Kommentar

BVB-Pleite im Supercup gegen den FC Bayern zeigt: Das Problem hat einen Namen

Der BVB verpasst den ersten Titel der Saison. Doch das ist nicht das Schlimmste an der 1:3-Niederlage im Supercup. Es sind die altbekannten Fehler, kommentiert RUHR24-Redakteurin Katharina Küpper.

Dortmund – Es war wie so oft in den vergangenen Jahren. Wenn der gefühlte Herausforderer Borussia Dortmund auf den Rekordmeister Bayern München traf, hatte das Star-Ensemble von der Isar in der Regel das bessere Ende für sich. So auch diesmal. Und für viele BVB-Fans dürfte die Niederlage im eigenen Stadion ein erster großer Dämpfer gewesen sein.

VereinBorussia Dortmund
Gründung19. Dezember 1909
StadionSignal Iduna Park (ehem. Westfalenstadion)

BVB gegen FC Bayern im Supercup: Erster Dämpfer für Borussia Dortmund im Meister-Rennen

Ein Dämpfer auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft. Denn die mal wieder an den Borsigplatz zu holen, ist das erklärte Ziel von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke – und ein Aufeinandertreffen zwischen dem Rekordmeister und Borussia Dortmund hat unzweifelhaft Prestige-Charakter.

Zweifelhaft darf dafür aber sein, ob der Supercup tatsächlich eine derartige Aussagekraft innehat. Nicht zwingend! Mit großer Regelmäßigkeit gingen auch in den Jahren der bayerischen Dauermeisterschaft die Supercup-Titel woanders hin. Der BVB muss die 1:3-Niederlage gegen den FC Bayern also nicht überbewerten. Aber er tut sicherlich gut daran, aus den 90 Minuten zu lernen.

BVB verliert Supercup: Borussia Dortmund kämpft mit einem eklatanten Problem

Die Kaltschnäuzigkeit und Abgebrühtheit der Bayern ist einfach noch eine Klasse für sich. Da hilft dann auch der Faktor Erling Haaland nicht mehr. Vor allem, wenn der schwarz-gelbe Wunderstürmer bei seinen Angriffen wie diesmal wiederholt knapp aus dem Abseits kommt.

Doch viel eklatanter als mangelnde Kaltschnäuzigkeit und ungenutzte Torchancen ist, dass die Fehler, die sich der BVB schon gegen Eintracht Frankfurt leistete, auch diesmal erstaunlich krass waren. Marco Rose hat sie nach dem Bundesligaspiel angesprochen, er wird mit seiner Mannschaft auch nach dem Bayern Spiel darüber reden.

Im Supercup unterliefen Felix Passlack zu viele Fehler. Ein Sinnbild für die geschwächte BVB-Defensive.

BVB: Abwehr-Problem hat im Supercup gegen FC Bayern einen Namen

Das große Problem, das BVB-Trainer Marco Rose gegen Eintracht Frankfurt klar benannte: „Zwei Tore sind ein Tick zu viel. Das heißt, wir müssen immer drei schießen, um zu gewinnen. Das ist ein bisschen zu viel.“ Im Supercup waren es sogar drei Tore, die es zu übertrumpfen galt. Und das weiß jeder Grundschüler: Nur ein Tor reicht dann nicht aus. Und auch wie beim Bundesliga-Auftakt ließen die Schwarz-Gelben den Gegnern zu viel Spielraum.

Drei Tore nach dieser Trainer-Ansage legt ein weiteres Mal dar: Der BVB hat mit einem Abwehr-Problem zu kämpfen. Und im Supercup gegen den FC Bayern hat das Problem auch einen Namen: Felix Passlack.

Borussia Dortmund: Die größte Fehlerquelle im Supercup war die Abwehr – Marco Rose kennt das Problem

Der 23-Jährige rückte für Thomas Meunier und den Langzeitverletzten Mateu Morey als Rechtsverteidiger in die Abwehr – viel Auswahl hat Trainer Marco Rose auch nicht. Gegen den FC Bayern kassierte der BVB-Verteidiger in der Einzelkritik die Note 6 – zu viele Fehlpässe und ganze 16 Ballverluste gehen auf sein Konto.

Wenn der BVB das Abwehr-Problem nicht in den Griff bekommt, sieht es mit den Meister-Ambitionen übel aus. Aber, und das muss Marco Rose seinen Spielern auch sagen: Es gab auch positives im Supercup. Nach einer guten Stunde hatte der BVB plötzlich alles im Griff, machte den Anschlusstreffer, drängte auf den Ausgleich, schien zurückzukommen.

Erst der grobe Patzer von Abwehrspieler Manuel Akanji sorgte dann für die Entscheidung. Der BVB wird in dieser Bundesliga-Saison permanent Konstanz über 90 Minuten brauchen. Der Weg dahin führt über harte Arbeit und bedingungslose Konzentration. Der Weg ist hart aber begehbar!

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Christopher Neundorf/Kirchner-Media

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