Sparkurs für Borussia Dortmund

Angebliche BVB-Streichliste: Gleich vier Profis stehen wohl vor dem Aus bei Dortmund

Der BVB sortiert aus und könnte neben Mario Götze auch unter anderem Thomas Delaney und Manuel Akanji abgeben.
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Der BVB sortiert aus und könnte neben Mario Götze auch unter anderem Thomas Delaney und Manuel Akanji abgeben.

Diese BVB-Streichliste hat es in sich. Angeblich stehen gleich vier Profis von Borussia Dortmund vor dem Aus. Dabei handelt es sich nicht um Leihspieler.

  • Wegen des Coronavirus und seinen Folgen rechnet Borussia Dortmund im laufenden Geschäftsjahr mit einem Verlust von 45 Millionen Euro.
  • Um der Verantwortung gerecht zu werden, plant der BVB angeblich, den Personaletat etwas zu kürzen.
  • Neben den zurückkehrenden Leihspielern soll es daher eine Abschussliste mit vier gestandenen Profis geben.

Dortmund – 45 Millionen Euro. So hoch werden die Verluste für das laufende Geschäftsjahr bei Borussia Dortmund wegen des Coronavirus und seinen Folgen vermutet, wie der Klub zum Saisonende mitteilte. Das trifft selbst die finanziell mittlerweile gut aufgestellten Schwarz-Gelben (alle BVB-Artikel auf RUHR24.de).

BVB: Etat bei Borussia Dortmund muss wegen Corona-Folgen auf 140 Millionen Euro gesenkt werden

Da verwundert es nicht, dass der BVB nach dem Abgang von Mario Götze den Personaletat angeblich weiter senken will. Die Sport Bild berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe (8. Juli) davon, dass es dabei um 10 Millionen Euro geht. Von 150 Millionen auf 140 Millionen Euro herunter.

Damit die Rechnung aufgeht, reicht es nicht nur aus, zurückkehrende Leihspieler wie André Schürrle zum Spottpreis zu verscherbeln. Dem Bericht des Fachmagazins nach stehen noch weitere Profis aus dem aktuellen Kader von Borussia Dortmund auf einer inoffiziellen Abschussliste.

BVB: Manuel Akanji, Nico Schulz, Thomas Delaney und Mahmoud Dahoud sollen gehen

Demzufolge könnten sogar Manuel Akanji (24), Nico Schulz (27), Thomas Delaney (28), der sich bei Twitter selbst zu seiner BVB-Zukunft geäußert hat, und Mahmoud Dahoud (24) folgen. Dabei überraschen die Namen von dem Quartett nicht. 

Alle vier haben beim BVB, der laut der Ruhr Nachrichten beim neuen Rasen ein Problem lösen musste, einen teils mehr als nur schweren Stand und das nicht nur wegen zwischenzeitlicher Verletzungen. Dabei hat Manuel Akanji in der abgelaufenen Spielzeit sogar noch viele Einsatzminuten sammeln dürfen.

BVB: Manuel Akanji gehörte lange zum Stammpersonal bei Trainer Lucien Favre

Der Innenverteidiger, der im Endspurt wegen muskulärer Probleme fehlte, zählte sogar lange bis auf wenige Ausnahmen zum Stammpersonal von Trainer Lucien Favre (62). Allerdings trieb Manuel Akanji den Fans regelmäßig die Sorgenfalten auf die Stirn. Auch Abwehr-Kollege Leonardo Balerdi (21) darf den BVB verlassen, Dan-Axel Zagadou (21) hingegen soll seinen Vertrag verlängern.

Linksverteidiger Nico Schulz kostete den BVB vor der Saison 25 Millionen Euro.

Einer, der noch nicht einmal dazu oft die Gelegenheit hatte, ist Nico Schulz. Der Linksverteidiger, der vor der Saison für 25 Millionen von der TSG Hoffenheim zu Borussia Dortmund wechselte, kommt gerade einmal auf elf Pflichtspiele in der gesamten Saison. Entweder der 27-Jährige war verletzt oder konnte nicht überzeugen. Apropos Ex-Klub: Im Moment gibt es zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern Zoff um Talente, wie Heidelberg24.de* berichtet.

BVB: Mo Dahoud und Thomas Delaney haben große Konkurrenz im zentralen Mittelfeld

Doch zurück nach Dortmund. Bis auf den Endspurt war Mahmoud "Mo" Dahoud immer fit und einsatzbereit. Spielen durfte er aber trotzdem kaum. Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld war und ist zu gewaltig. Dass Mahmoud Dahoud auf der Streichliste des BVB auftaucht, ist nicht überraschend.

Gleiches trifft auf Thomas Delaney zu, wenngleich die Kampfmaschine in der abgelaufenen Spielzeit auch einige Verletzungsprobleme hatte. Obwohl er häufig beim BVB überzeugte, wenn er spielte, darf der einstige Derby-Held offenbar bei einem passenden Angebot ebenfalls gehen.

Video: BVB erwartet Fehlbetrag in Höhe von 45 Millionen

BVB: Geld wird in Neuzugänge Thomas Meunier und Jude Bellingham gesteckt

Anscheinend reicht es bei Borussia Dortmund nicht aus, wenn Spitzenverdiener wie Mario Götze (28) oder André Schürrle den Klub verlassen. Unter anderem investiert der BVB das Geld in Thomas Meunier (28) und ebenso in das Mega-Talent Jude Bellingham (17, der aktuelle Stand zu einem Transfer zum BVB)

Für Letzteren müssen offenbar mehr als 20 Millionen Euro auf den Tisch gelegt werden. Ersterer hingegen dürfte neben Handgeld schon ein stattliches Gehalt kassieren. Dass es übrigens auch anders aussehen kann, zeigt ein Blick in den Norden: Dort kämpft Werder Bremen um Kevin Vogt, wie die DeichStube* berichtet.

Michael Zorc (BVB) rechnet mit weniger Einnahmen für Borussia Dortmund

Dass der BVB mit Star-Stürmer Erling Haaland (19) sparen muss, kündigte Sportdirektor Michael Zorc (57) zuletzt schon an. "Wir rechnen auch in der kommenden Saison mit geringeren Einnahmen in allen Bereichen. Deshalb müssen wir versuchen, unsere Ausgaben ebenfalls zu verkleinern – in den Bereichen, in denen das möglich ist."

"Alles andere", so der 57-Jährige weiter, "wäre auch fahrlässig, schließlich kann keiner garantieren, dass sich die Situation in unserem Land nicht doch wieder verschlimmert." 

BVB-Heimspiele: Pro Spiel ohne Zuschauer fehlen Borussia Dortmund 3 Millionen Euro

Wenn zumindest noch in der Hinrunde der kommenden Saison keine Zuschauer wieder zugelassen würden, entgehen dem BVB bei jedem Heimspiel über 3 Millionen Euro. "Wir spüren die fehlenden Einnahmen aus dem Spielbetrieb schon sehr", so Michael Zorc.

Es sei zudem unrealistisch, dass das Stadion dieses Jahr wieder komplett voll werden könnte. Und Leistungsträger wie Erling Haaland (19) sollen beim BVB gehalten werden. Daher muss Borussia Dortmund nach anderen Lösungen suchen und womöglich unter anderem auch auf eine Streichliste setzen. *Heidelberg24.de und DeichStube.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.