Kommentar

BVB geht mit neuem Pokal-Trikot faulen Kompromiss ein – und trickst Fans aus

Das neue Cup-Trikot des BVB ist ein fauler Kompromiss. Borussia Dortmund und Puma haben die Fans ausgetrickst. Ein Kommentar von RUHR24-Autor Nicolas Luik.

Dortmund - Sportlich hat Borussia Dortmund am Mittwoch (15. September) überzeugt. In der Außendarstellung hat sich der BVB trotzdem eine Pleite eingehandelt.

VereinBorussia Dortmund (BVB)
Gründung19. Dezember 1909
StadionSignal Iduna Park
TrainerMarco Rose

BVB geht faulen Kompromiss ein – Logo fehlt auf neuem Trikot nur vermeintlich

Jude Bellingham wirbelte beim kaum gefährdeten 2:1-Sieg des BVB gegen Besiktas wie ein Magier über den Platz. Das grelle Neongelb seines Trikots erinnerte erfahrene Fans unweigerlich an sportlich glorreiche Zeiten in den 90er Jahren, als der Verein die Champions League gewann.

Was sich zwischen den Zeilen auf dem neuen Cup-Trikot des BVB abspielt, lässt Fan-Herzen aber bluten. Wo eigentlich das schwarz-gelbe Logo erstrahlen muss, auf der Brust, herrscht jetzt gähnende Leere.

BVB trickst Fans aus – Logo auf neuem Trikot nur als Wasserzeichen und fast unsichtbar

Zumindest auf den ersten Blick. Denn tatsächlich ist ein kaum sichtbares Logo auf der Brust eingraviert. Damit machte der BVB zumindest seine Ankündigung wahr, dass das Cup-Trikot letztendlich nicht so aussehen werde, wie zunächst ein Leak vermuten ließ.

Mit diesem Trick hat der Verein die Fans zumindest nicht angelogen. Doch die neue Trikot-Version entpuppt sich als fauler Kompromiss. Man stelle sich vor: Der BVB gestaltet das Logo – als Aushängeschild auf der Brust – bewusst farblos als Wasserzeichen.

Erling Haaland trug in der Champions League gegen Besiktas erstmals das Cup-Trikot des BVB.

BVB vom Ausrüster verdrängt: Die Hauptsache ist, dass das Puma-Logo beim Trikot ganz oben steht

Bloß nicht auffallen ist die Devise. Kurz gesagt: Ausrüster Puma zieht Borussia Dortmund an der Nase durch die Manege. Denn das Logo des Sportartikel-Herstellers ist prominent und werbewirksam zuoberst auf dem neongelben Leibchen angebracht.

Man wolle mit gängigen Design-Ideen brechen, neue Wege gehen, so ist von Puma zu hören. Der neue Weg mit der Maxime: Solange das eigene Logo ganz oben prangt, kann das übrige Trikot aussehen wie ein 5-Euro-Stück vom Basar.

BVB ist Massenware statt „Echte Liebe“: Neues Puma-Trikot sendet befremdliches Signal an Fans

Von Borussia Mönchengladbach, AC Mailand, Manchester City und Olympique Marseille unterscheidet den BVB optisch jetzt nur noch die Farbe des Trikots. Borussia Dortmund verkauft sich nun mehr als Massenware statt mit „echter Liebe“.

Puma möchte nach eigenen Angaben „die Wahrnehmung eines herkömmlichen Fußball-Trikots ändern“, „das traditionelle Design challengen“ und „die Grenzen so weit wie möglich verschieben“. Das ist definitiv gelungen. Aber auf eine befremdliche Art und Weise.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Mustafa Alkac/dpa

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