Klare Kante vom BVB-Verteidiger

"Das sind Leute, die sich ..." Manuel Akanji spricht über Rassismus im Fußball und lobt einen Ex-Schalker

BVB-Verteidiger Manuel Akanji spricht über Rassismus und findet lobende Worte für einen früheren Spieler von Schalke 04.
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BVB-Verteidiger Manuel Akanji spricht über Rassismus und findet lobende Worte für einen früheren Spieler von Schalke 04.

BVB-Verteidiger Manuel Akanji spricht über seine Erfahrungen mit Rassismus im Stadion. Dabei lobt der Dortmunder einen früheren Spieler vom FC Schalke 04.

  • Manuel Akanji positioniert sich in einem Gastbeitrag deutlich gegen Rassismus.
  • Der Verteidiger vom BVB spricht dabei auch über seine ganz persönlichen Erfahrungen.
  • Einen ehemaligen Spieler von Schalke 04 lobt der Dortmunder für seinen Einsatz im Kampf gegen Rassismus.

Dortmund - Auf dem Platz muss Manuel Akanji (24) beim BVB derzeit um jede Einsatzminute kämpfen. Dem "Brummschädel" von Mats Hummels (31) hatte es der Verteidiger zu verdanken, dass er gegen den SC Freiburg (1:0) zumindest eine Halbzeit spielen durfte. Neben dem Platz findet der Schweizer dafür sehr deutliche Worte, berichtet RUHR24.de*.

Manuel Akanji: Bei Rassismus mit dem BVB geschlossen vom Feld

In einem Beitrag für das Portal Watson spricht Manuel Akanji über die jüngsten Rassismus-Eklats im Profifußball. Nach Affenlauten gegen Herthas Jordan Torunarigha (22) auf Schalke kam es auch zu einem rassistischen Vorfall gegen Leroy Kwadwo (23) beim Drittliga-Spiel zwischen Preußen Münster und den Würzburger Kickers*.

"Dieser Vorfall (Torunarigha, Anm. d. Red.) war auch bei uns in der Kabine ein Thema. Ich habe mit meinen Teamkollegen Dan-Axel Zagadou, Axel Witsel, Thorgan Hazard und Raphael Guerreiro darüber gesprochen, wie wir auf dem Feld gehandelt hätten. Und wir waren uns einig, dass wir – wenn so etwas bei uns geschieht – geschlossen als Mannschaft vom Feld gehen", schreibt der Verteidiger von Borussia Dortmund dazu.

Manuel Akanji nimmt Schiedsrichter bei Rassismus-Vorfällen im Stadion in Schutz

Eigentlich sieht das Drei-Stufen-Protokoll der UEFA vor, dass der Schiedsrichter im Fall von Rassismus im Stadion über das weitere Vorgehen entscheidet. Dass der BVB selbst die Initiative ergreifen würde, liege auch daran, dass solche Situationen für die Offiziellen nicht leicht zu handhaben seien, erklärt Manuel Akanji.

"Oftmals hören sie die Beleidigungen ja nicht mal. Das heißt, der Spieler muss zum Unparteiischen rennen und erklären, was passiert ist. Für den Schiedsrichter ist es dann schwer, die Situation richtig zu beurteilen."

In der Folge seien ohnehin der gesamte Verband und die Vereine gefordert, Stadionverbote konsequent durchzusetzen. Es gehe, so Dortmunds Manuel Akanji, nur mit der Unterstützung von oben.

Borussia Dortmund: Manuel Akanji ist im Profibereich vom Rassismus verschont geblieben

Manuel Akanji selbst habe in seiner Zeit als Profi beim BVB und beim FC Basel noch keine direkten Erfahrungen mit rassistischen Vorfällen im Stadion machen müssen. Einzig in seinen Jahren im Nachwuchs habe es entsprechende Vorkommnisse gegeben.

Anders sieht das auf seinen Social-Media-Kanälen aus. Dort bekomme er regelmäßig Nachrichten mit rassistischen Vorfällen zugeschickt. "Aber ganz ehrlich: Das sind Leute, die sich hinter ihrem Laptop verstecken. Sie würden sich wahrscheinlich kaum trauen, mir das direkt ins Gesicht zu sagen."

Video: Manuel Akanji zeigt Internet-Hatern die kalte Schulter

Seinen Beitrag für Watson schließt der Schweizer mit einem Lob für Leon Goretzka (25), der von 2013 bis 2018 für den großen Rivalen Schalke 04 spielte, ab: "Was ich richtig stark finde, sind Fussballer, die dazu ihre Meinung sagen und sich klar positionieren, wie das zum Beispiel Bayerns Leon Goretzka zuletzt tat."

Der frühere Schalke-Spieler Leon Goretzka positioniert sich regelmäßig gegen Rassismus.

Der Mittelfeldspieler vom FC Bayern München besuchte unter anderem jüngst die KZ-Gedenkstätte Dachau. Die dazu veröffentlichten Bilder versah er mit den Hashtags "#neverforget" und "#niewieder" und erhielt dafür viel Zuspruch.

cke

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