Achtelfinale der Champions League

Trotz Elfmeter-Drama einmal die Note 1: Die BVB-Einzelkritik zum Spektakel gegen FC Sevilla

Erling Haaland schießt ein Tor.
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Zwischen Elfmeter-Chaos und Erleichterung: Der BVB bekommt insgesamt eine Einzelkritik mit guten Noten.

Borussia Dortmund ist im Viertelfinale der Champions League. Gegen den FC Sevilla blühte der BVB insbesodnere in der zweiten Halbzeit aus. Alle Noten in der Einzelkritik.

Dortmund – Ein echter Champions-League-Krimi spielte sich um kurz vor 23 Uhr im Westfalenstadion ab. Kurz vor Abpfiff erzielte der FC Sevilla das 2:2 gegen den BVB. Doch nach einer verschlafenen ersten Halbzeit zeigten die Spieler von Borussia Dortmund Kampfgeist und das wird belohnt – auch in den Noten der Einzelkritik.

BVB-Einzelkritik zum Spiel gegen FC Sevilla: Alle Noten zum Champions-League-Achtelfinale

Marwin Hitz: Der Keeper wurde nach einem Fehlpass von Emre Can in der dritten Minute früh gefordert, doch konnte den Schuss von Lucas Ocampos parieren. Insgesamt war Marwin Hitz im Spiel immer da, wenn er da sein musste. Beim Elfmeter von Yussuf En-Nesyri, bei dem der Stürmer den Ball mit vollem Wumms unter die Latte und ins Tor schoss, war der BVB-Torwart chancenlos. Ebenso beim Gegentor in der Nachspielzeit. Als es danach nochmal spannend wurde, konnte er den letzten Torschuss festhalten. Note: 2

Mateu Morey: Der junge Spanier gab sich unerschrocken und stabil auf der rechten Seite. Nach dem Elfmeter-Slapstick und dem zweiten BVB-Tor schnappte er sich den Torschützen Erling Haaland, der sich eine verbale Rangelei mit Sevilla-Torwart Bono lieferte, und deeskalierte. Stark am Ball schloss er die meisten Dribblings des Spiels ab und gewann ganze acht Zweikämpfe für sich. An Toren war er jedoch nicht beteiligt. Note: 3

BVB-Einzelkritik zum Spiel gegen FC Sevilla: Emre Can bekommt als Unsicherheitsfaktor Note 4

Emre Can: Seine erste Aktion war einer von vielen Fehlpässen. Der Querschläger in der dritten Minute auf Ocampos hätte böse enden können, aber Hitz war zur Stelle. Gegen den FC Sevilla waren zwar Typen wie Emre Can gefragt – mit Kampfgeist und einer gesunden Portion Aggressivität – allerdings schoss der Verteidiger stellenweise über das Ziel hinaus und verursachte in der 66. Minute durch einen unnötigen Schubser gegen De Jong den Elfmeter. Als Unsicherheitsfaktor bekommt er in der Einzelkritik nur Note: 4

Mats Hummels: Gerade in der ersten Halbzeit war der BVB-Abwehrchef ordentlich gefordert. Der FC Sevilla gestaltete das Spiel, Borussia Dortmund stand zeitweise mit elf Mann in der eigenen Hälfte. Mats Hummels war aber zur Stelle, verteidigte sogar über die Mittelfeldlinie hinaus und hörte damit auch in der Nachspielzeit nicht auf (90+1). An den Gegentoren war er nicht beteiligt. Note: 2

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BVB-Einzelkritik zum Spiel gegen FC Sevilla: Mittelmäßige Noten für die Defensive

Nico Schulz: Ein gleichwertiger Ersatz für den verletzten Raphael Guerreiro ist Nico Schulz noch nicht. Er verursachte – insbesondere in der ersten Hälfte – immer wieder brenzlige Situationen vor dem eigenen Tor, leitete beispielsweise das Spiel mit einem Fehlpass in der zweiten Minute ein oder verursachte einen Freistoß am Dortmunder Strafraum (10.). Seine Beteiligung am ersten Tor wertet seine Leistung auf. Intelligent nahm er den Ball auf und spielte ihn weiter auf Mahmoud Dahoud. Note: 3

Thomas Delaney: Die wohl beste Szene war, als Thomas Delaney in der 35. Minute zwei Gegenspieler auf sich zog, sodass Nico Schulz den Ball mitnehmen und dann auf Dahoud ablegen konnte. Der wiederum fand Marco Reus, der auf Haaland ablegen konnte. Der 20-Jährige schoss dann das erste Tor für den BVB. Ansonsten ein eher unauffälliges Spiel des stillen Malochers. Note: 3

BVB-Einzelkritik zum Spiel gegen FC Sevilla: Mahmoud Dahoud als Antreiber und Kreativ-Leader

