Pleite beim FC Bayern mit Nachspiel

Schiedsrichter-Schelte von Marco Reus: DFB droht dem BVB-Kapitän jetzt mit einer Anklage

BVB-Kapitän Marco Reus wird gegen den FC Bayern ausgewechselt.
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BVB-Kapitän Marco Reus war nach der Pleite beim FC Bayern angefressen. Der Schiedsrichter erntete Kritik.

Der BVB hat beim FC Bayern verloren. Der Schiedsrichter sorgte bei Borussia Dortmund für Unmut, ganz besonders bei Marco Reus.

Update, Dienstag (9. März), 08.21 Uhr: Am Montag (8. März) hat der Kontrollausschuss vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) BVB-Kapitän Marco Reus (31) schriftlich ermahnt. Der 31-Jährige habe sich „abwertend in Richtung des Schiedsrichter-Teams geäußert“, heißt es in der Stellungnahme.

Marco Reus (BVB) vom DFB für Schiedsrichter-Kritik schriftlich ermahnt: Bei Wiederholung droht eine Anklage

„Marco Reus wurde vom Kontrollausschuss aufgefordert, sich künftig in seiner Wortwahl zu mäßigen und seiner Vorbildfunktion als Mannschaftskapitän vollumfänglich gerecht zu werden“, heißt es in dem Schreiben an den BVB-Kapitän weiter. „Im Wiederholungsfall müsse sonst mit einer Anklageerhebung vor dem DFB-Sportgericht gerechnet werden.“

Der 31-Jährige hatte nach der 2:4-Niederlage von Borussia Dortmund am Samstag (6. März) in München gegen den FC Bayern die Schiedsrichter in einem TV-Interview bei Sky kritisiert. „Vor dem 3:2 war ein klares Foulspiel. Wenn das bei Bayern gewesen wäre, hätte er 100-prozentig gepfiffen.“

Marco Reus (BVB): Kritik an den Schiedsrichtern - Bonus für den FC Bayern unterstellt

Auf Nachfrage, warum er sich dessen so sicher sei, hatte Marco Reus kein Argument. „Ich sage nur, bei Bayern wäre es gepfiffen worden. Fertig. Aus. Ist so.“

Der Kapitän des BVB unterstellte dem FC Bayern damit indirekt einen Schiedsrichter-Bonus. Zwei Tage später, auf der Pressekonferenz von Borussia Dortmund vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Sevilla, wurde der 31-Jährige erneut auf seine Schiedsrichter-Kritik angesprochen.

Marco Reus (BVB) darf Nachfrage zur Schiedsrichter-Kritik nicht beantworten

Ob er sie zurücknehmen würde, durfte Marco Reus aber nicht beantworten. Der Mediendirektor des BVB, Sascha Fligge, grätschte dazwischen und verwies darauf, dass die Pressekonferenz eine für das Champions-League-Spiel gegen den FC Sevilla sei. Außerdem hätten sowohl der Spieler als auch Trainer Edin Terzic (38) nach dem Spiel in München bereits klar Stellung bezogen.

Erstmeldung, Samstag (6. März), 21.30 Uhr: Borussia Dortmund stand am Ende mit leeren Händen da. Ein heiß umkämpftes Spitzenspiel verlor der BVB mit 2:4 beim FC Bayern München.

NameMarco Reus
Geboren31. Mai 1989 (Alter 31 Jahre), Dortmund
Größe1,80 m
EhepartnerinScarlett Gartmann (verh. 2019)
Aktuelles TeamBorussia Dortmund (#11 )
ElternManuela Reus, Thomas Reus

BVB bei Bayern München: Schiedsrichter-Entscheidung bringt Reus, Terzic und Can auf die Palme

Eine Szene erhitzte die Gemüter besonders. Vor der Entstehung des vorentscheidenden 3:2-Treffers von Leon Goretzka (88.) setzte Leroy Sané im Zweikampf mit Emre Can robust seinen Körper ein.

Der BVB-Profi kam zu Fall, der FC Bayern bekam den Ball. Einige Sekunden später jubelten die Gastgeber über das Siegtor, auch weil die Abwehr von Borussia Dortmund mehrfach die Gelegenheit verpasste, die Situation zu bereinigen.

BVB verliert beim FC Bayern: Nicht geahndetes Foul als entscheidende Szene?

Was folgte, waren wütende Proteste der BVB-Spieler. Diese waren unnütz, denn Schiedsrichter Marco Fritz (43) ließ sich nicht umstimmen. Der VAR schritt ebenfalls nicht ein.

