Weltmeisterschaft in Katar

Elf BVB-Stars bei der WM: Zwei spielen für den Geheimfavoriten

Die WM in Katar steigt mitsamt elf Spielern von Borussia Dortmund. Alle Informationen rund um die Weltmeisterschaft zu den BVB-Stars.

Dortmund/Doha – Elf Spieler von Borussia Dortmund kämpfen vom 20. November bis 18. Dezember in Katar um den WM-Titel. Gleich fünf BVB-Profis wurden von Bundestrainer Hansi Flick in den Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen. Wie stehen die Chancen auf den Pokal? Wer muss auf der Bank sitzen? Ein Überblick.

Elf BVB-Stars bei der WM: Siegesgarant droht die Bank

Gregor Kobel (Schweiz): Der 24-Jährige ist beim BVB die unangefochtene Nummer eins. Der Schweizer (3 Länderspiele) hielt den Westfalen mehrfach in der laufenden Saison die Punkte fest. In der Nationalmannschaft muss er jedoch auf der Bank Platz nehmen.

Yann Sommer steht bei der „Nati“ zwischen Pfosten. Gregor Kobel darf aber auf Einsätze hoffen: Yann Sommer, Torwart von Borussia Mönchengladbach, ist angeschlagen und hat seit Mitte Oktober kein Pflichtspiel mehr bestritten.

BVB-Torwart Gregor Kobel hofft auf WM-Einsätze.

Die Schweiz trifft in Gruppe G auf Brasilien, Kamerun und Serbien. Brasilien geht als WM-Favorit ins Turnier, daher dürfte die Schweiz lediglich um Platz zwei in der Vorrunde spielen. Dieser qualifiziert bekanntlich für die K.o.-Phase. Jede weitere Runde, die über das Achtelfinale hinausgeht, ist als großer Erfolg für die kleine Nation einzuordnen.

Fünf BVB-Stars im deutschen WM-Kader – doch wer spielt?

Niklas Süle, Nico Schlotterbeck, Julian, Brandt, Karim Adeyemi, Youssoufa Moukoko (Deutschland): Der größte Block der Dortmunder WM-Fahrer entfällt wenig überraschend auf Deutschland. Doch keiner der BVB-Stars hat einen Platz in der Startelf sicher.

Hansi Flick wirkt noch unentschlossen, wer den Innenverteidiger-Platz neben Antonio Rüdiger bekommt. Nico Schlotterbeck (6 Länderspiele) oder Niklas Süle (42) könnten neben dem 29-Jährigen von Real Madrid auflaufen, doch brachte Nico Schlotterbeck im bisherigen Saisonverlauf keine Konstanz in sein Spiel. Bei der WM kann jeder Fehler das Aus bedeuten. Niklas Süle wiederum könnte auch auf der Rechtsverteidiger-Position auflaufen, wie zuletzt beim BVB, doch gibt es auf der Außenbahn in Person von Lukas Klostermann ebenfalls Konkurrenz.

BVB-Youngster Youssoufa Moukoko hat sein Debüt für Deutschland gegen den Oman gegeben.

Julian Brandt (39 Länderspiele), Karim Adeyemi (4) und Youssoufa Moukoko (1) werden wohl eher weniger zum Zug kommen in Katar. Zwar spielte Erstgenannter eine ordentliche Hinrunde, doch ist die Konkurrenz im (offensiven) Mittelfeld schlicht zu groß.

Karim Adeyemi konnte im Trikot von Borussia Dortmund bislang überhaupt nicht überzeugen. Seine Nominierung war durchaus überraschend, doch ist Bundestrainer Hansi Flick vom immensen Tempo des BVB-Stars überzeugt, das insbesondere in den Schlussphasen eine Waffe darstellen könnte.

Youssoufa Moukoko wiederum dürfte auf die Position in der Sturm-Zentrale schielen, wo nach dem Ausfall von Timo Werner ein Loch klafft. Ein Startelf-Platz würde aber überraschen, mangelt es dem 17-Jährigen schlicht an Erfahrung.

Deutschland muss in Gruppe E ran gegen Spanien, Costa Rica und Japan. Die Rollenverteilung ist klar: Spanien und Deutschland teilen Platz eins und zwei unter sich auf, alles andere würde eine Überraschung darstellen. Unter den Buchmachern geht Spanien als Favorit auf den Gruppensieg ins Rennen – das Land im Süden Europas wird auch eher der WM-Titel (Quote 10) zugetraut als Deutschland (12).

Spanien verfügt wie das DFB-Team über zahlreiche hoffnungsvolle Talente in seinen Reihen. Ob es dieses auch auf den Platz bringen kann, ist die Frage. Ähnlich ist die Situation in der deutschen Nationalmannschaft. Der WM-Titel dürfte für Deutschland nicht greifbar sein, doch verfügt die Elf von Hansi Flick über reichlich Potenzial. Kommt es zur Überraschung?

