Sportdirektor von Borussia Dortmund

Debatte um Corona-Impfung: BVB-Sportdirektor Zorc mit klarer Meinung über Rummenigge

Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München hat mit umstrittenen Aussagen zur Corona-Impfung polarisiert. Jetzt spricht Michael Zorc zu dem Thema.

Dortmund – Fußballer des FC Bayern München als Vorbilder, um die Akzeptanz der Bevölkerung für die Corona-Impfung zu erhöhen? Dieser Vorschlag von Karl-Heinz Rummenigge (65) hat jüngst für geteilte Meinungen gesorgt. BVB-Sportdirektor Michael Zorc (58) vertritt einen klaren Standpunkt.

NameMichael Zorc
VereinBorussia Dortmund (Sportdirektor)
Geboren25. August 1962 (Alter 58 Jahre), Dortmund
Größe1,83 Meter
EhepartnerinJola Zorc
VaterDieter Zorc

BVB-Sportdirektor Zorc zur Impfdebatte im Fußball: „Logisch, dass das keine Option ist“

Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München hatte gegenüber Sport1 erklärt: „Lässt sich beispielsweise ein Spieler des FC Bayern impfen, wächst das Vertrauen in der Bevölkerung“. Als ehemaliger Fußballer wisse er, was der Körper für einen Sportler bedeute: „Alles“.

Zwei Dinge würden auffallen. Erstens: „Aktuell haben wir offensichtlich noch zu wenig Impfstoff“. Und zweitens: „Ein Teil der Bevölkerung betrachtet das Impfen aus Sorge vor möglichen Nebenwirkungen noch kritisch.“

BVB oder FC Bayern als Vorbild? Karl-Heinz Rummenigge polarisiert mit Aussagen zur Corona-Impfung

„Hier kann der Fußball aber etwas ganz Wichtiges leisten und mit gutem Vorbild vorangehen“, lautete deshalb der Vorschlag von Karl-Heinz Rummenigge zur Corona-Impfung. „Wir wollen uns überhaupt nicht vordrängen, aber Fußballer könnten als Vorbild einen gesellschaftlichen Beitrag leisten“.

Die Aussagen wurden später kontrovers diskutiert. Es sehe so aus, als wolle der Boss des FC Bayern München vor allem seine eigenen Probleme lösen, kritisierte etwa Dagmar Freitag (SPD), Vorsitzende des Bundestag-Sportausschusses. Nämlich: „Gesunde Spieler zu haben und nicht, die Impfbereitschaft in unserem Land zu erhöhen“.

Karl-Heinz Rummenigge wünscht sich Fußballprofis als Vorbilder hinsichtlich der Corona-Impfung.

BVB und FC Bayern München: Fußballklubs müssen sich bei Corona-Impfung hinten anstellen

Fußballklubs wie der FC Bayern München und Borussia Dortmund als Vorreiter? Die Impfverordnung der Bundesregierung sieht eine ganz andere Reihenfolge vor.

Zunächst wird die Corona-Impfung für Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen, Personen über 80 Jahren und gewisses Personal im medizinischen Bereich zugänglich gemacht. Auch in den nachkommenden Impfgruppen folgen Personengruppen, die wegen ihres Alters, ihres Gesundheitszustandes oder ihres Berufes Vorrang erhalten sollen.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc: Karl-Heinz Rummenigge wurde missverstanden

Körperlich austrainierte Profifußballer, die aufgrund des Hygienekonzeptes der Deutschen Fußball Liga (DFL) in einer Blase leben, gehören nicht dazu. Dieses Vorgehen begrüßt Michael Zorc (58).

