Leihgabe spricht Klartext

BVB-Verteidiger lästert über Ex-Trainer – Klub reagiert sofort

Als ausgeliehener Spieler über den eigentlichen Stammverein ätzen, kommt meist nicht gut an. Doch einen BVB-Verteidiger interessiert das nur wenig.

Dortmund – Er ist nur ausgeliehen an Borussia Dortmund und pendelt zwischen Startelf und Bank. Doch jetzt hat Marin Pongracic zu einem Rundumschlag ausgeholt – gegen Ex-Klub VfL Wolfsburg und Ex-Trainer Mark van Bommel. Auch seine mögliche Ablösesumme war Thema.

NameMarin Pongracic
Geboren11. September 1997 (Alter 24 Jahre), Landshut
Größe1,90 Meter
AktuelleBorussia Dortmund (#34/Verteidiger), Kroatische Fußballnationalmannschaft

BVB-Verteidiger hält Wut-Rede über Ex-Trainer – „Will ihn am liebsten packen“

Dass Fußballprofis in der Öffentlichkeit so deutlich werden, kommt heutzutage selten vor. Marin Pongracic scheint das allerdings nur wenig zu interessieren. Auch die Tatsache, dass er nach der Saison 2021/22 womöglich zurück zum VfL Wolfsburg muss, ist der BVB-Leihgabe wohl egal. Wie der kicker berichtet, wurde der 24-Jährige in einem Gespräch mit Comedian Samuel Sibiski („Ssynic“) via Twitch sehr deutlich.

Marin Pongracic kam bereits mit seiner Skandal-Akte zu Borussia Dortmund. In seinem zweiten Einsatz als Wolfsburg-Profi sah er die Rote Karte aufgrund eines Ellbogenschlags, rastete anschließend aus und demolierte eine TV-Kamera. Einen geheimen Team-Abend veröffentlichte er via Instagram, zudem wurde eine illegale Corona-Party mit dem Kroaten und Teamkollege John Anthony Brooks bekannt.

BVB: Marin Pongracic sah sich „in Wolfsburg abgeschrieben“

Die Akte ist voll von negativen Ereignissen, doch Marin Pongracic kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Im Gegenteil: Er ist sogar sauer auf den VfL Wolfsburg – und speziell Ex-Trainer Mark van Bommel.

Im Gespräch bei Twitch sagt er: „Ich war in Wolfsburg abgeschrieben, die hatten keinen Bock mehr auf mich. Die haben angefangen, Faxen zu machen.“

BVB-Verteidiger Marin Pongracic (l.) hält eine Wut-Rede über einen Ex-Trainer.

BVB: Marin Pongracic beim Training unter Mark van Bommel ausgebootet

Der Verteidiger führte weiter aus: „Da habe ich gemerkt, die wollen auch, dass ich von mir aus gehe, dass ich Platz mache für andere. Eklig, bei Elf-gegen-Elf trainiere ich auf einmal nicht mit, ich kollab so, ich will ausrasten, ich will zu van Bommel gehen, will mir den am liebsten packen.“ Stattdessen habe er sich aber mit dem Coach hinsetzen und „wie ein Politiker“ reden müssen.

Der Kroate wollte daher einfach nur weg vom VfL Wolfsburg – doch viele verlockende Angebote gab es offenbar nicht. „Es gab wenig Optionen. Natürlich gehe ich nicht irgendwo auf Leihe und spiele für so und so viel Geld weniger. Ich kann nicht auf Riesensummen verzichten, das geht nicht, das macht keinen Sinn“, so Marin Pongracic, der von „dummen Angeboten“ spricht.

BVB: Marin Pongracic verrät Höhe der Kaufoption von Borussia Dortmund

Letztlich kam Borussia Dortmund auf den Verteidiger zu und lieh ihn für eine Saison inklusive Kaufoption aus. Über die Höhe der späteren Ablösesumme gab es bereits Spekulationen, Marin Pongracic klärte jetzt auf: „Die würden gar kein Plus machen.“ Neun Millionen Euro überwies Wolfsburg im Januar 2020 an RB Salzburg, die gleiche Summe müsste der BVB im kommenden Jahr aufbringen.

Marin Pongracic zeigt sich optimistisch, dass er dauerhaft bei den Schwarz-Gelben bleiben darf: „Ich bin ein Jahr ausgeliehen, mit Kaufoption. Die ist nicht allzu hoch. Wenn ich das einigermaßen mache, hoffe ich mal, dass die das machen werden.“

BVB: Marin Pongracic hofft auf langfristigen Verbleib bei Borussia Dortmund

Damit Borussia Dortmund aber tatsächlich einen Kauf in Erwägung zieht, müsste sich der Verteidigung wohl noch ordentlich strecken. An Manuel Akanji und Mats Hummels gibt es für ihn aktuell in der Innenverteidigung kein Vorbeikommen. Bei seinen bisherigen Einsätzen konnte Marin Pongracic zudem noch nicht komplett überzeugen – zumindest nicht so sehr, dass der BVB neun Millionen Euro für ihn hinlegen würde.

Kurzfristig drohen Marin Pongracic zunächst erst einmal Konsequenzen von seinem Stammverein VfL Wolfsburg, wie die Ruhr Nachrichten berichten. VfL-Manager Marcel Schäfer kündigte an „gegebenenfalls notwendige Schritte“ einzuleiten und fügte an: „Im Moment ist es für ihn so, dass er sich Gedanken machen sollte: Wie bekomme ich meine bestmögliche Leistung für Borussia Dortmund auf den Platz? Über alles andere sollte er sich im Moment keine Gedanken machen.“

Rubriklistenbild: © Dennis Ewert/RHR-FOTO

Mehr zum Thema