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Der Vertrag von Lukasz Piszczek (34) beim BVB läuft am Ende der Saison aus. Wenn der Pole seinen Kontrakt nicht erneut verlängert, hinterlässt er ein großes Erbe auf der Rechtsverteidigerposition.

  • Lukasz Piszczek ist beim BVB im zehnten und letzten Vertragsjahr angelangt.
  • Offen ist, wer ihn in Zukunft ersetzt.
  • Lukas Klostermann von RB Leipzig könnte eine Alternative werden.

Lukasz Piszczek ist inzwischen ein echtes Dortmunder Urgestein. Der Pole geht in seine zehnte Saison bei den Schwarzgelben. Nach Marcel Schmelzer (31) ist er damit der dienstälteste Profi bei der Borussia und aktueller Vize-Kapitän. Nach dieser Saison soll aber Schluss sein. Die Lücke, die der 34-Jährige hinterlässt, ist riesig.

Piszczek ist beim BVB zur Legende geworden

Nicht nur für seine sportlichen, sondern gerade auch für seine menschlichen Qualitäten genießt Lukasz Piszczek im Verein und bei den Fans ein großes Ansehen. Die Plattitüde „Echte Liebe“ trifft in diesem Fall zu. Ab der neuen Spielzeit könnte bei Borussia Dortmund aber eine neue Zeitrechnung beginnen. Eine ohne Piszczek.

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Wer beerbt den zweifachen Deutschen Meister und Pokalsieger auf der rechten Abwehrseite?

Hakimi hat die Qualität – Aber keine Perspektive beim BVB

Die nahe liegendste und sportlich hoffnungsvollste Alternative heißt Achraf Hakimi (20). Bereits in der vergangenen Saison präsentierte sich der Marokkaner mit seiner unglaublichen Schnelligkeit sowie seiner Ballsicherheit als perfekter Stellvertreter für Piszczek.

Dass Hakimi Piszczeks Rolle nach dieser Saison tatsächlich weiter ausfüllen wird, scheint aber äußerst unwahrscheinlich, denn der Leihvertrag zwischen dem BVB und Real Madrid endet mit Ablauf des letzten Spieltags. Dass die Königlichen Hakimi danach erneut abgeben, ist angesichts seiner Qualität eher ein Wunschtraum, der zudem mit fürstlichen Kosten einhergehen würde.

Morey muss sich erst noch beweisen

Wohlwissend, dass die rechte Abwehrseite zukünftig eine Menge Qualität verliert, hat Michael Zorc (56) in dieser Saison bereits einen Perspektivtransfer über die Bühne gebracht. Mit Mateu Morey (19) vom FC Barcelona hat der Sportdirektor des BVB einen Rohdiamanten geholt, der auf lange Sicht wohl Piszczeks Aufgabe übernehmen könnte, den Beweis dafür aber erst noch erbringen muss.

Morey
Mateu Morey soll den BVB künftig auf der Außenverteidigerposition verstärken.

Der Spanier kuriert derzeit noch eine Schulterverletzung aus dem Trainingslager aus und ist in dieser Saison auch vorerst für die U23 des Vizemeisters vorgesehen. Dort soll er sich für die 1. Mannschaft empfehlen und Spielpraxis sammeln. Ob er schon im nächsten Jahr soweit ist, bleibt offen.

Wolf nur Notnagel – Passlack ohne Chance

Die beiden anderen zukünftigen Optionen für hinten rechts sind (Stand jetzt) Marius Wolf (24) und Felix Passlack (21). Wolf, der eigentlich in der Offensive zuhause ist, machte seine Sache als Aushilfsverteidiger im vergangenen Jahr zwar ordentlich, wird intern aber nicht als ernsthafte Alternative zu Piszczek gesehen. Er gilt als Notnagel, falls die etatmäßigen Außenverteidiger ausfallen.

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Passlack rückte 2016 erstmals in den Profikader. Er galt als eines der größten Talente Europas. Nun kämpft er in der niederländischen Eredivise bei Fortuna Sittard, der dritten Leihstation in Serie, um seine Karriere. Dass er selbst bei einem positiven Saisonverlauf in die Fußstapfen von Piszczek tritt, darf zumindest angezweifelt werden.

Kommt Klostermann aus Leipzig nach Dortmund?

Dass der BVB für die Zeit nach Lukasz Piszczek noch Verstärkung brauchen könnte, liegt auf der Hand. Ein heißes Gerücht über einen möglichen Transfer von Lukas Klostermann von RB Leipzig machte bereits die Runde. Vieles spricht dafür.

Der 23-Jährige kommt aus dem Ruhrpott. Geboren und aufgewachsen ist er in Herdecke, einem kleinen Ort nur wenige Autominuten von Dortmund entfernt. Zudem war er in seiner Jugend bekennender BVB-Fan.

Lukas Klostermann von RB Leipzig könnte in Zukunft die rechte Defensivseite des BVB beackern. Foto: dpa

Interessant ist darüber hinaus auch Klostermanns Vertragskonstellation. Sein Kontrakt läuft 2021 aus, was bedeutet, dass die Leipziger für ihn nur noch im nächsten Jahr eine Ablösesumme generieren könnten, sofern der frischgebackene Nationalspieler sein Arbeitspapier nicht verlängert.

Bleibt Piszczek doch in Dortmund?

Es stehen noch viele Fragezeichen hinter Dortmunds Rechtsverteidigerposten der Zukunft. So ganz trennen kann sich Piszczek von seiner Borussia aber nicht. Zuletzt schloss er sogar eine weitere Vertragsverlängerung nicht aus:

„Ich möchte nicht eindeutig sagen, dass ich meine Karriere nächstes Jahr beenden werde. Wir werden sehen, wie es läuft. Wenn dann die Option besteht, zu verlängern, stehe ich dem offen gegenüber“, sagte er der polnischen Zeitung Przeglad Sportowy.