Prozess gegen 15 Verantwortliche

BVB-Profi Emre Can in Justizfall verwickelt: Anwalt untersucht Transfers

Juventus Turin ist im Fokus der Justiz. Neuste Untersuchungen der italienischen Staatsanwaltschaft behandeln auch den Transfer von BVB-Profi Emre Can.

Dortmund/Turin – Korruption, Steuerhinterziehung, Veruntreuung sind leider keine fremden Begriffe im Fußball. Auch Borussia Dortmund hat seine Erfahrung damit gemacht. Unvergessen für BVB-Fans bleibt das abgewendete Insolvenzverfahren. Der 14. März 2005 wurde zum Tag der Erlösung.

BVB-Profi in Justizfall verwickelt: Anwalt nimmt Juve-Transfers unter die Lupe

Doch nicht nur die Westfalen kamen mit den Finanzen in die Bredouille. In Deutschland ebenfalls unvergessen ist beispielsweise die Steuerhinterziehung des ehemaligen Bayern-Bosses Uli Hoeneß. Ganz aktuell blickt die Fußballwelt zum italienischen Top-Klub Juventus Turin.

Wenn ein gesamter Vorstand zurücktritt, dann ist klar, hier brennt der Baum. So auch in Turin. Präsident Agnelli, Vize Nedved und der Rest der Führungsriege legten Ende November 2022 ihre Ämter nieder – zu schwerwiegend waren die langanhaltenden Betrugsvorwürfe gegenüber dem seit 2001 an der Mailänder Börse gelisteten Verein. Wie jetzt bekannt wurde, untersucht die Turiner Staatsanwaltschaft 22 Transfers der vergangenen Jahre – mitunter den von BVB-Profi Emre Can.

BVB-Profi Emre Can wechselte 2020 von Juve nach Dortmund – „anomale Profile“ beim Transfer

Der gebürtige Frankfurter lief von Sommer 2018 bis Sommer 2020 im Trikot der Bianconeri auf, ehe er nach Dortmund wechselte. Zuvor war er von Januar bis einschließlich Ende Juni an den BVB verliehen – aber eben nur verliehen.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn wie das italienische Portal Gazetta berichtet, habe der Transfer von Emre Can laut der Staatsanwaltschaft einige „anomale Profile“.

Bei Juventus Turin brennt der Baum: Neben BVB-Profi Emre Can werden 21 weitere Transfers untersucht

Wie eben beschrieben, habe der endgültige Wechsel Emre Cans ins Ruhrgebiet am 1. Juli 2020 erfolgen müssen. Laut des italienischen Berichts sei der Veräußerungsgewinn von 14,7 Millionen Euro noch im Jahresabschluss zum 30. Juni 2020 vermerkt worden. Hier könnte man von einem ärgerlichen Fehler ausgehen.

Die Staatsanwaltschaft Turin ermittelt gegen Juventus. Der Transfer von Emre Can zum BVB ist Teil davon.

In Anbetracht dessen, dass Juventus Turin in den Jahren 2018 bis 2020 Bilanzfälschung vorgeworfen wird, überprüft die Staatsanwaltschaft jedoch, ob es sich nicht um einen mehr oder weniger cleveren Kniff der Vertuschung handeln sollte. Neben dem Transfer des BVB-Profis werden 21 weitere Deals rund um die Alte Dame gecheckt. Es handele sich um Beträge von etwa 115 Millionen Euro, die mittels vermeintlicher Aktienmanipulation und falschen Rechnungsausstellungen verschoben worden seien. So der Vorwurf.

Auf Juventus Turin warten harte Zeiten. Das steht fest. Nicht nur finanziell geht es beim Verein offenbar bergab. Im Härtefall droht ein Zwangsabstieg in Liga 2, wie das Handelsblatt berichtet. Zu erwarten sei, dass der Prozess gegen Agnelli und die restlichen 14 Angeklagten schon im Frühjahr 2023 beginnt.

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