Trainerdiskussion rund um Dortmund

Zerreißprobe für den BVB und Trainer Lucien Favre: Drei Optionen gibt es jetzt

Vertrag bis Sommer 2021, Zukunft trotzdem unklar: Das ist der Beziehungsstatus zwischen dem BVB und Lucien Favre. Jetzt gibt es drei Möglichkeiten.

  • Die Trainer-Diskussion rund um Borussia Dortmund reißt trotz einer starken Bundesliga-Rückrunde nicht ab.
  • Noch immer ist nicht klar, ob Lucien Favre tatsächlich über den Sommer 2020 hinaus beim BVB bleibt.
  • Stand jetzt gibt es drei Optionen für die Zukunft.

Dortmund – Es war im März 2020, als RUHR24-Redakteur Christian Keiter nach dem lethargischen Auftritt in der Champions League gegen Paris Saint-Germain in seinem Kommentar schrieb: Mit Trainer Lucien Favre holt der BVB keinen großen Titel.

Name

Lucien Favre

Geboren

2. November 1957 (Alter 62 Jahre), Saint-Barthélemy VD, Schweiz

Größe

1,78 Meter

Gewicht

70 Kg

Ehefrau

Chantal Favre

Bisherige Trainerstationen u.a.

BVB (seit 2018), OGC Nizza (2016 - 2018), Gladbach (2011 - 2015), Hertha BSC (2007 - 2009)

Kinder

Loic Favre

Vorwurf an Lucien Favre (BVB): Borussia Dortmund scheitert immer in entscheidenden Spielen

Die Intention dahinter: Immer, wenn sich Borussia Dortmund unter Trainer Lucien Favre (62) eine Chance bietet, scheitert er – oder die Mannschaft? Es folgen urplötzlich personelle oder taktische Umstellungen der zuvor so lange erfolgreichen Mannschaft, die im Nachgang als Übel ausgemacht werden.

Leider zu gut haben die Anhänger der Borussia (alle BVB-Artikel auf RUHR24.de) vor allem das Auswärtsspiel gegen Bayern München vom 6. April 2019 exemplarisch vor Augen, als Kapitän Marco Reus (31) plötzlich in der Sturmfront auflief. 

Obwohl zuvor schon unzählige Male darüber mehr oder weniger debattiert wurde, dass diese Position nicht die ideale für den deutschen Nationalspieler ist. Am Ende gewann der Deutsche Rekordmeister 4:0. Allerdings fällt Marco Reus auch immer wieder mit Verletzungen aus und hat sich nun Hilfe in München gesucht.

Lucien Favre (BVB): Jesse Marsch bei Borussia Dortmund angeblich als Nachfolger im Gespräch

Es gibt unzählige Beispiele, die den Zorn der BVB-Fans hervorrufen, weil das unbestrittene Taktik-Genie Lucien Favre meint, etwas Besonderes ausprobieren zu müssen, um in einem wichtigen Spiel den entscheidenden Punch setzen zu können. Tenor: Der 62-Jährige ist ein sehr guter Trainer, aber Titel heimst Borussia Dortmund mit ihm nicht ein.

Trainer Lucien Favre ist beim BVB nicht über jeden Zweifel erhaben.

Kein Wunder also, wenn immer wieder Gerüchte über seine Demission auftauchen. Zuletzt hieß es, dass Jesse Marsch als Nachfolger von Lucien Favre beim BVB gehandelt würde.

Lucien Favre (BVB): Vertrag bei Borussia Dortmund bis Sommer 2021 gültig

Der Vertrag von Lucien Favre bei Borussia Dortmund ist noch bis Sommer 2021 gültig. Dennoch erscheint selbst vor dem BVB-Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (zum Live-Ticker), dem 34. und damit letzten Spieltag der laufenden Saison, unklar, ob der Trainer über den Sommer 2020 hinaus bleiben wird.

