Ex-Schützling von Dortmund im Fokus

Zorc kontert Gündogan: BVB-Sportdirektor schießt deutlich gegen Spieler und Berater

Ex-BVB-Spieler Ilkay Gündogan hat die geplante Reform der Champions League deutlich kritisiert. Jetzt reagiert Michael Zorc.

Dortmund – Ab der Saison 2024/2025 wird die Champions League in einem völlig veränderten Modus ausgetragen. Das betrifft auch Borussia Dortmund. Schon am Montag (19. April) verabschiedete das Exekutivkomitee der UEFA die neue Reform.

NameMichael Zorc
Geboren25. August 1962
VereinBorussia Dortmund
Größe1,83 Meter

BVB: Ex-Dortmunder Ilkay Gündogan kritisiert Champions-League-Reform

In etwas mehr als drei Jahren wird im europäischen Spitzenfußball nichts mehr so sein, wie es war. Die Champions League wird von 32 auf 36 Teilnehmer aufgestockt. Statt bisher 125 Spiele stehen dann insgesamt satte 225 Spiele an.

Der umstrittene Modus sorgt in der Fußballlandschaft für flächendeckende Kritik. Auch Ex-BVB-Spieler Ilkay Gündogan (30) hat kürzlich seinen Unmut über die Neuerung kundgetan.

BVB: „Denkt denn niemand an uns Spieler?“ Ilkay Gündogan ärgert sich über zu viele Spiele

„Mit all dem Super-League-Zeug... können wir bitte auch über das neue Champions-League-Format sprechen?“, fragte er seine Follower via Twitter. „Immer mehr Spiele. Denkt denn niemand an uns Spieler?“

Die Teilnehmer der Champions League sollen auch im Dezember und im Januar auflaufen, sobald die Reform in Kraft tritt. Für Ilkay Gündogan ist diese Entscheidung nicht viel besser als der kuriose Plan einer europäischen Super League, dem der BVB unlängst eine Absage erteilt hat.

Ex-BVB-Spieler Ilkay Gündogan hat Kritik an der Champions-League-Reform geäußert.

BVB: Michael Zorc reagiert auf Champions-League-Kritik von Ilkay Gündogan

Das neue Format sei „im Vergleich nur das kleinere der beiden Übel.“ Und: „Das aktuelle Champions-League-Format funktioniert super und ist darum der beliebteste Klubwettbewerb der Welt. Für uns Spieler und für die Fans.“

Für diese Meinung erntet der deutsche Nationalspieler, der im Sommer 2016 vom BVB zu Manchester City gewechselt ist, nicht nur Applaus. Der Dortmunder Sportdirektor Michael Zorc (58) etwa will seinem Ex-Spieler nicht vollumfänglich zustimmen, was die Kritik an der Champions-League-Reform angeht.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc über Champions-League-Reforn: „Aus sportlicher Sicht kein Fan“

„Sie stellt natürlich einen Kompromiss dar, wie wir in vielen Lebensbereichen mit Kompromissen leben müssen“, sagte Michael Zorc auf der Pressekonferenz vor dem Spiel des BVB beim VfL Wolfsburg (zum Live-Ticker). Zwar gab er zu: „Aus rein sportlicher Sicht bin ich kein Fan davon.“

Was dann folgte, war nicht speziell an Ilkay Gündogan gerichtet. Sondern vielmehr eine Kritik an der Berufsauffassung einiger Spieler und Berater generell. Von vielen Akteuren sei schließlich zu hören, dass es zu viele Spiele seien und Zurückhaltung geboten wäre.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc kritisiert Spieler und Berater scharf

„Dann möchte ich gerne aus Vereinssicht anfügen: Ich würde gerne diese Zurückhaltung auch in Vertragsgesprächen sehen“, schoss Michael Zorc. Diese Ansage an Spieler und Berater hat gesessen.

Soll heißen: Wer beim BVB fürstlich entlohnt werden will, soll auch dafür sorgen, dass sein Arbeitgeber entsprechendes Geld verdienen kann. „Wir machen das ja auch, um weitere Einnahmenquellen zu generieren. Wir brauchen da eine gesunde Balance.“

BVB-Sportdirektor Michael Zorc schaut skeptisch: Die Champions-League-Reform sieht er auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

BVB: Champions-League-Reform soll neuen Geldsegen bringen

In dem neuen „Schweizer Modell“ der Champions League soll die Gruppenphase komplett entfallen. Stattdessen ist geplant, dass alle 36 Teams in einer Liga spielen.

Jede Mannschaft spielt dann zehn Spiele gegen zehn unterschiedliche Gegner, die per Losentscheid ermittelt werden. Die besten acht Mannschaften qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale. Die Teams auf den Plätzen 9 bis 24 ermitteln in einer Play-Off-Runde mit Hin- Und Rückspiel die acht weiteren Teilnehmer.

Die Champions-League-Reform garantiert vor allem eines: Spiele satt. Von den zusätzlichen 100 Partien im Vergleich zum aktuellen Modus versprechen sich die Top-Vereine wie der BVB vor allem zusätzliche Fernsehgelder. Wie die Millionen unter den Vereinen aufgeteilt werden, ist aktuell noch nicht bekannt.

Rubriklistenbild: © Kirchner/David Inderlied

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