Zwei Gründe für Dortmund

BVB sagt Super League ab – aber muss sich eine Hintertür offenhalten

Die Super League beherrscht die Fußballwelt. Nach einer Welle der Kritik erteilt Borussia Dortmund der Eliteliga eine Absage – allerdings mit einer Hintertür.

Dortmund – Es rollt ein Erdbeben über die Fußballwelt. Zwölf europäische Vereine aus England, Spanien und Italien wollen eine Super League gründen. Die Teilnahme von Borussia Dortmund schien zunächst nicht endgültig geklärt. Nach anfänglicher Kritik von Fans positionierte sich der BVB jetzt aber klarer – allerdings immer noch nicht endgültig.

VereinBorussia Dortmund
Gründung19. Dezember 1909
StadionSignal Iduna Park (ehem. Westfalenstadion)
Kapazität81.365

BVB: Super League für Borussia Dortmund offenbar kein Thema – doch es gibt eine Hintertür

BVB-Geschäftsführer Hans Joachim Watzke (61) ließ sich am Montag (19. April) auf der Vereinshomepage zitieren: „Es war die klare Meinung der Mitglieder des European Club Association-Boards, dass man die Pläne zur Gründung einer Super League ablehnt.“

Doch die BVB-Fans forderten eine viel klarere Stellungnahme gegen die Super League. So stand auf Plakaten auf dem Rheinlanddamm nahe der Geschäftsstelle in Dortmund der Schriftzug geschrieben: „Klare Worte statt leerer Zeilen, ESL-Absage jetzt und für immer“.

Borussia Dortmund: Der BVB sagt der Super League ab – dafür gibt es zwei Gründe

Dem könnte der BVB jetzt Folge geleistet haben. Am Dienstagnachmittag (20. April) berichteten die Ruhr Nachrichten und der kicker einvernehmlich, dass Borussia Dortmund der Super League eine Absage erteilt habe. Damit folgt der Verein dem deutschen Rekordmeister Bayern München, für den Karl-Heinz Rummenigge (65) ein Einsteigen der Bayern in die Eliteliga kategorisch ausgeschlossen hatte.

Mit einem definitiven Nein tut man sich an der Geschäftsstelle am Rheinlanddamm allerdings schwer. Die aktuelle Absage beruht zum einen darauf, dass dem BVB ein entsprechendes Angebot oder eine Einladung derzeit auch nicht vorliege, wie der kicker schrieb. Allerdings könnte sich dies bald ändern. Informationen zufolge soll Borussia Dortmund schon bald eine Einladung zur Super League erhalten.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich zu möglichen Transfers bei Borussia Dortmund geäußert. Das Transferfenster öffnet im Januar.

BVB und die Super League: Als börsennotiertes Unternehmen tut sich die KGaA mit einem „Nein“ schwer

Doch es gibt eine weitere Hintertür: Ein börsennotiertes Unternehmen könnte nicht ohne Börsen-rechtliche Bedenken einem Projekt die Absage erteilen, mit dem man in schweren wirtschaftlichen Zeiten bis zu 200 Millionen Euro auf einen Schlag generieren könne, heißt es laut Medienberichten aus Reihen des Vereins. Immerhin setzte die Corona-Pandemie auch dem BVB schwer zu, sodass ein Mega-Kredit aufgenommen werden musste.

Als Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) ist der BVB beim S-Dax notiert. Dementsprechend müsse im Sinne der Aktionäre gehandelt werden. Feststeht, dass die Verantwortlichen von Borussia Dortmund nicht ohne weiteres ein absolutes Statement abliefern können, da mehrere Parteien Mitspracherecht erworben. Denkbar ist auch eine Mitgliederversammlung zum Thema Super League.

BVB-Fans sind klar gegen die Super League: Einstieg von Borussia Dortmund scheint unwahrscheinlich

Intern herrsche allerdings die Meinung, auf keinen Fall an der Eliteliga teilnehmen zu wollen, heißt es weiter. Dass Borussia Dortmund als einziger deutscher Verein in die Super League geht, erscheint aus mehreren Gründen unwahrscheinlich. Es droht allen Teilnehmern ein Ausschluss aus den nationalen Ligen. Der BVB wäre dann innerhalb Deutschlands isoliert.

Darüber hinaus dürfte sich der BVB mit seiner riesigen und extrem leidenschaftlichen Fan-Gemeinde auf permanente und lautstarke Proteste gefasst machen. Sollten tatsächlich beide deutschen Vorzeigevereine eine Teilnahme an der Superliga verweigern, würde dieses Projekt schon nach wenigen Tagen stark angeschlagen in die Zukunft gehen.

BVB noch kein Teil der Super League: Die ursprünglichen Gründungsmitglieder

  • FC Arsenal
  • FC Chelsea
  • FC Liverpool
  • Manchester City
  • Tottenham Hotspur
  • Manchester United (allesamt aus England)
  • FC Barcelona
  • Atletico Madrid
  • Real Madrid (allesamt aus Spanien)
  • Inter Mailand
  • AC Mailand
  • Juventus Turin (allesamt aus Italien)

Sofern auch Paris Saint-Germain nicht mitmachen sollte, wäre die Superliga beim aktuellen Stand der Dinge eine Drei-Länder-Liga, die verzweifelt noch weitere Mitglieder suchen muss. Zumal die ersten Gründungsclubs der Kritik schon nicht mehr standhalten. Manchester City ist bereits wieder ausgetreten. Gerüchten zufolge werden weitere folgen.

Rubriklistenbild: © Noah Wedel/Kirchner-Media

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