Der Sportdirektor äußerte sich zum Thema auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel seines BVB gegen die TSG Hoffenheim (zum Live-Ticker). Dass Karl-Heinz Rummenigge eine frühere Corona-Impfung für Bundesliga-Profis gefordert habe, glaube er nicht.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc erklärt: Das wollte Karl-Heinz Rummenigge zur Corona-Impfung sagen

„Ich bin der Meinung, dass kein Fußballer – allesamt junge und gesunde Menschen – jetzt älteren Menschen oder Pflegekräften oder am Ende dann in der Kette weitergehend Polizisten, Lehrern et cetera eine Impfe wegnehmen sollte“, so Michael Zorc. „Das fordert auch niemand, das denkt auch niemand.“

Die Worte von Karl-Heinz-Rummenigge erklärt sich das BVB-Urgestein wie folgt: „Ich glaube, die Aussage war darauf gerichtet: Wenn vielleicht im Sommer für alle Impfstoff vorhanden ist, dass man dann einer Vorbildfunktion gerecht werden kann, um vielleicht für mehr Impfbereitschaft zu werben.“

BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat sich zur Vorbildrolle von Fußball-Profis in der Corona-Pandemie geäußert.

BVB und Fortuna Düsseldorf: Zorc und Allofs sehen Corona-Impfung für Profis noch nicht als Option

Also nur eine Zukunftsoption? „Jetzt ist es logisch und nachvollziehbar, dass das keine Option ist“, so Michael Zorc. In eine ähnliche Kerbe schlug zuvor schon Klaus Allofs (64) bei der Rheinischen Post.

Der Vorstand für Fußball und Entwicklung und Kommunikation bei Fortuna Düsseldorf lehnt eine besondere Rolle bei der Corona-Impfung für die Fußballer von BVB, Bayern München und anderen Profiklubs ab.

Corona-Impfung für Profi-Fußballer schon frühzeitig? Auch Bayern-Trainer Hansi Flick äußert sich

„Nein, unsere Gesellschaft ist schon gespalten genug. Dafür gibt es auch überhaupt keinen Anlass“, so Klaus Allofs. „Wir tun gut daran, alle gemeinsam durch diese Krise zu gehen und als Land, so gut es geht, zusammenzuhalten. Die zuständigen Behörden haben Prioritätenlisten erstellt. Die sollten abgearbeitet werden“.

Auch Bayern-Trainer Hansi Flick hat sich zur Thematik um die Corona-Impfungen geäußert.

Auch Bayern-Trainer Hansi Flick (55) versuchte, der öffentlichen Diskussion um die Worte von Karl-Heinz Rummenigge so gut es geht denn Wind aus den Segeln zu nehmen. Sein Verein weilt derzeit in Katar, um dort die Klubweltmeisterschaft auszuspielen.

BVB-Sportdirektor Zorc und Bayern-Trainer Flick einig: Corona-Impfung noch kein Thema für Profis

„Ich weiß, weil ich mit Karl-Heinz Rummenigge gesprochen habe, wie er das gemeint hat“, sagte Hansi Flick. „Wir alle wissen, dass erst mal andere Menschen Priorität haben.“

Wie schon BVB-Sportdirektor Michael Zorc kündigte er weiter an, „dass wir uns hinten anstellen müssen und werden. Von daher ist es eine Sache, die nicht wir entscheiden, sondern die Politik entscheidet.“

FC Bayern in Katar: Thomas Müller hat sich mit Corona infiziert.

Letztendlich sei es richtig, den Risikogruppen zuerst Zugang zur Corona-Impfung zu ermöglichen. Dennoch wolle er selbst mit gutem Beispiel vorangehen. „Ich habe schon einmal gesagt, dass ich mich auf jeden Fall impfen lassen werde, wenn ich an der Reihe bin“. Die Impfung verringere die Risiken, die eine Corona-Infektion mit sich bringe.

Der FC Bayern trifft am Donnerstag (11. Februar, 19 Uhr) auf Tigres UANL. Gegen den mexikanischen Top-Klub wird nun auch Thomas Müller (31) fehlen. Er hat sich mit Corona infiziert, wie der Verein vor Anpfiff mitteilte. Zuvor waren schon Leon Goretzka (26) und Javi Martinez (32) wegen positiver Tests in München geblieben.

Rubriklistenbild: © Neundorf/Kirchner-Media

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