Elite-Liga lockt mit Milliarden

Trotz BVB-Absage an die Super League: Brisantes Dokument löst neuen Wirbel aus

Kommt der BVB bei der Super League noch einmal ins Grübeln? Der Elite-Wettbewerb hat den Kampf um die deutschen Spitzenklubs noch nicht aufgegeben.

Dortmund - Steht der BVB vor einer Rückkehr in die Champions League? Die Pläne für die neu gegründete Super League sorgen für ein richtiges Beben im Fußball. Der europäische Fußball-Verband UEFA droht bereits mit heftigen Konsequenzen für die teilnehmenden Klubs. Unter anderem mit dem sofortigen Ausschluss von der Königsklasse.

NameUEFA
PräsidentAleksander Ceferin
Mitglieder55 Nationalverbände
GeneralsekretärTheodore Theodoridis
HauptsitzNyon, Schweiz
Gründung15. Juni 1954, Basel, Schweiz

BVB hat der Super League abgesagt: 15 Gründungsmitglieder sollen 3,5 Milliarden Euro pro Jahr kassieren

Borussia Dortmund zählt nicht zu den zwölf Vereinen, die sich den Plänen der Super League angeschlossen haben. Genauso wenig der FC Bayern München.

Deutsche Klubs sucht man vergeblich in der Elite-Liga, die bereits zwölf Gründungsmitglieder hat, 15 feste und insgesamt 20 haben will. Die Verlockung ist groß, heißt es doch, dass den 15 Vereinen jedes Jahr insgesamt 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden.

BVB: Super League will laut Dokument Borussia Dortmund, FC Bayern und PSG überzeugen

Werden der BVB, der FC Bayern München sowie der französische Spitzenklub Paris Saint-Germain (PSG) bei der Versuchung doch noch schwach? Das Trio soll die festen Gründungsmitglieder komplettieren, wie der Spiegel berichtet.

Dem Nachrichtenmagazin liegt der unterschriebene Rahmenvertrag der Super League vor, der vom 17. April stammt und 167 Seiten lang ist. Zwölf Klubs aus England, Spanien und Italien haben unterzeichnet. Das Dokument enthält Informationen, die brisant sind und für noch mehr Wirbel sorgen, als der Elite-Wettbewerb sowieso schon ausgelöst hat.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke lehnt die Pläne der Super League ab.

BVB: Super League will Borussia Dortmund „so schnell es geht“ Mitgliedschaft anbieten

Demnach solle „so schnell es geht“ dem FC Bayern, dem BVB und PSG die Mitgliedschaft in der Super League angeboten werden. Das Trio, so berichtet es der Spiegel mit Bezug auf den Vertrag, wird als „vorgeschlagene zusätzliche Gründungsmitglieder“ erwähnt.

Besonders pikant: In dem Zusammenhang wird dem deutschen Rekordmeister, Borussia Dortmund sowie dem französischen Serienmeister eine Frist eingeräumt, ob sie teilnehmen wollen. Während sich der Klub aus der Stadt der Liebe binnen 14 Tagen entscheiden soll, dürfen sich die beiden deutschen Klubs 30 Tage Zeit nehmen.

BVB-Absage an die Super League: Watzke und Rummenigge lehnen Elite-Liga ab

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte am Montag (19. April) betont, dass „die Mitglieder des Boards der European Club Association (ECA) sich Sonntagabend zu einer virtuellen Konferenz zusammengeschlossen und bekräftigt haben, dass der Board-Beschluss vom vergangenen Freitag nach wie vor Gültigkeit hat. Dieser Beschluss besagt, dass die Klubs die geplante Reform der UEFA Champions League umsetzten wollen. Es war die klare Meinung der Mitglieder des ECA-Boards, dass man die Pläne zur Gründung einer Super League ablehnt.“

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge gab zu Protokoll, dass der Klub „sich an den Planungen einer Super League nicht beteiligt“ hat. „Wir sind davon überzeugt, dass die aktuelle Statik im Fußball eine seriöse Basis garantiert.“

BVB-Fans kritisieren Super League und Champions-Leaegue-Reformen scharf

Für einige Anhänger gehen die Reaktionen zur neuen Elite-Liga und zu den bereits vollzogenen Champions-League-Reformen ab der Saison 2024/2025 nicht weit genug. Die BVB-Fans haben wegen der Super League sogar vier Forderungen, die unter anderem beinhalten, dass sich Borussia Dortmund klar dagegen positioniert und es entsprechend kommuniziert sowie die Werte des Klubs vertritt.

So wie es zum Beispiel schon diverse Trainer und Spieler getan haben, selbst die, die von den Klubs unmittelbar betroffen sind. Auch DFB-Präsident Fritz Keller bezeichnete laut dem Deutschen Fußball-Bund die neueste Idee als eine für „Superreiche und Superrücksichtslose“.

BVB: Super League wird von DFB-Präsident Fritz Keller hart angegangen

Der 64-Jährige ging sogar noch weiter: „Das egoistische Verhalten dieser zwölf Vereine hat mit dem Spiel, in das wir uns als Kinder verliebt haben, nichts mehr zu tun. Die Vereine und ihre Nachwuchsmannschaften sollten von allen Wettbewerben ausgeschlossen werden, bis sie wieder an ihre vielen Anhänger denken, die sie erst zu den größten Klubs der Welt gemacht haben - und nicht nur an ihre Geldbeutel.“

Ob Fritz Keller damit vorgreifen und auf Nummer sicher gehen will? Spätestens am Freitag (23. April) dürften nicht nur BVB- und FC-Bayern-Fans schlauer sein. Dann will die UEFA darüber entscheiden, ob die Teilnehmer der Super League sofort von der Champions League sowie Spieler dieser Klubs von Welt- und Europameisterschaften ausgeschlossen werden.

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