Kommentar

BVB-Freilos in der Champions League: Das Scheitern von Manchester City hat Geschichte

Der BVB trifft im Viertelfinale der Champions League auf den haushohen Favoriten Manchester City. Das ist aber gar nicht so schlecht, findet RUHR24-Autor Nicolas Luik.

Dortmund – Borussia Dortmund trifft im Viertelfinale der Champions League auf Manchester City. Das „Hammer-Los“ ist in aller Munde. Schlimmer hätte es nicht kommen können, so der allgemeine Tenor.

WettbewerbChampions League
RekordsiegerReal Madrid (13 Titel)
TitelträgerFC Bayern München; (6. Titel)
RekordspielerIker Casillas (177 Spiele)

BVB im Viertelfinale der Champions League: Manchester City geht als klarer Favorit ins Spiel

„Das ist ein Hammer-Los für uns. Aber wir freuen uns darauf, uns mit dieser Mannschaft mal messen zu können“, sagte der Lizenzspielerleiter von Borussia Dortmund, Sebastian Kehl, im Anschluss an die Champions-League-Auslosung ehrfürchtig.

„Kein Wunder“ sei es, dass die Mannschaft aktuell mit 14 Punkten Vorsprung vor dem Stadtrivalen Manchester United die Premier League anführe. Und ja, die Milliarden-Truppe von Besitzer Scheich Mansour bin Zayed al-Nahyan ist stark.

BVB gegen Manchester City in der Champions League: Viertelfinale gegen die Milliarden-Truppe

21 Spiele hatte man in Folge gewonnen, bis es am 7. März mal wieder eine Niederlage gegen Manchester United gab. Kevin De Bruyne, Raheem Sterling, Riyad Mahrez, Gabriel Jesus, Phil Foden und nicht zuletzt Ex-BVB-Profi Ilkay Gündogan in Gala-Form: Viel besser wird es in Europa derzeit nicht mehr.

Das musste auch Borussia Mönchengladbach im Achtelfinale feststellen, das mit dem künftigen BVB-Coach Marco Rose zweimal mit 0:2 gegen Manchester City verlor. Und hoffnungslos unterlegen aus der Champions League ausschied.

Für den BVB geht es im Champions-League-Achtelfinale gegen Manchester City.

BVB im Champions-League-Viertelfinale: Wer in München mithält, kann auch Manchester City schlagen

Aber: Der BVB ist eine andere Hausnummer als Gladbach. Zuletzt hat die Mannschaft unter Trainer Edin Terzic gezeigt, dass sie eine Einheit ist. Dass jeder für jeden rennt und bis zum Schluss alles gibt.

Aus München hat der BVB bei der 2:4-Niederlage gegen den FC Bayern mit dieser Einstellung fast einen Punkt entführt. Bis zur 88. Minute stand es noch 2:2 in der Arena des Schreckens, wo Borussia Dortmund in den Jahren zuvor mit 0:4, 0:5 und 0:6 Schiffbruch erlitten hatte.

BVB-Gegner in der Champions League: Das Scheitern von Manchester City im Viertelfinale ist Programm

Wenn der BVB also in München mithalten kann, warum nicht auch gegen Manchester City? Zumal ein wesentlicher Fakt im Viertelfinale der Champions League ganz klar für die Westfalen spricht.

Die Star-Truppe von Trainer Pep Guardiola gilt schon seit Jahren als Top-Favorit auf den Gewinn der Königsklasse. Gelungen ist das noch nie. Stattdessen schieden die Cityzens dreimal im Folge im Viertelfinale aus.

BVB gegen Manchester City in der Champions League: Grübler Pep Guardiola als Faktor

Die Gegner hießen FC Liverpool (damals unter Jürgen Klopp noch in der Sanierungsphase), Tottenham Hotspur und Olympique Lyon. Allesamt waren sie im Vorfeld klare Außenseiter gegen Manchester City. Wie jetzt auch der BVB.

Unter Pep Guardiola, dem genialen Strategen, ist das ein bekanntes Muster. Geht es in K.o.-Spiele, neigt er zur Übertreibung. Was normalerweise gut funktioniert, stellt er plötzlich um. Weil er noch mehr aus seiner Mannschaft herausholen will.

BVB im Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester City: wie einst Olympique Lyon?

Es ist das Streben nach absoluter Perfektion, womit Manchester City sich in der Champions League schon traditionell selbst schlägt. Zu verkopft sei Pep Guardiola in großen Spielen, meinte einst sogar sein Ex-Schützling Thomas Müller gegenüber The Athletic. Er weiche zu sehr von seinem Spiel ab.

„Wenn Spieler das so empfinden, wenn Thomas das so empfunden hat, dann ist das eine gute Info für mich. Vielleicht hat er ja Recht …“, sagte der Trainer von Manchester City im Februar 2020 dazu. Wenige Monate später folgte die 1:3-Niederlage gegen den Mega-Underdog Olympique Lyon.

Erling Haaland könnte für den BVB im Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester City zum entscheidenden Faktor werden.

BVB-Hoffnungsträger im Champions-Leauge-Viertelfinale gegen Manchester City: Erling Haaland

Der BVB darf sich also berechtigte Hoffnungen machen, dass der vermeintlich übermächtige Gegner im Viertelfinale wieder in sein bekanntes Dilemma verfällt. Dazu kommt: Edin Terzic hat selbst ein Trumpf-Ass im Ärmel.

Mit Erling Haaland stellt Borussia Dortmund den absoluten Tor-Giganten der laufenden Champions-League-Saison. Seinen zehn Toren in sechs Spielen kann kein Angreifer auch nur annähernd das Wasser reichen. Er wird auch Grübler Pep Guardiola Sorgen bereiten.

Hinweis: Dieser Kommentar entspricht der Ansicht des Autors und gibt nicht zwingend die Meinung der gesamten Redaktion wieder.

Rubriklistenbild: © Marton Monus

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