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Bei der 1:3-Niederlage gegen Union Berlin enttäuscht der BVB auf ganzer Linie. Offensiv wie defensiv offenbaren sich deutliche Schwächen.

  • Borussia Dortmund verliert 1:3 bei Aufsteiger Union Berlin.
  • Gegen mutige Berliner agierte der BVB defensiv anfällig und offensiv harmlos.
  • Trainer Lucien Favre korrigierte sein defensives System zu spät.

Nach zwei Erfolgen an den ersten beiden Spieltagen erlebte Borussia Dortmund am dritten Spieltag einen herben Rückschlag. Gegen freche Berliner kam Schwarzgelb über 90 Minuten nicht auf Betriebstemperatur.

Favres Wechsel bleiben ohne Wirkung

Schon im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln in der vergangenen Woche mühte sich der Vizemeister bis weit in die zweite Hälfte. Damals konnte Lucien Favre mit personellen und taktischen Umstellungen noch eine Wende herbeiführen.

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Acht Tage später gelang dies nicht. Bei Union Berlin zeigte der selbst ernannte Titelkandidat eine erschreckend schwache Leistung. Die Einwechselungen von Dahoud, Guerreiro und Bruun Larsen blieben ohne Wirkung.

BVB-Offensive in Halbzeit zwei ein Totalausfall

Dabei passte es ins Bild, dass Dortmund zwei der drei Gegentore im Anschluss an Standardsituationen kassierte. Ein Problem das bereits in der Saison 2018/19 mehrfach in Erscheinung trat.

Der Kritik stellen muss sich ausdrücklich auch die Offensive des BVB. Gab es im ersten Durchgang wenigstens noch einige zählbare Angriffe, glich Halbzeit zwei einem Totalausfall. Nach dem Führungstreffer der Unioner lief Dortmund zwar kontinuierlich an, blieb aber komplett harmlos.

Brandt bemängelt fehlenden Willen

Julian Brandt stellte nach Schlusspfiff fest, dass die Heimmannschaft den „größeren Willen“ gezeigte hätte. Eine Erkenntnis, die nicht von der Hand zu weisen ist. Nicht zum ersten Mal machte der BVB zu wenig aus seinen personellen Qualitäten. Diese Entwicklung war bereits in der Rückrunde der abgelaufenen Saison zu erkennen.

Diese Tatsache führt zwangsläufig auch zu Trainer Lucien Favre. Der Schweizer Coach scheut oftmals das Risiko. Gegen Köln bedurfte es eines Rückstandes, damit System und Personal mutiger ausgerichtet wurden. Auch gegen den zweiten Aufsteiger setzte Favre zunächst auf defensive Stabilität. Statt einem offensiven 4-3-3 oder 4-1-4-1 wählte er wieder das 4-2-3-1 mit zwei Sechsern.

BVB-Coach sieht viel Handlungsbedarf

Selbst als der BVB im zweiten Durchgang keinerlei offensive Akzente zustande brachte, reagierte der 61-Jährige immer noch nicht. Erst nach dem dritten Gegentor des Abends brachte Favre Raphael Guerreiro für Julian Weigl. Zu diesem Zeitpunkt war es allerdings schon zu spät für eine Wende.

Dass Handlungsbedarf besteht, hat der Schweizer indes festgestellt. Im Sky-Interview deutete er an, dass es „nicht nur Kleinigkeiten“ seien, die korrigiert werden müssten.