ganz viele Spieler verloren gehen“

Die BVB U19 führt die A-Junioren Bundesliga West nach elf Spielen schon mit sieben Punkten Vorsprung an. In der Youth League ist die Mannschaft von Mike Tullberg als einziges deutsches Team noch im Achtelfinale vertreten – am Dienstag (1. März, 21 Uhr) wartet im Hinspiel Manchester United.

Jugend-Boss Lars Ricken entstammt selbst aus der Talente-Schmiede des BVB.

Trotzdem klagt Lars Ricken im Interview mit dem Kicker: „Ich befürchte, dass uns ganz viele Spieler verloren gehen werden.“ Wie kann das sein?

BVB: Jugend-Boss Lars Ricken fällt vernichtendes Urteil – zu wenige Spiele für Talente

Das Problem ist, dass die Nachwuchskicker zu wenig Spielpraxis bekommen. Während der eine oder andere Profi über die Belastung durch zu viele Spiele klagt, sieht die Lage bei den Juniorenteams gegenteilig aus. Der BVB-Nachwuchschef erklärt:

„Das Problem ist aktuell, dass in den Junioren-Bundesligen zu wenige Spiele auf dem hohen Niveau stattfinden, für das die Klubs ausbilden“, sagt Lars Ricken: Das vernichtende Urteil: „Wir bereiten unsere Spieler allgemein zurzeit nicht mehr auf den Herrenfußball vor.“

BVB-Talente haben immerhin noch die Youth League: Lars Ricken bemängelt Intensität

Für die Talente sieht der BVB-Boss selbst den Sprung in die Regionalliga West aktuell als Mammutaufgabe an. Im vergangenen, aktuellen und im kommenden Jahr kommen die Viertligisten auf insgesamt 116 Spiele in drei Jahren. Dem gegenüber stehen gerade einmal 36 Spiele im selben Zeitraum der A-Junioren Bundesliga.

„Da sieht man, wie schwierig es sein wird, Jugendspieler in die Regionalliga oder in höhere Ligen zu bekommen und sie auf die Intensität vorzubereiten, in der in diesen Ligen gespielt wird“.

Die BVB-Junioren haben gegenüber anderen Nachwuchstteams aber immerhin noch den Vorteil, dass mit der Youth League ein weiterer Pokalwettbewerb hinzukommt. In der Junioren-Champions-League sieht Lars Ricken einen „brutalen Mehrwert“ für die Youngster. So könne jeder sehen, auf welchem Niveau er gerade steht und wo er sich noch verbessern kann.

Rubriklistenbild: © RHR-FOTO/Dennis Ewert

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