Verletzungs-Drama

WM-Aus von Marco Reus: Ex-BVB-Physio von Absage nicht überrascht

Marco Reus wird die WM in Katar verletzungsbedingt verpassen. Ein ehemaliger Angestellter des BVB ist davon weniger überrascht.

Dortmund - Die tragische Leidensgeschichte von Marco Reus wird in diesem Winter um ein Kapitel reicher. Der BVB-Kapitän ist erneut verletzt und wird die Fußballweltmeisterschaft 2022 verpassen. Es ist schon das vierte große Turnier mit der Nationalmannschaft, das der 33-Jährige absagen muss. Nun hat sich ein enger Vertrauter des Dortmunders dazu geäußert.

WM-Aus von Marco Reus: Ex-BVB-Physio von Absage nicht überrascht

Der ehemalige BVB-Physio Thomas Zetzmann sprach in einem Interview mit der Bild über den erneuten Rückschlag für Marco Reus. Im Gespräch erklärte der 51-Jährige wenig verwundert über die kurzfristige Absage zu sein.

„Ich bin viel mehr enttäuscht als überrascht. Alle haben sicher ihr Bestes gegeben, damit Marco in Katar dabei sein kann. Und dennoch hat es nicht gereicht. Das ist schon verdammt bitter!“

BVB: Verletzungen von Marco Reus entstanden in der Mehrheit durch Gegner-Beteiligung

Thomas Zetzmann und Marco Reus pflegten über Jahre hinweg ein sehr vertrauensvolles Verhältnis. Der BVB-Spielführer engagierte den Sportmediziner schließlich auch privat. Zetzmann trainierte teilweise sogar im Urlaub mit dem 48-fachen Nationalspieler zusammen.

Ein größeres Eigenverschulden für die lange Verletzungsakte von Marco Reus sieht er indes nicht: „Fakt ist, dass die Mehrheit seiner Verletzungen während meiner Zeit bei Borussia durch Gegner-Beteiligung entstanden sind und weniger muskulär bedingt waren.“

Marco Reus: BVB-Physio musste Verein im Sommer nach über 16 Jahren verlassen

Wie RUHR24 bereits im April berichtete, musste Thomas Zetzmann den BVB im Sommer nach über 16 Jahren verlassen. Extern ließ man verlauten, dass sich der Klub im medizinischen Bereich neu aufstellen wollte. Ein Hauptgrund liegt aber mutmaßlich auch in der brutalen Verletzungsmisere der vergangenen Spielzeit.

Ex-BVB-Physio Thomas Zetzmann zeigt sich enttäuscht vom WM-Aus von Marco Reus.

Zetzmann nimmt den Dortmund-Abschied inzwischen mit Fassung: „Borussia wollte im medizinischen Bereich anscheinend neue Wege gehen. Was ja nach so langer Zeit auch legitim ist. Andererseits beruht gerade die Medizin auf gegenseitigem Vertrauen - und das hatten Marco und ich von Anfang an.“

Die Umstrukturierung der Medizin-Abteilung brachte bislang eher überschaubaren Erfolg ein. Aktuell sind immerhin acht BVB-Profis verletzt. Teilweise fehlen sie schon seit mehreren Wochen und Monaten.

Rubriklistenbild: © Dennis Ewert/RHR-Foto, Poolfoto PT via Imago; Collage: RUHR24