Champions-League-Pleite in Rom

Deutliche Kritik beim BVB: Marco Reus und Sebastian Kehl äußern Kritik nach Lazio-Pleite

Ideenlos und erfolglos: Der BVB zeigt sich gegen Rom blutleer. Nach dem vergeigten Champions-League-Auftakt wird Kritik aus den eigenen Reihen laut.

Dortmund/Rom –Nach einer 3:1-Pleite gegen Lazio Rom hat Borussia Dortmund mehr als ein Spiel verloren. Eine Niederlage ist erlaubt – wenn die Spieler alles geben, den BVB-Spirit auf den Rasen bringen und erhobenen Hauptes vom Platz gehen können. Das war in Rom nicht der Fall. Lizenzspielleiter Sebastian Kehl (40) und Marco Reus (31) finden dafür klare Worte.

WettbewerbChampions League
AusträgerUEFA
RekordsiegerReal Madrid (13 Siege)
TitelträgerFC Bayern München (6. Titel)
RekordspielerIker Casillas (177 Spiele)

Pleite bei Lazio Rom: Marco Reus und Sebastian Kehl kritisieren Auftritt von BVB heftig

Kampfgeist, aufbäumen, dagegen halten – alles Fehlanzeige beim Champions-League-Spiel BVB gegen Lazio Rom. Schon in der 6. Minute bringt Ex-Borusse Ciro Immobile Rom in Führung, die die Italiener nicht mehr aus der Hand geben. Aber woran liegt das bei dieser jungen Mannschaft? Die Niederlage wird zur Grundsatzfrageausgerechnet vor dem Derby BVB gegen Schalke 04 flammt die Debatte über Mentalität wieder auf.

Lizenzspielleiter Sebastian Kehl kritisiert den Auftritt der Mannschaft: „Wenn wir uns so anstellen, wird‘s nichts werden“, findet der ehemalige BVB-Spieler klare Worte. „Das war eine desolate Leistung. So können wir in der Champions League nicht auftreten.“ (Alle News zum BVB auf RUHR24.de)

„Desolate Leistung“: Sebastian Kehl kritisiert Borussen - Spieler Marco Reus „vermisst alles“ beim Auftritt

Sebastian Kehl hatte im Interview nach dem Spiel selbst gesagt: „Wir hatten die Frische“ – wichtige Spieler wurden geschont. Der BVB hat also Potenzial, das europaweit anerkannt wird – Jude Bellingham, Erling Haaland, Jadon Sancho –, die Frische ist da, die Mannschaft war ausgeruht, das Verletzungspech hält sich in Grenzen – was fehlt dem BVB dann?

„Eigentlich haben wir heute alles vermissen lassen“, sagt Spieler Marco Reus. Der Marco Reus, der die Debatte über die Einstellung beim BVB nach dem 2:2-Spiel gegen Eintracht Frankfurt in der vergangenen Saison als „Mentalitätsscheiß“ abgetan hatte. Seine Worte damals: „Aber kommt mir jetzt bitte nicht mit Mentalität. Jetzt ist langsam mal gut.“

Nach dem Spiel gegen Lazio Rom findet Marco Reus klare Worte über die Leistung vom BVB.

BVB gegen Lazio: Regelmäßig mangelnder Auftritt im Internationalen Wettbewerb

Nach dem ideenlosen Spiel gegen Rom werden die Erinnerungen wach an einige blutleere Auftritte auf der Bühne Europas, bei denen sich der BVB nicht gerade mit einem Paukenschlag verabschiedet hat.

Seit dem Finale 2013 liefert die Borussia mit großer Regelmäßigkeit eine schwache Darbietung im internationalen Wettbewerb: Das Ausscheiden gegen Juve oder Tottenham, das Vorrundenaus,nachdem gegen APOEL Nikosia zweimal nur ein Unentschieden erzielt werden konnte.

BVB versagt auf internationaler Bühne: Trainer Favre ist enttäuscht

Nicht nur Marco Reus und Sebastian Kehl waren mit dem Spiel der Borussen unzufrieden. Der sonst ruhige und gefasste BVB-Trainer Lucien Favre sagt nach dem Spiel, er sei „sehr enttäuscht“. „Viele Spieler waren gut, aber viele Spieler waren nicht gut“ – so sein Fazit. Namen nennt Lucien Favre keine.

Kritik hagelt auf den BVB: Nicht nur Reus, Kehl und Favre erwarten mehr

Kritik ertönt jedoch nicht nur aus den eigenen Reihen des BVB: Auch Sky-Experte und Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann (47) warnt, Borussia müsse schnell die Lehren aus dem verpatzten Auftakt ziehen, sonst „wird das Weiterkommen kein Selbstläufer“.

Der Ex-Spieler wird noch deutlicher: „Ich habe über 90 Minuten schlechte Dortmunder gesehen. In der ersten Halbzeit war es Standfußball“.

BVB im internationalen Wettbewerb blutleer: Rettung im Derby gegen die FC Schalke 04?

Der Champions-League-Auftakt vom BVB war alarmierend. Doch die Borussia hat einen Vorteil: Am Wochenende steht ein Spiel an, das diese Diskussionen ganz schnell wieder beenden kann.

Beim Derby gegen einen angeschlagenen FC Schalke 04 hat der BVB die Möglichkeit, die Dinge wieder geradezurücken. Die Königsblauen haben jedoch Grund zur Hoffnung: Schalke-Juwel Mark Uth trainiert wieder, sein Einsatz am Samstag ist fragwürdig.

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