Kommentierende Analyse

Dortmund sucht Zorc-Nachfolger: Jetzt muss der BVB Sven Mislintat als Sportdirektor holen

Michael Zorc hört im Sommer 2022 als Sportdirektor beim BVB auf. Bei der Nachfolge muss Dortmund über Sven Mislintat nachdenken – ein Kommentar.

Dortmund – Im Sommer 2022 endet mit dem Vertragsende von Michael Zorc (58) eine Ära bei Borussia Dortmund. Und dann? Dann sollten die Westfalen Sven Mislintat (48) als Sportdirektor holen, findet RUHR24-Autor Sven Fekkers.

NameSven Mislintat
Geboren5. November 1972 (Alter 48), Kamen
Ausbildung Ruhr-Universität Bochum
Aktueller PostenSportdirektor des VfB Stuttgart

Borussia Dortmund: Michael Zorc hört im Sommer 2022 als Sportdirektor des BVB auf – Sven Mislintat wäre der ideale Nachfolger

17 Jahre lang hat der 58-Jährige dann die sportlichen Geschicke des achtmaligen Deutschen Meisters gelenkt. Die Fußstapfen, die Michael Zorc beim BVB hinterlässt, werden nur schwer zu füllen sein.

Als potenzieller Nachfolger hat Sebastian Kehl (40), Leiter der Dortmunder Lizenzspielerabteilung, derzeit eine deutliche Favoritenrolle inne. Doch die Westfalen sollten auch einen Blick über den imaginären Tellerrand wagen.

BVB: Sebastian Kehl hätte keine lange Eingewöhnungsphase als Nachfolger von Sportdirektor Michael Zorc

Denn – so viel deutet sich bereits jetzt an – die nächsten Jahre werden für Borussia Dortmund Jahre des Umbruchs. Den Verein auch auf dem Transfermarkt wieder in die richtigen Bahnen zu lenken wird eine der Kernkompetenzen, die der Job des Sportdirektors erfordert.

Zeit für eine lange Eingewöhnungs- respektive Findungsphase wird der Nachfolger von Michael Zorc beim BVB daher nicht haben. Sebastian Kehl müsste diese jedoch zweifelsohne zugestanden werden.

Sebastian Kehl gilt bei Borussia Dortmund als Favorit auf die Nachfolge von Sportdirektor Michael Zorc.

Borussia Dortmund: Sportdirektor-Suche beim BVB – Sebastian Kehl fehlt die Erfahrung als Nachfolger von Michael Zorc

Schließlich kann der einstige Kapitän der Dortmunder Borussia noch nicht die komplette Klaviatur eines Sportdirektors von internationalem Format spielen. Das liegt – völlig wertfrei – in der Natur der Dinge.

Dazu bedarf es nämlich, um es mit den Worten von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (61) auszudrücken, „Erfahrung und ein Netzwerk.“ Über Ersteres verfügt der 40-Jährige bislang nicht.

Borussia Dortmund: Sebastian Kehl als Nachfolger von Michael Zorc wäre ein großes Wagnis für den BVB

„Am Ende des Tages benötige ich eine klare Sicht darauf, ob Sebastian ab 2022 das komplette Geschäft abbilden kann“, befand der 61-Jährige noch Anfang Januar in einem Interview mit dem kicker. Zwar traut man Sebastian Kehl diese Entwicklung bei Borussia Dortmund zu, doch seine Beförderung zum Sportdirektor wäre dennoch ein nicht zu unterschätzendes Wagnis.

Um das Risiko zu minimieren würde sich aus Sicht des BVB ein Blick zum Ligakonkurrenten VfB Stuttgart lohnen. Bei den Schwaben arbeitet seit 2019 ein gewisser Sven Mislintat als Sportdirektor.

Nachfolger von Michael Zorc beim BVB: Sven Mislintat überzeugt als Sportdirektor des VfB Stuttgart

Der Sven Mislintat, der elf Jahre lang in der Scoutingabteilung des BVB arbeitete und sich als Entdecker von Spielern wie Shinji Kagawa (31), Robert Lewandowski (32), Pierre-Emerick Aubameyang (31), Ousmane Dembélé (23) und Jadon Sancho (20) den Spitznamen „Diamantenauge“ verdiente. Eben jener Sportdirektor, der dem VfB Stuttgart mit den Transfers von Tanguy Coulibaly (19) und Silas Wamangituka (21) die nötige Klasse für die Bundesliga bescherte.

Borussia Dortmund musste das bei der 1:5-Klatsche gegen den VfB Stuttgart am 11. Spieltag leidvoll aus erster Hand erfahren. Auch im Schwabenland gelingt es dem 48-Jährigen bislang seinem Trainer Pellegrino Matarazzo (43) eine schlagkräftige Truppe gespickt mit hungrigen Talenten zur Verfügung zu stellen.

Borussia Dortmund: Sven Mislintat wäre besser geeignet als Sebastian Kehl für den Posten als Sportdirektor beim BVB

Sven Mislintat würde folglich die nötige Erfahrung für den vakanten Posten des Sportdirektors bei Borussia Dortmund mitbringen. Er verfügt eben über jene Kernkompetenz, die Sebastian Kehl noch nicht hat.

Sven Mislintat wäre ein geeigneter Nachfolger für BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Für den gebürtigen Kamener würde zudem sprechen, dass sich der BVB mit der Entlassung von Thomas Tuchel (47) im Sommer 2017 eines möglichen Widersachers bereits entledigt hat. Zwischen den beiden „Alphatieren“ gab es unüberwindbare Meinungsverschiedenheiten, die der 48-Jährige erst kürzlich im „Sport1 Doppelpass“ noch beschrieb.

Sportdirektor beim BVB: Ohne Thomas Tuchel wäre der Weg für Sven Mislintat als Sportdirektor frei

„Es gab um einen Spieler unterschiedlich Auffassungen. Wir hatten in meinen Augen klare Aussagen gemacht, dass wir ihn verpflichten.“ Eine erneute Zusammenarbeit mit dem heutigen Chelsea-Trainers schloss Sven Mislintat daher aus.

Was stünde also einer Rückkehr nach Dortmund im Wege? Wie der einstige Chefscout des BVB betont, sei die Situation beim VfB Stuttgart aktuell zu spannend.

Borussia Dortmund: Aufgabe Nachfolger von Michael Zorc wäre spannende Aufgabe für Sven Mislintat

Im Sommer 2022 würde Sven Mislintat bei Borussia Dortmund jedoch eine nicht minder spannende Aufgabe vorfinden. Nämlich die Weichenstellung für eine erfolgreiche Zukunft seines Heimatvereines.

Ein „Nachhausekommen“, so nannte der Sportdirektor das jüngste Gastspiel des VfB Stuttgart im Signal Iduna Park im SWR, hätte aus Sicht des BVB und des 48-Jährigen also weit mehr als nur einen emotionalen Charakter. Sven Mislintat wäre der perfekte Sportdirektor für „Schwarz-Gelb“.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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