Neues System für Borussia Dortmund

Marco Rose krempelt den BVB um: Drei Außenseiter sollen vom neuen Trainer profitieren

Ab dem 1. Juli beginnt offiziell der Vertrag von BVB-Trainer Marco Rose. Bereits jetzt ist klar: Es wird Änderungen bei Borussia Dortmund geben – offenbar auch beim System.

Dortmund – Die Profis von Borussia Dortmund erholen sich aktuell von der Saison 2020/21 oder ackern mit ihren Nationalteams unter anderem für die Europameisterschaft. Doch der Blick richtet sich bereits auf die neue Spielzeit. Die Transfer-Planungen stocken beim BVB zwar, allerdings hat der neue Trainer Marco Rose wohl schon genaue Vorstellungen, wie die Schwarz-Gelben unter ihm spielen sollen.

NameMarco Rose
Geboren11. September 1976 (Alter 44 Jahre)
Größe1,87 Meter
Künftige TrainerstationBorussia Dortmund (ab 1. Juli 2021)

BVB: Marco Rose krempelt Borussia Dortmund um – Trainingsauftakt am 1. Juli

Noch ist es etwas Zeit, bis die BVB-Vorbereitung mit Trainingslager und Testspielen am 1. Juli beginnt. Dann lädt Marco Rose zum Trainingsauftakt in Dortmund-Brackel. Knapp sechseinhalb Wochen lang wird der neue Coach den Profis seine Spielidee vermitteln, ehe zwischen dem 6. und 9. August mit der ersten Runde im DFB-Pokal das erste Pflichtspiel auf dem Programm steht.

Angesichts der zahlreichen Nationalspieler wird die Vorbereitung eine große Herausforderung für den neuen Trainer. Mit Thorgan Hazard, Thomas Meunier, Axel Witsel, Jude Bellingham, Jadon Sancho, Raphael Guerreiro, Manuel Akanji, Mats Hummels, Emre Can und Thomas Delaney sind gleich zehn Spieler bei der Europameisterschaft vertreten und könnten bei einem Weiterkommen bis sogar ins Endspiel am 11. Juli erst im Trainingslager (23. bis 31. Juli) einsteigen.

BVB: Marco Rose stehen in der Vorbereitung viele Spieler nicht zur Verfügung

Marco Rose muss sich demnach darauf vorbereiten, dass ihm möglicherweise sogar zum Bundesliga-Start zwischen dem 13. und 15. August nicht alle Profis in Top-Verfassung zur Verfügung stehen. Doch wie die Sport Bild berichtet, soll der Trainer bereits eine konkrete Idee haben, in welchem System Borussia Dortmund künftig agieren könnte.

In der Saison 2020/21 fing der BVB unter Lucien Favre in einem 3-4-2-1-System mit einer Dreier-Abwehrkette an, kehrte aber nach nur wenigen Spielen vorerst zu einer Viererkette und dem bewährten 4-2-3-1-System zurück. Der Ex-Coach versuchte es aber immer wieder mit einer Dreierreihe in der Verteidigung. Das Ende vom Lied ist bekannt: Der Schweizer musste gehen, Edin Terzic übernahm.

Marco Rose wird der neue Trainer von Borussia Dortmund. Beim BVB könnte er einiges umkrempeln.

BVB-System: Viererkette als bewährtes Mittel in der Abwehrreihe

Unter dem künftigen Co-Trainer von Marco Rose beim BVB kehrten die Schwarz-Gelben zur Viererkette und dem 4-2-3-1-System zurück. Nur im DFB-Pokal gegen den SC Paderborn und im Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern setzte auch Edin Terzic auf eine Dreierkette. Gegen die Ostwestfalen setzte sich Dortmund nach Verlängerung durch, in München verlor die Borussia mit 2:4.

Gegen Ende der Saison 2020/21 wechselte Edin Terzic immer wieder zwischen dem 4-2-3-1- und dem 4-3-3-System, die sich in der Grundausrichtung sehr ähneln. Der Erfolg gab ihm recht: Der BVB gewann alle Bundesliga-Spiele zwischen dem 29. und 34. Spieltag und holte sich zudem den DFB-Pokal-TItel gegen RB Leipzig.

BVB: Marco Rose setzt wohl auf das gleiche System, stellt aber etwas um

An dieses Erfolgskonzept möchte auch der neue Trainer Marco Rose festhalten. Eine Dreierkette soll es unter ihm nicht mehr geben, die Viererkette sei erfolgversprechender. Um die fehlende Breite in der Innenverteidigung zu erhöhen, könnte neben Mats Hummels, Manuel Akanji und dem aktuell verletzten Dan-Axel Zagadou auch Emre Can dauerhaft in der Abwehr eingesetzt werden.

Julian Brandt (m.) könnte von einer Systemumstellung beim BVB profitieren.

Auch ohne Emre Can hätte Borussia Dortmund im zentralen Mittelfeld weiterhin viele Optionen mit Axel Witsel, Jude Bellingham, Mahmoud Dahoud und Thomas Delaney sowie theoretisch Julian Brandt.

BVB: Marco Rose setzte in Salzburg auf einen zweiten Stürmer – Brandt und Reyna könnten profitieren

Mit dem 35-maligen deutschen Nationalspieler könnte Marco Rose jedoch noch einen anderen Plan haben. So soll er vor allem im 4-2-3-1-System die Option setzen, den zentralen offensiven Mittelfeldspieler in die Spitze zu ziehen, um Erling Haaland im Sturm unterstützen zu können. Ähnlich ließ der Trainer bei RB Salzburg mit Munas Dabbur agieren, dem oft ein Mittelfeldmann zur Seite gestellt wurde.

Für Julian Brandt könnte das die Chance sein, beim BVB wieder zu alter Form zu finden, die ihn in Leverkusen auszeichnete. Aber auch Giovanni Reyna wäre prädestiniert für die Rolle. Der trickreiche Youngster könnte Räume für Erling Haaland schaffen und diesen in die Tiefe schicken.

Youssoufa Moukoko (vorne) und Erling Haaland könnten gemeinsam im Sturm des BVB zu spielen.

BVB: Marco Rose hätte mit Marco Reus und Youssoufa Moukoko weitere Optionen

Als einer der besten Spieler aus der BVB-Auswertung zum Mittelfeld in der Saison 2020/21 wäre aber natürlich auch Kapitän Marco Reus ein Kandidat für diese Rolle.

Dritter im Bunde, der sich Hoffnungen auf mehr Einsätze machen könnte, wäre BVB-Youngster Youssoufa Moukoko, dessen Olympia-Traum geplatzt ist. Stattdessen steht auch er zum Trainingsauftakt nach der Genesung seiner Bänderverletzung wieder auf dem Platz.

BVB: Marco Rose könnte die Offensive bereits in der Vorbereitung loslassen

Eine Doppel-Spitze mit Erling Haaland und Youssoufa Moukoko bewährte sich bereits bei den Einwechslungen des 16-Jährigen für Marco Reus in Freiburg und gegen Hertha BSC, als er jeweils traf. Als gelernter Stürmer könnte der wendige Youngster ein belebendes Element in der Offensive des BVB sein.

So oder so hat der neue BVB-Trainer die Qual der Wahl. Während in anderen Mannschaftsteilen Spieler aufgrund der EM einen Großteil der Vorbereitung verpassen könnten, könnte die Offensive von Borussia Dortmund bereits früh gemeinsam loslegen. Einzig Jadon Sancho, bei dem weiterhin ein Abgang im Raum steht, nimmt an der EM für England teil.

Rubriklistenbild: © Kirchner-Media/Christopher Neundorf

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