Solidarität und Unterstützung

Vor dem Derby heute: BVB und FC Schalke 04 mit besonderer Botschaft vereint

Das Fußballmagazin „11 Freunde“ hat eine Solidaritäts-Kampagne in die Welt gerufen. Über 800 Spieler und Spielerinnen, auch von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04, sind mit dabei.

Dortmund/Gelsenkirchen – Bisher gibt es keine offen homosexuellen Männer in den deutschen Fußball-Profiligen. Mit einer Kampagne des Magazins „11 Freunde“ setzen sich jetzt über 800 deutsche Fußballer und Fußballerinnen für ihre homosexuellen Kollegen ein.

Magazin11 Freunde
Verkaufte Auflage54.499 Exemplare
Verlag11 Freunde Verlag GmbH & Co. KG (Deutschland)
HerausgeberMatthias Hörstmann
Erstausgabe2000

BVB und Schalke zeigen gemeinsam Solidarität: Kampagne von „11 Freunde“ für homosexuelle Fußballer

Mit dem Slogan „Ihr könnt auf uns zählen!“ stellen sich auf dem Titelblatt und dem Instagram-Account des Magazins mehrere Fußballer und Fußballerinnen an die Seite ihrer Mannschaftskameraden. Unter anderem Max Kruse von Union Berlin ist auf einem der verschiedenen Cover mit einem Schild und diesem Slogan zu sehen.

Aber auch Spieler von Borussia Dortmund und des FC Schalke 04 beteiligen sich an der Aktion. Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des BVB, hat für den gesamten Verein mit allen 850 Mitarbeitern und der Mannschaft unterschrieben. Und auch die gesamte Bundesliga-Mannschaft des S04 ist mit dabei.

Borussia Dortmund und Schalke mit dabei: Solidaritäts-Aktion von „11 Freunde“ mit mehr als 800 Beteiligten

Mit dieser Aktion möchten die mehr als 800 deutschen Fußballer und Fußballerinnen allen homosexuellen Spielern ihre Unterstützung zusichern. „Auch im Jahr 2021 gibt es keinen einzigen offen homosexuellen Fußballer in den deutschen Profiligen der Männer. Die Angst, nach einem Coming-out angefeindet und ausgegrenzt zu werden und die Karriere als Profifußballer zu gefährden, ist offenbar immer noch so groß, dass schwule Fußballer glauben, ihre Sexualität verstecken zu müssen“, heißt es in dem Statement.

Dabei sei es allen aber auch wichtig, zu betonen, dass niemand sich zu einem Coming-out gedrängt fühlen sollte. Jeder dürfe das selber entscheiden, ob und wann er so weit ist, diesen Schritt zu gehen: „Aber wir wollen, dass sich jeder, der sich dafür entscheidet, unserer vollen Unterstützung und Solidarität sicher sein kann.“ Auch die Fuldaer Zeitung berichtet über die von 11 Freunde initiierte Kampagne.

„Ihr könnt auf uns zählen!“ – Kampagne soll Homosexuelle im Fußball unterstützen

In ihrem Instagram-Post schreibt die Redaktion von „11 Freunde“: „Es ist 2021 und noch immer gibt es keinen einzigen offen homosexuellen Fußballer in den deutschen Profiligen der Männer. In der neuen 11 Freunde erklären über 800 Spielerinnen und Spieler der höchsten deutschen Ligen ihre Unterstützung für den Fall, dass sich das ändert.“

Zu der Aktion wurde auf Instagram auch der Hashtag #ihrkönntaufunszählen ins Leben gerufen. Schon viele Leute beteiligten sich. Auch das DFB-Fußballmuseum in Dortmund zeigte Solidarität mit einem großen Banner am Eingang.

Neben dem BVB und dem FC Schalke 04 gehören bekannte Spieler wie Max Kruse (1. FC Union Berlin), Niklas Stark (Hertha BSC), Jonas Hector (1. FC Köln), Bakery Jatta (Hamburger SV), die Nationalspielerinnen Almuth Schult und Alexandra Popp (VfL Wolfsburg) zu den Unterzeichnern der Kampagne von „11 Freunde“. Max Kruse äußerte sich zu der „Ihr könnt auf uns zählen!“-Aktion mit starken Worten: „Wenn sich einer meiner Kollegen outen würde, würde ich ihn vor den Idioten draußen schützen.“

Auch der 1. FC Köln und die Kölner Haie bewiesen in diesem Jahr schon ihre Solidarität gegenüber homosexuelle Fußballern und Fußballerinnen.

BVB und Schalke in gemeinsamer Sache: „Ihr könnt auf uns zählen!“ – Aktion soll Homosexuelle unterstützen

Ex--Bayern-Spieler Phillip Lahm äußert sich dagegen eher kritisch. Er rät von einem Coming-out aktuell ab, da er Zweifel hat, ob die Zeit dafür schon reif ist: „Da muss man enorm stark sein, um das alles zu verkraften“, sagte der 37-Jährige bei seiner Buchvorstellung am Mittwoch (17. Februar) in München.

Er wolle „auf Gefahren hinweisen, man muss sich das genau überlegen.“ Jedoch sei es natürlich wünschenswert, dass jeder die Freiheit hat, sich dazu zu bekennen. Das Thema solle laut Philipp Lahm mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen. Nur dadurch könne sich was ändern. *Die Fuldaer Zeitung und RUHR24 sind Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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