Kommentar

Beim BVB muss mehr kommen: Marco Rose als Anfang krasser Veränderungen in Dortmund

Marco Rose wird zur Saison 2021/22 neuer Trainer des BVB. In Dortmund darf das allerdings nur eine von zahlreichen Veränderungen sein. Ein Kommentar.

Dortmund – Mit der Verpflichtung von Marco Rose (44) hat sich Borussia Dortmund seinen Wunschtrainer für die kommende Saison gesichert. Beim BVB muss man sich dennoch darüber im Klaren sein, dass weitere einschneidende Veränderungen folgen müssen, findet RUHR24-Autor Sven Fekkers.

NameMarco Rose
Geboren 11. September 1976 (Alter 44), Leipzig
Größe1,87 Meter
PartnerinNikola Pietzsch
Aktuelle TrainerpositionBorussia Mönchengladbach

Borussia Dortmund: Marco Rose wird neuer Trainer beim BVB

Marco Rose wird bereits der sechste Trainer sein, der die Geschicke des BVB seit der Trennung von Jürgen Klopp (53) im Sommer 2015 leiten wird. Was folgte, war ein Potpourri an Trainerpersönlichkeiten, die viel unterschiedlicher kaum hätten sein könnten.

Thomas Tuchel (47, von 2015 bis 2017 beim BVB) scheiterte an einem unüberwindbaren Dissens mit der Dortmunder Führungsriege. Peter Bosz (57, 2017) wurde seine wilde und am Ende erfolglose Spielidee zum Verhängnis. Peter Stöger (54, 2017 bis 2018) war – wie aktuell Edin Terzic (38) – nur als Interimslösung vorgesehen. Und Lucien Favre (63, 2018 bis 2020) fehlte am Ende wohl das gewisse Etwas.

Borussia Dortmund: Marco Rose übernimmt beim BVB – Frage nach sportlicher Identität stellt sich

Jetzt soll also Marco Rose das Ruder beim BVB übernehmen und den Verein zeitgleich von einer nicht enden wollenden Frage nach der sportlichen Identität befreien. Das „was bin ich?“ und „für welche Art Fußball möchte ich zukünftig stehen?“ wurde in den vergangenen Jahren nur unzureichend von der Führungsriege der Dortmunder Borussia beantwortet.

Denn anders lassen sich die Trainer-Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit und die damit einhergehende Fluktuation im Kader nur schwer erklären. Im kommenden Sommer stehen die Westfalen wieder einmal an einem sportlichen Nullpunkt.

Marco Rose wird sich im Sommer 2021 von Borussia Mönchengladbach verabschieden und zum BVB wechseln, wo er einen Dreijahres-Vertrag unterschreiben wird.

Borussia Dortmund: Marco Rose soll Emotionalität und Angriffsfußball zurück zum BVB bringen

Marco Rose soll bei Borussia Dortmund endlich wieder den Spielstil implementieren, der über die Jahre mehr und mehr verloren gegangen ist. Mit dem 44-Jährigen soll nicht nur der aggressive Angriffsfußball, sondern auch eine gehörige Portion Emotionalität in den Signal Iduna Park zurückkehren.

Das ist mindestens der vierte Neuanfang seit Jürgen Klopp. Gelingen kann dieser jedoch nur, wenn man sich nicht vor höchst unbequemen Entscheidungen drückt.

Marco Rose (BVB): Borussia Dortmund darf sich nicht vor unangenehmen Entscheidungen drücken

Denn wirklich ausgewogen zusammengestellt erscheint der Kader des BVB auf den ersten Blick nicht. Erst recht nicht, da der Trainer in der kommenden Saison Marco Rose heißt.

Anders als Vorvorgänger Lucien Favre definiert sich der neue Übungsleiter der Dortmunder Borussia nicht über maximale Ballkontrolle, sondern über Gegenpressing und Tempofußball. „Back to the Roots“ lautet also das Motto der Westfalen im Sommer 2021.

Borussia Dortmund: Der BVB muss sich komplett auf Marco Rose einlassen

Doch hat man hierfür überhaupt das passende Spielermaterial? Aktuell muss man auf diese Frage wohl mit einem klaren Nein antworten. Angefangen mit der Innenverteidigung weist der BVB beispielsweise auf einigen Schlüsselpositionen ein nicht wegzudiskutierendes Geschwindigkeitsdefizit auf.

Hinzu gesellt sich die Frage, ob sich mit Spielertypen wie Axel Witsel (32), Julian Brandt (24), Thomas Meunier (29), Giovanni Reyna (18), Marco Reus (31) oder Mats Hummels (32) – ohne ihnen an dieser Stelle auch nur ansatzweise die sportliche Klasse absprechen zu wollen – eine fein abgestimmte Ballhatz etablieren ließe.

Borussia Dortmund: Notfalls muss sich der BVB für Marco Rose von Spielern trennen

Soll der Neuanfang mit Marco Rose diesmal wirklich gelingen, dann darf man beim BVB nicht vor unangenehmen Entscheidungen zurückschrecken. Auch dann nicht, wenn dies zur Folge hat, dass man sich von arrivierten Kräften trennen muss.

Dieses eine Mal muss sich Borussia Dortmund mit Haut und Haar seinem neuen Cheftrainer verschreiben. Nur so kann es der Verein schaffen, wieder den Fußball auf den Platz zu bringen, den man seit vielen Jahren schmerzlich vermisst.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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