BVB-Star Sancho im Interview: Zwischenfazit eines kometenhaften Aufstiegs

Die Fans von Manchester United wünschen sich BVB-Star Jadon Sancho bei ihrem Klub. Foto: dpa
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Die Fans von Manchester United wünschen sich BVB-Star Jadon Sancho bei ihrem Klub. Foto: dpa

BVB-Star Jadon Sancho spricht im Interview über Borussia Dortmund, Manchester City und Pep Guardiola. Das Zwischenfazit einer kometenhaften Karriere.

Die junge Karriere von Jadon Sancho (19) gleicht einem Fußball-Märchen. Im Interview spricht der BVB-Star über seine Gefühlswelt.

  • BVB-Jungstar Jadon Sancho gibt im Interview persönliche Einblicke.
  • Der englische Nationalspieler spricht im Interview über Manchester City und Pep Guardiola.
  • Außerdem sagt er, was ihn als Sportler und als Mensch antreibt.

Am Mittwoch (10. Juli) startete für Jadon Sancho in Dortmund die Vorbereitung auf die kommende Saison. Während seines Urlaubs gab der Jungstar der Webseite SoccerBible ein ausführliches Interview.

Relaxen mit Raheem Sterling: So verbrachte BVB-Star Jadon Sancho seinen Urlaub

Sancho verbrachte seinen Urlaub in Los Angeles und auf Ibiza. Er besuchte Festivals, im Vordergrund stand aber das Entspannen mit der Familie. Und mit seinem Nationalmannschaftskollegen Raheem Sterling (24), von dem er eine hohe Meinung hat.

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Der City-Stürmer ist ein Vorbild, wie Sancho zugibt: "Ich schaue zu ihm auf. Deshalb ist es gut, mit ihm abzuhängen. Er gibt mir Ratschläge. Sagt mir, was ich tun sollte und was ich lieber nicht tun sollte. Das hilft mir viel."

Bescheidenheit habe Sancho vom 24-Jährigen gelernt: "Wenn du nicht bescheiden bist, dann werden viele Dinge auf dich einprasseln. Solch ein Mensch kannst du nicht sein." Neben Sterling hatte Sancho in der Vergangenheit auch immer wieder BVB-Kapitän Marco Reus als Vorbild genannt.

Jadon Sancho über seinen Durchbruch beim BVB

Bereits im jungen Alter zählt Sancho zu den wertvollsten Fußballern der Welt. Er kam in jedem Bundesliga-Spiel zum Einsatz, steuerte 12 Tore und 17 Vorlagen bei und war damit BVB-intern Topscorer. Ligaweit wurde er nur von Bayern-Stürmer Robert Lewandowski übertroffen.

Der Youngster, über dessen Zukunft Michael Zorc sich vor Kurzem geäußert hat, kann seinen kometenhaften Aufstieg noch immer nicht ganz fassen: "Es ist verrückt, weil ich noch immer erst 19 Jahre alt bin und der Durchbruch normalerweise erst mit 23 oder 24 passiert. Ich bin einfach nur dankbar, dass ich diese Chance bereits in einem solch jungen Alter bekommen habe."

Wenn ihm etwas besonders gut gelungen ist, bekommt Sancho auf dem Platz einen Kick, sagt er. Und zwar besonders in Dortmund, weil das Stadion so groß ist und die Fans so leidenschaftlich seien. Obwohl Manchester United am BVB-Juwel Interesse zeigen soll, rät Vereinslegende Wayne Ronney ihm deshalb zu einem Verbleib beim BVB.

Sancho gibt zu, es sei mittlerweile zwar der Punkt gekommen, an dem sich alles ein wenig wie Normalität anfühle. Trotzdem habe er innerlich noch immer das Gefühl: "Wow, das ist verrückt. Ich habe keine Ahnung, was hier passiert." Dabei fügt er an: "Diese Leute sind älter als ich und sind trotzdem aufgeregt, wenn sie mich sehen. Es ist ein tolles Gefühl, den Leuten eine Freude zu machen."

Sanchos Dankbarkeit gilt auch Manchester City

Als er Manchester City verließ, habe es eine Menge Leute gegeben, die an ihm gezweifelt hätten, erinnert sich Sancho: "Sie sagten, ich hätte Guardiola nie verlassen sollen." Dennoch sei er der Meinung gewesen, es wäre das Beste, den Verein zu verlassen. Obwohl er glücklich über den Schritt zum BVB ist, behält er Manchester in guter Erinnerung: "Ich liebe Pep noch immer, ich lieben jeden im Verein noch immer".

"Ich bin einfach jedem so dankbar, der bis jetzt ein Teil meiner Reise war und mir half, zu dem zu werden, der ich heute bin", denkt Sancho auch an Jugendverein FC Watford, von dem er 2015 zum Nachwuchs von Manchester City gewechselt war. Erzrivale Manchester United soll nun an einer Verpflichtung von Sancho interessiert sein.

Mittlerweile ist Sancho eines der größten Versprechen im Weltfußball und für den Golden Boy Award nominiert. Für seine sportliche Zukunft gelte es nun deshalb allen, die gezeigten Leistungen zu bestätigen. Sancho möchte allen beiweisen, dass er kein One-Hit-Wonder ist. "Ich muss einfach weiter dran bleiben und hoffen, dass ich mich nicht verletze. Einfach weiter arbeiten und für das Team da sein", das sei die Hauptsache.

Dass der BVB immer auf der Suche nach neuen Perspektivspielern ist, zeigt auch das jüngste Gerücht um ein Island-Talent.

Sanchos großes Ziel: Der Familie ein besseres Leben zu ermöglichen

Eine besondere Freundschaft verbindet Sancho, über dessen BVB-Zukunft Hans-Joachim Watzke kürzlich sprach, mit Reiss Nelson von der TSG Hoffenheim. Die beiden kommen aus derselben Gegend in London und haben einen ähnlichen sozialen Hintergrund. Deshalb sei die Verbundenheit besonders groß: "Als wir jünger waren, sagten wir uns, dass wir unsere Familien aus dieser Gegend herausholen müssen. Denn es ist kein Ort, an dem man leben möchte."

Ein Ziel, das Jadon Sancho, der bei Borussia Dortmund eine Krise bereits durchlaufen hat, bereits als Teenager nach zwei Jahren beim BVB verwirklichen konnte. "Es ist ein schönes Gefühl, deiner Familie ein anderes Leben zu ermöglichen. Das ist das Beste, was ich jemals hätte tun können."