Heavy Metal zurück in Dortmund?

Marco Rose plant neuen BVB-Stil: Trainer sieht eine EM-Mannschaft als Vorbild

Implementiert Marco Rose dem BVB wieder das Klopp-Gen? Der neue Cheftrainer von Borussia Dortmund hat seine Vorstellungen von Fußball erklärt.

Dortmund - Selbst Pep Guardiola sprach schon vor Jahren davon, dass er verstehen kann, warum Jürgen Klopp bei seinen eigenen Teams von „Heavy-Metal-Fußball“ spricht. „Es ist aggressiv und ansehnlich“, lobte der Trainer von Manchester City den ehemaligen BVB- und jetzigen Liverpool-Trainer.

NameMarco Rose
Geboren11. September 1976 (Alter 44 Jahre), Leipzig
Größe1,87 Meter
PartnerinNikola Pietzsch
Aktueller VereinBorussia Dortmund

Borussia Dortmund: Marco Rose soll an BVB-Zeit unter Jürgen Klopp anknüpfen

Nicht weniger Anhänger von Borussia Dortmund dürften seufzen, wenn sie an den Fußball unter Jürgen Klopp zurückdenken. Sieben Jahre lang war der gebürtige Stuttgarter Trainer bei den Schwarz-Gelben und setzte sich mit der Art und Weise sowie den Erfolgen ein Denkmal.

Kann der neue BVB-Trainer Marco Rose nun daran anknüpfen? Schenkt man seinen Aussagen Glauben, wie der 44-Jährige spielen lassen will und wie er bei seinen Stationen zuvor spielen ließ, dann stehen die Chancen zumindest in der Theorie dafür gar nicht so schlecht.

BVB-Trainer Marco Rose vorgestellt: Zu Borussia Dortmund passt Arbeiter-Fußball

Von der Art und Weise, „die ich im Kopf habe“, hänge ab, „welche Spieler du zur Verfügung hast, welche Qualität sie haben und in welchem System wir spielen“, erklärte Marco Rose bei seiner Vorstellung als BVB-Trainer.

Für den gebürtigen Leipziger sei aber unabhängig davon klar, was seinem neuen Klub gut zu Gesicht stünde. „Hier nach Dortmund passt Arbeiter-Fußball. Viel laufen, gegen den Ball arbeiten, Bälle erobern, schnell umschalten und das Stadion hinter sich bringen.“

Trainer Marco Rose will mit dem BVB-Spielstil begeistern.

Marco Rose (BVB) blickt aus zwei Gründen aktuell auf die Fußball-EM

Da die Ansprüche in Westfalen aber mittlerweile gestiegen sind und regelmäßig Champions League gespielt wird, ist auch Marco Rose klar, dass es nicht nur über den Kampf geht. „Natürlich haben wir auch den Anspruch, guten Fußball zu spielen, den Gegner zu bespielen und zu dominieren.“

Es sei zwar „ein großes Paket, aber daran werden wir arbeiten“, so der neue BVB-Trainer. Damit dürfte es aber noch dauern. Denn nicht nur wegen Verletzungen und Urlaub fehlt derzeit noch der halbe Kader von Borussia Dortmund. Sondern auch wegen der Fußball-Europameisterschaft, die der BVB-Trainer interessiert verfolgt.

Marco Rose (BVB) schaut als Fan die EM und als Trainer der Dortmund-Profis

Zum einen sei er „natürlich Fan“ und gucke sich allein schon deswegen das paneuropäische Turnier gerne an. Zum anderen waren insgesamt elf Spieler vom BVB im EM-Einsatz. Im zweiten Halbfinale treffen mit Thomas Delaney für Dänemark sowie Jadon Sancho und Jude Bellingham für England sogar drei Profis von Borussia Dortmund direkt aufeinander.

Der neue BVB-Trainer Marco Rose war bei der EM vor allem von Kroatien und dem 3:3 gegen Spanien begeistert.

Doch es sind nicht diese Teams, die Marco Rose begeistern oder viel mehr inspirieren. Nein, beim 44-Jährigen funkelten die Augen, als er auf ein Team zu sprechen kommt, an das vermutlich nicht sofort jeder denken würde.

Marco Rose (BVB) bei der EM von Kroatien begeistert

„Das 3:3 von Kroatien gegen Spanien - in diese Richtung kann es gehen“, verrät Marco Rose.. Das Viertelfinale war ein Auf und Ab zwischen dem nicht aufsteckenden Vize-Weltmeister und dem späteren Halbfinalisten, der dort nach Elfmeterschießen Italien unterlag.

„Vielleicht nicht immer mit drei Gegentoren“, warf der BVB-Trainer zwar schmunzelnd hinterher. Doch klar ist, dass das unterhaltsame EM-Spiel offenbar nach dem Geschmack des 44-Jährigen verlief.

Das vermutlich spektakulärste EM-Spiel trug sich im Viertelfinale zwischen Kroatien und Spanien zu.

Spektakuläres EM-Spiel zwischen Kroatien und Spanien mit acht Toren nach 120 Minuten

Zunächst war Kroatien dank eines Eigentores mit 1:0 in Führung gegangen. Doch Spanien drehte das EM-Viertelfinale in eine zwischenzeitliche 3:1-Führung. Aufgeben war für den Vize-Weltmeister aber keine Option.

In den letzten Minuten des Spiels gelang tatsächlich noch der 3:3-Ausgleich. In der Verlängerung ging den aufopferungsvoll kämpfenden Kroaten zwar die Puste aus und Spanien gewann 5:3. Dennoch hinterließ das Duell offenbar einen bleibenden Eindruck beim BVB-Trainer Marco Rose.

Marco Rose (BVB) könnte Heavy-Metal-Fußball von Jürgen Klopp zurück nach Dortmund bringen

Attribute wie nicht aufzugeben und ständig zu attackieren dürfte in der Tat hervorragend zu Borussia Dortmund passen. In Salzburg und zu Großteilen in Mönchengladbach war Heavy-Metal-Fußball unter Marco Rose Programm.

Gegen die Österreicher bekam der BVB das einst in der Europa League schon selbst zu spüren, wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei der Vorstellung des Trainers ungern zu Protokoll gab. Nun will man selbst der Bundesliga das Fürchten lehren - und vielleicht auch Pep Guardiola in der Champions League.

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