BVB-Star Jude Bellingham greift mit England nach dem WM-Titel

Jude Bellingham (England): Um kaum einen Fußballer ranken sich so viele Wechselgerüchte wie um den englischen BVB-Star. Der 19-Jährige ist nicht nur für Borussia Dortmund von immenser Bedeutung, sondern in jungen Jahren auch eine wichtige Stütze im Spiel seiner Nation.

Bei der Wüsten-WM könnte der Engländer (17 Länderspiele) groß auftrumpfen und seinen Preis weiter in die Höhe schrauben. Sollte er den BVB im kommenden Sommer verlassen, werden wohl – Stand jetzt – 150 Millionen Euro fällig.

BVB-Star Jude Bellingham greift mit England nach dem WM-Pokal.

England ist in Gruppe B gefordert. Dort geht es gegen die USA, Wales und den Iran. Alles andere als ein Gruppensieg der Engländer würde einem Fußball-Wunder gleichen: Der Kaderwart beläuft sich auf 1,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Spieler der USA sollen laut transfermarkt.de zusammengerechnet einen Wert von 277 Millionen Euro haben, der Iran 60 Millionen und Wales 160 Millionen Euro.

Die Engländer hoffen mit ihrer talentierten Mannschaft und nach Platz zwei bei der Europameisterschaft 2021 auf den zweiten WM-Titel nach 1966. Die Zeit ist reif.

BVB-Duell in WM-Gruppe B: Giovanni Reyna trifft auf Jude Bellingham

Giovanni Reyna (USA): Der BVB-Star ist der schillernde Stern am US-Himmel. Auf den Schultern des 20-Jährigen (14 Länderspiele) liegt die Hoffnung, in die K.o.-Runde einzuziehen. Dafür muss der Offensiv-Künstler aber fit sein, das war er in der laufenden Saison aber nur selten.

Die USA trifft in Gruppe B auf England, Wales und den Iran. Die Engländer um BVB-Star Jude Bellingham reisen als einer der Titel-Favoriten in den mittleren Osten – die USA wird sich dementsprechend lediglich um Platz zwei in der Staffel streiten.

Die große Hoffnung im US-Team: BVB-Juwel Giovanni Reyna.

BVB-Verteidiger Raphael Guerreiro: Wie präsentiert sich Portugal?

Raphael Guerreiro (Portugal): Beim BVB umstritten, genießt der Allrounder in der portugiesischen Nationalmannschaft einen guten Ruf. Der 28-Jährige (57 Länderspiele) dürfte das Turnier als Linksverteidiger bestreiten – sofern ihn nicht einmal mehr muskuläre Probleme zurückwerfen.

Portugal bekommt es in Gruppe H mit Ghana, Südkorea und Uruguay zu tun. Die Portugiesen sind der Favorit auf den Gruppensieg. Die Mannschaft ist gespickt mit Stars europäischer Top-Teams. Dennoch wird Portugal nur eine Außenseiter-Chance auf den begehrten Pokal zugetraut.

BVB-Verteidiger Raphael Guerreiro werden mit Portugal bei der WM nur Außenseiter-Chancen auf den Titel zugetraut.

Das Kabinen-Klima dürfte über die Leistung auf dem Platz entscheiden: Weltstar Cristiano Ronaldo, der zuletzt nur eine Zuschauerrolle bei seinem Klub einnahm, hat bei Manchester United für reichlich Stunk gesorgt. Dort spielt er mit Landsmann Bruno Fernandes zusammen – ihr Aufeinandertreffen bei der Nationalmannschaft wurde von Kameras begleitet und zeigte einen unglücklichen Bruno Fernandes.

Zwei BVB-Stars mit Belgien in Katar: Der ewige Geheimfavorit

Thorgan Hazard, Thomas Meunier (Belgien): Den zweitgrößten BVB-Block bei der WM stellt Belgien. Nationaltrainer Roberto Martínez berief Thorgan Hazard (45 Länderspiele) und Thomas Meunier (58) in seinen 26-Mann-Kader. Thorgan Hazard wird wohl wie beim BVB die Rolle des Ergänzungsspielers einnehmen, Thomas Meunier hingegen dürfte zum Stammpersonal gehören, sofern er rechtzeitig fit wird.

Der Rechtsverteidiger hat sein Mitte Oktober kein Spiel mehr für den BVB gemacht. Ihn wirft ein Jochbeinbruch zurück. Der 31-Jährige konnte in eineinhalb Jahren in Dortmund nicht überzeugen, deutlich besser präsentiert er sich aber bei der Nationalmannschaft.

BVB-Allrounder Thorgan Hazard (r.) zählt mit seinen Belgiern um Romelu Lukaku (l.) zu den Geheimfavoriten auf den WM-Titel.

Belgien hat in Gruppe F Kanada, Marokko und Kroatien vor der Brust. Den Belgiern wird wie bei den vergangenen Turniern die Rolle des Geheimfavoriten zuteil: In der Startelf finden sich mit unter anderem Kevin de Bruyne und Thibaut Courtois die besten Spieler der Welt wieder, doch klappt es auch mit dem Coup? Im Kampf um den Gruppensieg dürfte maximal Kroatien den Belgiern ein Bein stellen können.

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