BVB-Coach gibt nicht auf 

Meisterrechnung von Lucien Favre: So holt der BVB doch noch (den) Titel 

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BVB-Trainer Lucien Favre hat den Meistertitel noch nicht abgeschrieben.

BVB-Trainer Lucien Favre hat den Meistertitel noch nicht abgeschrieben und verrät, was sein Team in der Rückrunde besser machen muss, um ihn zu holen.

  • Das erste Spiel der Rückrunde steht für den BVB am Samstag um 15.30 Uhr beim FC Augsburg an. 
  • Trainer Lucien Favre ist überzeugt davon, dass seine Mannschaft trotz großem Rückstand in der Tabelle noch deutscher Meister werden kann. 
  • Dafür könnte er bei Borussia Dortmund erneut das System umstellen. 

Dortmund - Bis zum Rückrundenauftakt beim FC Augsburg sind es für Borussia Dortmund nur noch wenige Tage. Der BVB bereitet sich bereits akribisch auf die Begegnung vor. Besonders Trainer Lucien Favre (62) legt sich ins Zeug, um mit einem positiven Ergebnis ins Pflichtspieljahr 2020 zu starten.

Lucien Favre: BVB-Trainer schärft die Sinne seiner Spieler 

Das ist aus Dortmunder Sicht auch bitter nötig. Der BVB liegt inzwischen nämlich 7 Punkte hinter Spitzenreiter RB Leipzig und darf sich keine großen Aussetzer mehr erlauben. Das sieht auch der Schweizer Lehrmeister so und mahnt im Kicker-Interview mit Blick auf den Samstag (18. Januar): "Unser Hauptaugenmerk muss darauf liegen, nicht zu viele Punkte einfach wegzugeben."

Ein Rezept, wie den Westfalen dieses schwierige Unterfangen gelingen soll, hat Lucien Favre, mit dem der BVB laut RUHR24-Redakteur Christian Keiter nie einen großen Titel holen wird, bereits parat: "Wir kassieren zu viele unnötige Tore durch Stellungsfehler oder mangelnde Antizipation. Es ist nicht möglich, immer drei Tore selbst schießen zu müssen, um zu gewinnen."

BVB: Lucien Favre nimmt die Abwehr in die Pflicht

Mit dieser Ansage nimmt der 62-Jährige vor allem die Defensivspieler der Borussia in die Verantwortung. 24 Gegentore in 17 Spielen sind ein großer Schlag ins Kontor. Im Endspurt der Hinrunde stellte Lucien Favre, der als BVB-Trainer durch Adi Hütter (50) ersetzt werden könnte, daher auf 3er- bzw. 5er-Kette um. 

Die neue taktische Ausrichtung erfüllte kurzfristig auch ihren Zweck, allerdings verpuffte der Effekt zum Ende hin. Das hat auch der Coach so analysiert: "Wir haben das gut gemacht mit drei Innenverteidigern. Das hat die anderen Klubs überrascht. Jetzt vielleicht nicht mehr so sehr."

BVB: Rückt Lucien Favre in der Rückrunde von seiner 5er-Kette ab?

Im Trainingslager in Marbella ließ Lucien Favre deshalb in den Testspielen gegen Mainz 05 und Feyenoord Rotterdam mehrere Systeme spielen. Trotzdem scheint der zweimalige Schweizer Meister eher ein Fan der Viererkette zu sein, wie er selbst dem Kicker gegenüber klarstellte:

"Nach meiner Einschätzung funktionieren zwei Systeme am besten: 4-2-3-1 oder 4-3-3. Alle großen Vereine spielen mit Viererkette." Gut möglich also das der BVB in der Rückrunde wieder auf sein altes System umstellt. 

Lucien Favre über die Meisterschaft mit dem BVB: "Alles ist möglich"

Ganz egal welche taktische Grundordnung der Vizemeister in Zukunft auf den Rasen bringen wird, Lucien Favre hat die Meisterschaft ebenso wenig abgehakt, wie Torhüter Roman Bürki (29) und Abwehrass Manuel Akanji (24). Obwohl er sich ungern zum Titelkampf äußert, hat der 62-Jährige dennoch eine kleine Ansage in Richtung Konkurrenz geschickt: "Das sind zwei Siege und ein Unentschieden. Alles ist möglich." 

Der letzte Satz trifft auch auf den DFB-Pokal zu. In diesem Wettbewerb sind die Westfalen nämlich auch noch vertreten und planen zunächst die Revanche gegen Werden Bremen. Nach zwei Jahren Abstinenz könnte der Klub in dieser Saison wieder ins Pokalfinale einziehen. Schwierig aber nicht unmöglich wird dagegen das Champions-League Achtelfinale gegen Paris St. Germain und Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel (46).

Video: Lucien Favre kritisiert den Umgang mit Trainern 

Abseits vom sportlichen äußerte sich Lucien Favre auch zum Umgang mit den Trainern in der heutigen Zeit und kritisierte dabei vor allem die Medien: "Früher waren Trainer oft unantastbar. Wie heute mit ihnen umgegangen wird, ist teilweise verrückt."

Als Beispiel führte der Übungsleiter den ehemaligen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti (60) an, der vor Kurzem beim SSC Neapel entlassen wurde, weil er den Titelambitionen hinterherlief: "Sorry, das ist meiner Meinung nach ein wenig schwer mit dieser Mannschaft. Trotzdem wird er entlassen. Und von diesen Beispielen gibt es viele.  Eines Tages werden Trainer anfangen, sich dagegen zu wehren".

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