Sonst Talentförderer

BVB-Mann soll Magisches schaffen: Ghana hofft auf Otto Addo

Otto Addo soll Ghana wieder Glanz verleihen. Langfristig sieht sich der BVB-Talentförderer aber in Deutschland.

Dortmund – Otto Addo wusste lange gar nicht, ob er für die Rolle als Retter seines Heimatlandes überhaupt Zeit hat. Schließlich kümmert er sich hauptberuflich um die Rohdiamanten von Borussia Dortmund. Doch keine zwei Monate vor WM-Start kam von den Westfalen grünes Licht: Moukoko und Co. können kurz warten, der ehemalige Bundesligaprofi darf sich seiner wohl größten Mission widmen.

Ex-BVB-Profi Otto Addo mit Ghana optimistisch: „Alles ist möglich“

Als Trainer soll er sich beim Wüstenturnier zum Heilsbringer aufschwingen - und aus der Fußball-Nationalmannschaft Ghanas das durchaus vorhandene Überraschungspotenzial hervorzaubern. „Keine WM ist rückblickend so gelaufen, wie es Experten vorher prognostiziert haben - daher gehe ich relativ unbefangen an die Aufgaben heran“, so Ex-BVB-Profi Addo: „Alles ist möglich.“

Doch vergangene Ergebnisse lassen daran Zweifel aufkommen. Seit dem sensationellen Viertelfinaleinzug bei der Weltmeisterschaft 2010 gab es kaum Lichtblicke.

Wenige Lichtblick für Ghana: BVB-Mann soll Magisches schaffen

Vorrundenaus bei der WM 2014, vier Jahre später Endstation in der Qualifikation - der Trend des Weltranglisten-61. ging stets nach unten. Den Tiefpunkt erreichten die Black Stars schließlich mit dem Vorrundenaus beim Afrika Cup im Januar, in drei Spielen gab es nur einen Punkt. 

Der Serbe Milovan Rajevac musste gehen, Addo übernahm als Feuerwehrmann für die Play-offs. Nach einem 0:0 im Heimspiel rettete sich Ghana dank der Auswärtstorregel mit einem 1:1 in Nigeria nach Katar - und der eigentliche Talentetrainer des BVB blieb erstmal in der Verantwortung. Dabei verfügt er über einen spannenden Kader. 

BVB-Talentförderer Otto Addo tritt mit Ghana bei der WM 2022 an.

Ghana trifft mit BVB-Talentförderer Otto Addo auf Portugal

Erfahrene Führungsspieler wie Thomas Partey vom FC Arsenal oder die bereits 2014 im Gruppenspiel gegen Deutschland eingesetzten Ayew-Brüder Andre und Jordan mischen sich mit hoffnungsvollen Talenten wie Ajax-Shootingstar Mohammed Kudus, Southamptons Mohammed Salisu oder dem Freiburger Daniel-Kofi Kyereh. Dazu wurde mit Inaki Williams, dessen Vater Ghanaer ist, ein in Spanien geborener Angreifer kurzfristig zum Verbandswechsel bewegt. 

Zum Auftakt wartet mit Portugal und Superstar Cristiano Ronaldo am 24. November ein dicker Brocken. Es folgen in Gruppe H Duelle mit Südkorea und dem zweimaligen Weltmeister Uruguay, mit dem nach dem bitteren Viertelfinal-Knockout 2010 noch eine Rechnung offen ist. 

Otto Addo sieht sich beim BVB

„Unsere Gruppe ist sicherlich nicht einfach, das ist klar. Ich denke aber, dass die Mannschaften abgesehen vielleicht von Portugal, gegen die es natürlich extrem schwer wird, ausgeglichen sind“, sagte Addo.

Seine Zeit als Nationaltrainer wird selbst bei einem unerwarteten Erfolgslauf wohl nach der WM enden. „Ich denke, als Nationaltrainer sollte man langfristig betrachtet auch in dem Land leben, für das man arbeitet“, sagte der 47-Jährige: „Aber ich sehe mich persönlich in den nächsten Jahren in Deutschland.“ Also wieder bei Moukoko und den anderen BVB-Juwelen. SID

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