Zuletzt dementierte der BVB zwar energisch einen vermeintlich angekündigten Abschied von Lucien Favre. Ein klares Bekenntnis der Verantwortlichen über das anstehende Saisonende hinaus fehlt trotzdem bislang. Echte Liebe sieht anders aus. Wie geht es also weiter?

Lucien Favre (BVB): So kann es bei Borussia Dortmund weitergehen

Drei Optionen gibt es nach der Saison 2019/2020:

  • Lucien Favre bleibt BVB-Trainer und geht in sein letztes Vertragsjahr
  • Borussia Dortmund trennt sich von Trainer Lucien Favre
  • Lucien Favre schmeißt doch hin und verlässt den BVB freiwillig sofort

Welches ist die wahrscheinlichste Variante? Die Sport Bild berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe (24. Juni), dass der 62-Jährige bleiben wird. Dafür gibt es offenbar gute Gründe.

BVB: Lucien Favre hat den besten Punkteschnitt aller Trainer von Borussia Dortmund

Lucien Favre hat nach wie vor den besten Punkteschnitt aller BVB-Trainer (2,16). Der gebürtige Schweizer ist noch besser als Thomas Tuchel (2,09) und Jürgen Klopp (1,9). Noch dazu erzielte Borussia Dortmund bereits jetzt so viele Tore in einer Saison, wie noch nie zuvor (84).

Lucien Favre hat den besten Punkteschnitt aller BVB-Trainer und verweist den beliebten Jürgen Klopp auf Platz drei.

Zwar gilt der 62-Jährige nicht als emotionaler Lautsprecher, der die Mannschaft wie beispielsweise Jürgen Klopp energisch mitreißen kann. Doch sein Verhältnis zu den Spielern gilt als intakt, weil er ihnen respektvoll begegnet. Und es gibt noch mehr Gründe.

BVB: Julian Nagelsmann gilt nach wie vor als Wunschlösung bei Borussia Dortmund

Demnach wird Lucien Favre in Dortmund hoch angerechnet, wie sich Jadon Sancho (20) und Achraf Hakimi (21) entwickelt haben. Ist ein anderer Grund aber womöglich der alles entscheidende?

Demnach gilt Julian Nagelsmann (32) nach wie vor als Wunschlösung des BVB. Der 32-Jährige steht aber bei RB Leipzig unter Vertrag.

Lucien Favre (BVB): Entlassung bei Borussia Dortmund ist unwahrscheinlich

Dass Lucien Favre beim BVB fliegt, ist demnach unwahrscheinlich. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass die Verantwortlichen von Borussia Dortmund vollkommen zufrieden sind.

Video: BVB-Star Julian Brandt "nicht zufrieden" mit Vize-Titel: "Wir wollen mehr!"

Es nagt an den Bossen, dass das Team zuletzt wiederholt im Achtelfinale der Champions League und des DFB-Pokals ausgeschieden ist. "Es ist ganz wichtig, dass wir uns und unseren Erfolg nicht nur über die Bundesliga definieren", sagte Hans-Joachim Watzke zuletzt im Interview mit den Ruhr Nachrichten.

Borussia Dortmund will im DFB-Pokal und in der Champions League mehr als nur das Achtelfinale erreichen

Die Ansage überrascht nicht, stand der BVB doch vor dem Antritt von Lucien Favre in sieben Jahren fünfmal im DFB-Pokal-Finale. Schmeißt er also womöglich hin, weil er nicht die absolute Rückendeckung spürt, obwohl der Mannschaft in der Liga kaum etwas vorzuwerfen ist?

2015 schmiss der Trainer bei Borussia Mönchengladbach schon einmal plötzlich hin, als die ersten fünf Ligaspiele allesamt verloren gingen. Ein solches Szenario gilt dieses Mal aber als sehr unwahrscheinlich. Bleibt er, muss Borussia Dortmund aber schon jetzt damit rechnen, dass die Diskussionen bei der kleinsten Krise wieder von vorne beginnen.

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