Durfte er auch nicht, weil die Szene nicht unmittelbar vor dem Tor stattfand. Denn bevor Leon Goretzka an den Ball kam, war der BVB in Person von Mats Hummels in Ballbesitz. Aber hätte der Schiedsrichter die Szene anders bewerten und auf Foul an Emre Can entscheiden müssen?

Freude beim FC Bayern, Frust beim BVB: Mats Hummels (r.) und Borussia Dortmund haben mit 2:4 in München verloren.

BVB-Kapitän Marco Reus schimpft: „Bei Bayern hätte er 100-prozentig gepfiffen“

„Vor dem 3:2 war ein klares Foulspiel“, war sich Kapitän Marco Reus später bei Sky ganz sicher. Dann die klare Ansage: „Wenn das bei Bayern gewesen wäre, hätte er 100-prozentig gepfiffen.“

Auf Nachfrage ließ sich das BVB-Urgestein nicht von seiner Meinung abbringen: „Ich sage nur, bei Bayern wäre es gepfiffen worden. Fertig. Aus. Ist so.“ Rumms, das hat gesessen!

BVB-Pleite beim FC Bayern: Auch Trainer Edin Terzic sieht „klares Foul“

Und Marco Reus war nicht der einzige Akteur von Borussia Dortmund, der sich an der Schiedsrichter-Leistung vor dem spielentscheidenden Treffer störte. Trainer Edin Terzic pflichtete bei: „Für mich ist es auch ein klares Foul. Wir haben genug Experten im Studio, die sollen das bewerten.“ Man müsse es aber nunmal akzeptieren, dass die Entscheidung so getroffen wurde.

Der Betroffene selbst hatte nach dem Schlusspfiff ebenfalls keine warmen Worte für Marco Fritz übrig. „Der Schiedsrichter hat zu viel auf Zuruf gepfiffen“, monierte Emre Can.

BVB verliert beim FC Bayern: Emre Can übt deutliche Kritik am Schiedsrichter

Und meinte damit, er habe sich zu stark von der lautstarken Bank des FC Bayern beeinflussen lassen. „Dann pfeift der Schiri für rot und das passierte heute zu oft.“ Das Fazit des frustrierten BVB-Profis: „Ich habe das dem Schiri gesagt, das darf ihm nicht passieren. Das ist einfach nur bitter.“

Abgesehen von dem Ärger über den Schiedsrichter zeigten sich aber Marco Reus, Edin Terzic und Emre Can selbstkritisch. Man habe gut angefangen, sei dann aber zu passiv geworden, so der allgemeine Tenor.

Thomas Müller (l.) und Emre Can haben unterschiedliche Meinungen zur Schiedsrichter-Leistung beim Spiel FC Bayern gegen BVB.

BVB-Kapitän Marco Reus gegen Bayern mehrfach im Zentrum des Schiedsrichter-Interesses

Übrigens hatte Marco Reus die Entscheidung des Schiedsrichters auf seiner Seite, als Marco Fritz nach einer halben Stunde entschied, dass er den Ball im Strafraum mit der Schulter statt mit dem Oberarm gespielt habe. Auch der VAR griff nicht ein. Hier hätte der FC Bayern gerne einen Elfmeter gehabt.

Und auch in der 50. Minute war Marco Reus wieder an einer kritischen Szene beteiligt. Diesmal wurde er an der Strafraumgrenze von Joshua Kimmich leicht gerempelt. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Hätte es Freistoß geben müssen? Oder gar einen Elfmeter?

BVB-Kapitän Marco Reus kritisiert Schiedsrichter, Thomas Müller ist zufrieden

Hier kam der BVB-Kapitän zu dem Schluss: „Ich würde sagen kein Foul. Im ersten Moment sah es für mich mehr danach aus, weil ich bin ganz klar am Ball und er kommt mit dem Körper. Aber es war kein Foul.“ Immerhin diese Szene hatte der Schiedsrichter nach Ansicht von Marco Reus also richtig entschieden.

Doch noch einmal zurück zum Aufreger in der 88. Minute. Beim FC Bayern sah man die Variante, nicht auf Foul von Leroy Sané an Emre Can zu entscheiden, naturgemäß etwas wohlwollender.

„Ich glaube nicht, dass wir wollen, dass solche Duelle an der Mittellinie abgepfiffen werden“, sagte Thomas Müller. „Ich hätte es auch gegen uns nicht als Foul gesehen, das könnt ihr jetzt glauben oder nicht.“

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