Borussia Dortmund bezieht Stellung

Trotz Absage an die Super League: Fans nennen jetzt vier deutliche Forderungen an den BVB

Borussia Dortmund hat der Teilnahme an der Super League eine Absage erteilt. Jetzt stellen Fans des BVB dennoch vier klare Forderungen an den Verein.

Dortmund – Am Sonntag (18. April) verkündeten zwölf Spitzenklubs die geplante Gründung einer europäischen Super League. Jene Nachricht hat die Welt des Fußballs bis in seine Grundmauern erschüttert.

Verein Borussia Dortmund
StadionSignal Iduna Park
Kapazität81.365
CheftrainerEdin Terzic
TrainingsplatzTrainingsgelände Hohenbuschei

Super League ohne BVB und Bayern München: Deutsche Fans atmen vorerst auf

Fans von Borussia Dortmund und Bayern München konnten jedoch vorerst aufatmen. Denn die beiden Bundesliga-Klubs erteilten der Teilnahme an der europäischen Super League eine deutliche Absage.

„Die Mitglieder des Boards der European Club Association (ECA) haben sich Sonntagabend zu einer virtuellen Konferenz zusammengeschlossen und bekräftigt, dass der Board-Beschluss vom vergangenen Freitag nach wie vor Gültigkeit hat“, bekräftigt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Montag (19. April) in einer Stellungnahme auf der vereinseigenen Homepage.

Borussia Dortmund lehnt Super League ab: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke wird deutlich

„Dieser Beschluss besagt, dass die Klubs die geplante Reform der UEFA Champions League umsetzten wollen. Es war die klare Meinung der Mitglieder des ECA-Boards, dass man die Pläne zur Gründung einer Super League ablehnt“, führt der 61-Jährige fort.

„Beide deutsche Klubs, die im ECA-Board vertreten sind, der FC Bayern München und Borussia Dortmund, haben in allen Gesprächen komplett deckungsgleiche Auffassungen vertreten“, stellt Hans-Joachim Watzke klar.

Die Fans des BVB haben eine deutliche Botschaft in Richtung UEFA und geplanter Champions-League-Reformen.

Super League ohne Borussia Dortmund: BVB-Fans reagieren trotzdem deutlich

Die europäische Super League muss folglich ohne Beteiligung des FC Bayern und des BVB auskommen, obwohl die zwölf Gründervereine die beiden deutschen Topklubs nach Spiegel-Informationen noch vom Gegenteil überzeugen wollen. Trotz der Ablehnung für den Wettbewerb hat das Bündnis „Südtribüne Dortmund“ – „ein Zusammenschluss aus Fanclubs, Ultragruppen und Einzelpersonen, die Borussia Dortmund regelmäßig begleiten und unterstützen“ – vier klare Forderungen an den Verein gestellt.

In der gemeinsamen Stellungnahme des Bündnis heißt es: „Wir fordern, dass sich unser Verein Borussia Dortmund, insbesondere die KGaA, nicht an diesem Vorhaben oder ähnlich gelagerten Plänen durch zum Beispiel eine tiefgreifende Umstrukturierung der Champions League beteiligt. Weder heute, noch in der Zukunft.“

Super League ohne Borussia Dortmund: Reform der Champions League steht trotz Fan-Protest bevor

Eine Reform der Königsklasse ist jedoch bereits beschlossene Sache. Ab der Saison 2024/25 werden 36 statt 32 Teams an dem Wettbewerb teilnehmen. Das hat das Exekutivkomitee der UEFA am Montag (19. April) bekannt gegeben.

„Wir fordern, dass sich Borussia Dortmund zu den Werten, für die unser Verein steht, bekennt, unabhängig von geplanten Vorhaben in ECA, UEFA oder einem nationalen Bündnis mit dem FC Bayern München“, lautet die zweite eindeutige Forderung des Bündnis „Südtribüne Dortmund“.

Super League ohne Borussia Dortmund: BVB-Fans stellen klare Forderungen

Mit ihren Forderungen sendet die aktive Fanszene des BVB eine deutliche Botschaft an die Bosse der Westfalen. Untermauert wird diese noch mit zwei weiteren Appellen.

„Wir fordern, dass die Mitglieder von Borussia Dortmund mit entscheiden, wenn es darum geht, sich zu einer derartigen Abkehr von allem, was den Fußball ausmacht, zu positionieren“, stellt das Bündnis „Südtribüne Dortmund“ klar.

Super League: Bündnis „Südtribüne Dortmund“ fordert BVB zum Handeln auf

„Wir fordern, dass sich der BVB zu einem nachhaltigen, fanfreundlichen, werteorientierten Fußballsport bekennt und dies auch klar kommuniziert“, heißt es weiter.

Die vier Forderungen der aktiven Fanszene von Borussia Dortmund sind nur allzu verständlich. Schließlich entfernt sich der Profifußball durch die geplante Gründung der Super League immer weiter von seiner Basis – den Fans. Stattdessen stehen neue Wege zur Gewinnmaximierung im Fokus einiger europäischer Topklubs.

Der BVB stellt sich gegen die Super League: Das sind die zwölf Gründungsmitglieder

  • FC Arsenal
  • FC Chelsea
  • FC Liverpool
  • Manchester City
  • Tottenham Hotspur
  • Manchester United (allesamt aus England)
  • FC Barcelona
  • Atletico Madrid
  • Real Madrid (allesamt aus Spanien)
  • Inter Mailand
  • AC Mailand
  • Juventus Turin (allesamt aus Italien)

Super League und Borussia Dortmund: BVB-Fans protestieren gegen Champions-League-Reformen

Die Fans von Borussia Dortmund lehnen sich bereits seit längerem gegen eine geplante Umstrukturierung im europäischen Klubfußball auf. So auch gegen die bereits beschlossene Ausweitung der Champions League, die „noch mehr Spiele in einem ohnehin schon überfüllten Terminkalender und ein Rettungsanker für die ‚Großen‘, die sich sportlich nicht qualifiziert haben, führen mit Sicherheit nicht dazu, dass der Wettbewerb wieder fairer wird“, klagt das Bündnis „Südtribüne Dortmund“ an.

Für die aktive Fanszene des BVB steht darüber hinaus fest, „dass die absurden Reformpläne gestoppt werden müssen.“ Klar positioniert haben sich nun auch die BVB-Ultras zur Super League, wie die Ruhr Nachrichten berichten. Eine sehr ähnliche Forderung wie die aktive Fanszene stellt sogar die UEFA an ihre abtrünnigen Mitglieder.

BVB-Fans protestieren gegen Super League: UEFA plant drakonische Strafen

Die UEFA reagierte daher sehr deutlich auf den Alleingang der zwölf Topklubs und drohte entsprechend drakonische Strafen an: „Wir werden gemeinsam daran arbeiten, dieses zynische Projekt zu stoppen. Ein Projekt, das auf dem Eigeninteresse einiger weniger Klubs basiert – in einer Zeit, in der die Gesellschaft mehr Solidarität denn je benötigt“, heißt es in einem Statement des europäische Fußballverbandes.

„Wir werden alle sportlichen und rechtlichen Schritte prüfen, die uns zur Verfügung stehen, um dies zu verhindern“, so die UEFA. Zu den angedrohten Strafen zählen unter anderem die Verbannung der besagten Klubs aus nationalen sowie internationalen Wettbewerben. Zudem könnte Spielern jener Vereine die Teilnahme an Spielen ihrer Nationalmannschaften verwehrt bleiben.

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