Ex-Kicker mit Ansage

BVB: Neven Subotic kritisiert Vereinsbosse scharf

Neven Subotic hat 15 Jahre Profi-Fußball hinter sich. Zeit, um Revue passieren zu lassen. Dabei kritisiert er sich - und die Verantwortlichen des BVB.

Dortmund – 15 Jahre war er Teil der Profi-Branche, mit Ablauf der vergangenen Saison hat er seine Schuhe an den Nagel gehängt: Nun rechnet Neven Subotic mit dem Fußball-Geschäft ab – und kritisiert die Verantwortlichen von Borussia Dortmund scharf.

PersonNeven Subotić
Geboren10. Dezember 1988 (Alter 33 Jahre), Banja Luka, Bosnien-Herzegowina
Größe1,93 Meter

BVB: Neven Subotic kritisiert Vereinsbosse und Branche scharf

Im Gespräch mit Jochen Breyer im Aktuellen Sportstudio lässt Neven Subotic kein gutes Haar an den BVB-Bossen. Dass der Ex-Profi während seiner Zeit in Dortmund eine Stiftung ins Leben gerufen habe, sei bei den Klub-Verantwortlichen nicht gut angekommen, sagte er am Samstagabend (16. Juli) in der Sendung.

„Mir wurde deutlich gemacht, dass ich mit der Stiftung mal den Ball flacher halten soll“, berichtete Subotic. „Mir wurde angehangen, dass ich mich einen Tag vor dem Spiel mit jemanden zu einem Kaffee getroffen habe. Mir wurde angehangen, dass ich einen Kalender habe, in dem ich meine Termine eintrage.“

BVB: Neven Subotic feierte mit Borussia Dortmund Erfolge, heute kritisiert er den Klub

Neven Subotic hatte von Juli 2008 bis Januar 2017 für Borussia Dortmund gespielt sowie von Juli 2017 bis Januar 2018. Mit dem BVB gewann er zweimal die Deutsche Meisterschaft, holte zweimal den DFB-Pokal und stand im Champions-League-Finale in London. Eine Zeit, in der Subotic sehr viel Geld verdiente, dies der Welt gerne zeigte und sich selbst verlor, wie er heute weiß.

Subotic habe damals vier Autos und ein Motorrad besessen, doch glücklich habe ihn das nicht gemacht, sagte er. Doch dieses Scheinleben, wie er es nennt, sei ihm damals von Außenstehenden als richtig bezeichnet worden. „Mir wurde eingetrichtert: So lange du Fußball spielst, so lange ihr gewinnt: Alles andere spielt gar keine Rolle. Und ich habe das geglaubt.“

Neven Subotic spielte insgesamt neun Jahre für den BVB.

BVB: Neven Subotic ließ sich von Fußball-Welt blenden

Doch Neven Subotic begann zu hinterfragen. „Das Gewissen hat mir irgendwann gesagt: Das brauchst du eigentlich nicht.“

Er erklärte: „In dem Moment, als ich Fußballer geworden bin, wurde es mal ganz weit nach hinten verdrängt, weil alles geglitzert hat. Stadien, die 1. Bundesliga, das war für mich sehr beeindruckend. Eine ganz neue Nische, in der man sich befindet. Man ist auf einmal in der Dortmunder Elite unterwegs, die ja auch alle einen Duktus und eine eigene Kultur pflegen.“

Heute schäme sich der inzwischen 33-Jährige für sein damaliges Verhalten. Seine Zeit im BVB-Trikot und als Fußball-Profi hat er in einem Buch aufgearbeitet, das kürzlich erschienen ist: „Alles geben – warum der Weg zu einer gerechteren Welt bei uns selbst anfängt.“

Nach seiner Zeit beim BVB lief Neven Subotic unter anderem für Union Berlin auf.

BVB: Neven Subotic hinterfragt Aus bei Borussia Dortmund

In seinem Buch kritisiert Subotic die BVB-Verantwortlichen weiter, wie er im Aktuellen Sportstudio sagte. „Wir hatten unsere Charity-Aktionen einmal im Jahr. Da sind wir ins Kinderkrankenhaus mit Fotografen noch dabei“, aber dass er sich ernsthaft gesellschaftlich engagiere, sei eher nicht gewollt gewesen.

„Einige Funktionäre kannten das nicht. Die hatten gar keine Beziehung dazu und haben aus diesem Unwissen heraus eine Position entwickelt, weil sie das nicht kennen, weil sie ein Gefühl dafür haben, dass es ablenken könnte, rein theoretisch, dass es negativ zu bewerten war.“

Subotic denkt, der BVB habe ihn loswerden wollen. „Vielleicht wollte man mich auch an einem gewissen Punkt nicht mehr beim Verein haben, dann sucht man irgendwelche Gründe.“

BVB: Neven Subotic drückt Borussia Dortmund im Meisterschaftskampf die Daumen

Bei aller Kritik gegenüber den Vereinsverantwortlichen des BVB drückt Neven Subotic dem Klub im Kampf um die Meisterschaft die Daumen. „Ich glaube und hoffe das jedes Jahr. Ich glaube, in diesem Jahr ist eine gewisse höhere Chance und Wahrscheinlichkeit, dadurch, dass die Bayern einen Umschwung haben“, sagte der Ex-Kicker.

Subotic findet: „Ein Sadio Mané ist zwar ein herausragender Spieler, aber dass er mehr Tore schießen wird als Robert Lewandowski – oder genauso viele – in seinem ersten Jahr in einer neuen Liga, in einem neuen Land, in einer neuen Mannschaft, das ist noch offen.“

Rubriklistenbild: © Martin Hoffmann/Imago, Fotomontage: RUHR24

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