Mahmoud Dahoud: Immer wieder versuchte er es mit Distanzschüssen. Gerade in der schwächeren ersten Hälfte aus schwarz-gelber Sicht sorgte Mahmoud Dahoud für Aufreger, wie in den Minuten 5. und 13 – allerdings belohnte er sich nicht mit einem Tor. Er war der Spieler, den die Zuschauer hören konnten, wenn er von seinen BVB-Teamkollegen forderte „Sprechen!“ oder „Weiter!“. Besonders schön war sein Pass in der 35. Minute in die Tiefe auf Marco Reus, der dann auf Erling Haaland ablegen konnte. Die Vorarbeit zum 1:0 bringt ihm in der Einzelkritik die Note: 1,5

Jude Bellingham zeigte großen Kampfgeist und musste viel einstecken. Dafür wurde er aber in der BVB-Einzelkritik belohnt mit der Note 2.

Jude Bellingham: Er ist ein Wirbelwind auf dem Platz. Jude Bellingham überzeugte mit Körpereinsatz und dem Zug zum Ball. Mit gerade einmal 17 Jahren musste er insbesondere in der zweiten Halbzeit viel von Gegenspieler Fernando einstecken. Er war der meistgefoulte Spieler des Spiels (5-mal). Hielt auch dann Stand, wenn der FC Sevilla Druck aufbauen wollte. Doch hielt nicht nur dagegen, sondern leitete auch immer wieder schöne Aktionen ein. Die starke Vorstellung bringt ihm die Note: 2

BVB-Einzelkritik zum Spiel gegen FC Sevilla: Kapitän von Borussia Dortmund überzeigt und bekommt Note 2

Marco Reus: Eine Szene des Abends ist sicherlich, als Marco Reus von Erling Haaland hochgehoben wurde. Der Youngster und der Routinier. Ein Dreamteam. Er bereitete das 1:0 vor. Suchte stets den torhungrigen Norweger wie etwa in der 62. Minute mit einem Pass durch die Beine eines spanischen Abwehrspielers. War nicht nur im Angriff, sondern auch in der Verteidigung präsent. Note: 2

Thorgan Hazard: Auch Thorgan Hazard glänzte stets als Vorbereiter. Wie etwa sein selbstloses Abspiel auf Erling Haaland in der 13. Minute zeigte, hier hätte er es allerdings selbst versuchen müssen. Probierte es auch ab und an selbst (46.) – ein Tor wollte ihm allerdings nicht glücken. Beinahe hätte er einen Assist sammeln können, als er in der 51. Minute mit Erling Haaland einen Doppelpass herausspielte und der Norweger aus spitzem Winkel den Ball über die Linie hob. Der Schiedsrichter pfiff das Tor allerdings wegen eines angeblich vorangegangenen Fouls zurück. Nachdem er eine lange Verletzungspause hinter sich hat, musste in der 66. Minute für Felix Passlack vom Platz. Note: 2,5

BVB-Stürmer Erling Haaland war wieder der Star des Spiels und kassiert in der Einzelkritik die beste Note.

BVB-Einzelkritik zum Spiel gegen FC Sevilla: Erling Haaland ist wieder Matchwinner und bekommt Note 1

Erling Haaland: Ein weiteres Mal ist er der Spieler des Spiels. Erling Haaland schoss nicht nur beide Dortmunder Tore, sondern behielt auch im VAR- und Elfmeter-Chaos einen kühlen Kopf. Nachdem sein zweites Tor, das er astrein aus spitzem Winkel verwandelte, zurückgepfiffen wurde, musste er an den Elfmeterpunkt antreten. Denn eine Minute zuvor wurde er im Strafraum gefoult. Den ersten Elfmeter konnte Sevilla-Keeper Bono zwar halten, weil er sich aber zu früh von der Linie bewegte, wurde er wiederholt. Erling Haaland suchte sich die gleiche Ecke aus, dieses Mal sollte der Ball aber reingehen. Sieben Minuten und zehn Sekunden dauerte das Drama an. Der bullige Norweger brach den nächsten Rekord und hat mit 20 Jahren in 14 Champions-League-Spielen jetzt 20 Tore geschossen. Er ist eine Marke für sich und erhält in der Einzelkritik die beste Bewertung. Note: 1

Felix Passlack: Kam in der 66. Minute für den entkräfteten Thorgan Hazard. Er sollte nach hinten aushelfen und die Abwehr dicht machen, was ihm in weiten Teilen gelang. Note: 3

Dan-Axel Zagadou: Kam in 89. Minute für Nico Schulz. Beim Elfmeter von En-Nesyri kam er nicht an seinen Gegenspieler ran, verteidigte aber sonst alles solide weg. Er bleibt in der Einzelkritik: Ohne Note

Thomas Meunier: Kam in der Nachspielzeit für Mateu Morey. Hatte allerdings auch kaum Zeit, sich zu beweisen. Ohne Note