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Verkauf von Paco Alcácer beweist: Der BVB hat nicht aus seinen Fehlern gelernt - ein Kommentar

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Paco Alcácer wird den BVB im Winter verlassen.

Borussia Dortmund hat sich von Paco Alcácer getrennt. Damit geht der BVB nur mit einem etatmäßigen Stürmer in die Rückrunde. Das ist ein Fehler. 

  • Borussia Dortmund wird in diesem Winter noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv.
  • Am Donnerstag (30. Januar) hat sich der BVB von Paco Alcácer getrennt.
  • Doch damit stehen die Westfalen vor einem altbekannten Problem.

Dortmund - "Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat eine klassische „Nummer 9“ verpflichtet." Mit der Verpflichtung des Norwegers Erling Braut Haaland (19) bestimmten die Westfalen am 29. Dezember 2019 europaweit die Schlagzeilen.

BVB: Paco Alcácer wechselt von Borussia Dortmund zum FC Villarreal

Knapp einen Monat später, am 30. Januar 2020, wird die Freude über den Transfer des Sturmjuwels allerdings schon wieder leicht eingetrübt. Denn während in der Causa Emre Can (26) eine Entscheidung derzeit noch aussteht, hat Dortmund sein Kapitel mit Paco Alcácer (26), der BVB-Torjäger Erling Haaland eine Botschaft schickte, am Donnerstag beendet. Der 26-Jährige verlässt den BVB und wechselt zum FC Villarreal.

Heißt: Der BVB wird aller Voraussicht nach nicht mit zwei etatmäßigen Stürmern in die zweite Hälfte der Bundesliga-Saison 2019/2020 gehen. Ein zweiter Stürmer bei Borussia Dortmund? Da war doch was.

Kein zweiter Stürmer beim BVB: Borussia Dortmund steht erneut vor einem Problem

"Wir haben einen Fehler gemacht: Wir hätten definitiv eine zweite Nummer 9 verpflichten müssen. Wohl wissend, dass es auch Argumente dagegen gibt", diese Aussagen sind gerade mal zwei Monate alt.

Getätigt wurden sie von Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60) auf der Mitgliederversammlung des BVB am 24. November. Zum damaligen Zeitpunkt musste sich der Deutsche Vizemeister noch vom blamablen 3:3-Unentschieden gegen den SC Paderborn (22. November) erholen. 

Borussia Dortmund: Paco Alcácer scheut den Konkurrenzkampf beim BVB

Die Stimmung bei den Verantwortlichen des BVB sowie bei den anwesenden Mitgliedern war daher maximal angespannt. Sportdirektor Michael Zorc (57) setzte den subtil verfassten "Arbeitsauftrag" seines Geschäftsführers prompt in die Tat um und präsentierte mit der Verpflichtung von Erling Haaland einen zweiten Stürmer für Borussia Dortmund. 

Die freudige Botschaft kam allerdings scheinbar nicht bei allen BVB-Akteuren gleichermaßen gut an. Bei Paco Alcácer stieß sie beispielsweise nicht auf Gegenliebe. 

BVB: Paco Alcácer war bei Lucien Favre meist nur zweite Wahl

Knapp anderthalb Jahre nach seiner Verpflichtung nimmt der Stürmer bei Borussia Dortmund nämlich schon wieder Reißaus. Einen zweiten Angreifer wollte Paco Alcácer offenbar nicht in seinem Revier tolerieren. Warum sollte man sich als ambitionierter Stürmer auch einem unnötigen Konkurrenzkampf aussetzen? Und dann auch noch gegen einen 19-jährigen Norweger.

Dabei fiel der Spanier bereits lange vor der Verpflichtung von Erling Haaland durch das Raster von BVB-Trainer Lucien Favre (62). Der 62-Jährige setzte in der laufenden Bundesliga-Saison schließlich nur in sechs Spielen von Beginn an auf den 26-Jährigen.

BVB: So machte sich Paco Alcácer für Borussia Dortmund entbehrlich

Da hilft offensichtlich nur noch eines: Sich durch mangelnde Trainingsleistung entbehrlich für den Kader des BVB zu machen. So geschehen zum Rückrundenauftakt gegen den FC Augsburg (5:3, am 18. Januar).

"Paco Alcácer ist nicht bereit, uns heute zu helfen", lautete die niederschmetternde Botschaft von Lucien Favre vor Spielbeginn. Eine Woche später (24. Januar), beim 5:1-Heimsieg gegen den 1.FC Köln, stand der Spanier zwar im Kader des BVB, wurde allerdings als einziger Spieler nicht zum Aufwärmen geschickt.

Borussia Dortmund: BVB geht ohne zweiten Stürmer in die Rückrunde

Erneut ein deutlicher Fingerzeig. Das Tischtuch zwischen Paco Alcácer und Lucien Favre war somit endgültig zerschnitten. Ein Wechsel des 26-Jährigen wurde unumgänglich. 

Damit stellt der Spanier seinen jetzigen Ex-Arbeitgeber jedoch vor ein altbekanntes Problem. Denn Borussia Dortmund muss auch in der zweiten Saisonhälfte mit nur einem etatmäßigen Stürmer auskommen.

Im November des vergangenen Jahres wurde dies noch von Hans-Joachim Watzke als unzureichend befunden. Aus gutem Grund. Zum einen konnte Erling Haaland aufgrund einer Knieverletzung über weite Teile des Dezembers nicht trainieren. 

Video: BVB-Geschäftsführer Hans Joachim Watzke setzt Dortmunder unter Druck

Und zum anderen konnten sich die übrigen Offensivspieler im Kader des BVB nicht nachdrücklich für Einsätze im Sturmzentrum der Westfalen empfehlen oder sind auf anderen Positionen deutlich besser aufgehoben. 

Sollte Borussia Dortmund in der Rückrunde über längere Zeit auf Erling Haaland verzichten müssen, hätte der BVB folglich ein ernstzunehmendes Problem. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Weltmeistertorschütze Mario Götze (27) bei Lucien Favre derzeit fast noch weniger Beachtung findet als die eindringlichen Klima-Appelle von Greta Thunberg (17) bei US-Präsident Donald Trump (73).

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.