Sportdirektor Michael Zorc: "Nicht jeder Jugendspieler kann sich beim BVB durchsetzen"

+
Tobias Raschl und Michael Zorc. Foto: BVB

Sportdirektor Michael Zorc erklärt die Kriterien bei Profiverträgen für Talente. Der Klub investiert viel Geld in die Infrastruktur des Nachwuchses.

Anfäng März unterschrieben Luca Unbehaun und Tobias Raschl bis zum Jahr 2022 laufende Profiverträge. Sie erfüllen die strengen Kriterien des BVB und haben eine Perspektive auf zukünftige Einsätze in der ersten Mannschaft. Gleichzeitig investiert der Klub auch in die Infrastruktur der Nachwuchsmannschaften.

Erfolgreiche Jugendarbeit beim BVB

Seit langer Zeit schon ist der BVB in ganz Deutschland berühmt für seine exzellente Nachwuchsarbeit. Die Jugendmannschaften spielen regelmäßig um den Titel der jeweiligen Altersklasse. Zwischen 2014 und 2018 gelang in jeder Saison der Gewinn einer Junioren-Meisterschaft. Dortmunds U-19 konnte zudem als erstes Team seinen Titel verteidigen (2016, 2017).

Auch in der aktuellen Saison kann die U19 noch Meister werden. Fünf Spieltage vor Schluss liegt das Team einen Punkt hinter dem Spitzenreiter 1. FC Köln. Am Sonntag (31. März) feierten die Schwarzgelb einen 5:0-Sieg gegen SV Rödinghausen.

BVB bindet Top-Talente Unbehaun und Raschl bis 2022

Mit dabei: Dortmunds Top-Talente Luca Unbehaun (18) und Tobias Raschl (19). Beide haben mittlerweile einen Profivertrag in der Tasche. Anfang März unterzeichneten sie in der BVB-Geschäftsstelle bis 2022 laufende Kontrakte.

Nachwuchskoordinator Lars Ricken freut sich, „dass wir erneut zwei Talente aus dem eigenen Nachwuchs in den Profibereich bringen“ und sieht damit die „hohe Durchlässigkeit“ beim BVB bestätigt.

Von dieser Durchlässigkeit profitierten zuletzt Christian Pulisic und Jacob Bruun Larsen. Beide sind mittlerweile fester Bestandteil der Profimannschaft. Darüber hinaus stehen mit Marcel Schmelzer, Mario Götze sowie Marco Reus noch drei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader.

Zorc: Profivertrag allein "kein ausschlaggebendes Kriterium"

Sportdirektor Michael Zorc machte gegenüber dem Kicker klar, dass Profiverträge nur an Spieler vergeben würden, die eine Perspektive für die erste Mannschaft hätten. Ob sie es dann am Ende tatsächlich auch schaffen, dafür sei der Profivertrag allein "kein ausschlaggebendes Kriterium". „Nicht jeder Jugendspieler, auch nicht jeder Jugend-Nationalspieler" könne beim BVB den Sprung bis nach ganz oben schaffen.

Ehemalige Jugendspieler wie Daniel Ginczek (u.a. Stuttgart und Wolfsburg) Janni-Luca Serra (Kiel) oder Amos Pieper (Bielefeld schafften es auf anderem Weg in den Profifußball. Noch unter Vertrag stehende Spieler wie Felix Passlack (an Norwich City ausgeliehen) oder Dzenis Burnic (spielt bis Sommer bei Dynamo Dresden) versuchen über Leihen an Einsatzminuten auf hohem Niveau zu kommen.

BVB investiert in Infrastruktur des Nachwuchses

Damit Dortmund auch künftig Fußballer auf dem allerhöchsten Level hervorbringt, fließen bis 2021 viele Millionen in den Ausbau der Infrastruktur. Laut einem Bericht der Ruhr Nachrichten soll das Jugendhaus am Trainingsgelände erweitert werden. Zudem seien eine Tagesbetreuung und eine Kantine geplant.

Aktuelle BVB-Themen

Das Gebäude der Nachwuchsmannschaften werde um einen "Anbau für Athletik und Rehabilitationsmaßnahmen" ergänzt, heißt es in dem Bericht. Mit diesen Investitionen wolle der BVB, „das Gesamtbild abzurunden", wie Zorc erklärt.