Dortmund-Coach in Rage

Wut-Rede von Lucien Favre: BVB-Trainer kritisiert Reporter und bricht Interview ab

BVB-Trainer Lucien Favre antwortet eigentlich ruhig auf Fragen vor laufender Kamera. Doch nach dem Spiel gegen Lazio Rom bekam er einen Wut-Anfall.

Dortmund – Borussia Dortmund hat am Mittwochabend (2. Dezember) den Einzug in das Achtelfinale der Champions League geschafft. Doch nach dem 1:1-Remis des BVB gegen Lazio Rom überwog bei den Schwarz-Gelben keine übermäßige Freude. Verletzungsprobleme und eine fragwürdige Elfmeter-Entscheidung ließen die Emotionen überkochen – vor allem bei Trainer Lucien Favre (63).

NameLucien Favre
Geboren2. November 1957 (Alter 63 Jahre), Saint-Barthelemy VD
Größe1,78 Meter
EhepartnerinChantal Favre
Karrierebeginn1976
Aktuelle TrainerstationBorussia Dortmund (seit 2018)

Borussia Dortmund: Verletzter Erling Haaland fällt vorerst aus

Bereits kurz vor dem Spiel gab es die Horrormeldung aus Sicht der Fans des BVB: Erling Haaland (20) ist verletzt und fällt bis ins neue Jahr aus. Der Stürmer ist für Borussia Dortmund so etwas wie die Lebensversicherung. Trifft er, gewinnen die Schwarz-Gelben 92 Prozent ihrer Spiele in der Liga. Trifft der Norweger nicht, liegt die Siegquote nur bei 40 Prozent.

Ohne Erling Haaland gab es für den BVB inklusive des Lazio-Spiels in elf Spielen nur vier Siege, ein Remis und sechs Niederlagen. Zu allem Überfluss hat sich auch noch Mats Hummels (31) verletzt, der Dortmund-Profi gab eine erste Diagnose selbst bekannt.

Borussia Dortmund: Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter für Lazio Rom

Doch bei diesen Probleme blieb es am Mittwochabend bei Borussia Dortmund nicht. Denn Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz (43) zeigte in der 65. Minute für Lazio Rom auf den Punkt und sorgte damit für riesige Diskussionen aufseiten des BVB.

Ausgangspunkt war ein Zweikampf zwischen Nico Schulz (27) und Sergej Milinkovic-Savic (25). Der Serbe kam im Strafraum des BVB zu Fall, allerdings war in den Fernsehbildern zu sehen, wie der Lazio-Spieler vor dem Kontakt mit dem Dortmund-Verteidiger bereits vom Boden abhob. Trotz Sichtung der Szene durch den VAR gab der Schiedsrichter den Elfmeter.

BVB-Trainer Lucien Favre redete sich auf den Elfmeter für Lazio Rom angesprochen in Rage.

BVB-Trainer Lucien Favre redete sich auf die Szene angesprochen live bei Sky in Rage: „Wir kriegen einen unnötigen Penalty. Das ist kein Elfmeter. Es ist unglaublich. Es ist Theater, er ist im Schwimmbad. Er übertreibt, niemand sagt etwas, niemand spricht. Am Ende steht es 1:1, aber das ist nicht die Wahrheit.“

Lucien Favre (BVB): Trainer von Borussia Dortmund kritisiert den Schiedsrichter gegen Lazio Rom

Der Coach von Borussia Dortmund richtete seine Kritik vor allem an das Schiedsrichter-Team. Der Videoschiedsrichter Alejandro Hernandez (38) griff nicht ein. Das sah auch Sportdirektor Michael Zorc (58) so: „Der Videoschiedsrichter wird ad absurdum geführt, wenn ein solcher Elfmeter dann nicht zurückgenommen wird. Der muss einschreiten, sonst weiß ich nicht, warum wir das ganze Prozedere haben.“

Der angebliche Elfmeter-Verursacher Nico Schulz verstand die Entscheidung des Schiedsrichters ebenfalls nicht: „Ich dachte auch, dass der Video-Assistent sich das draußen noch einmal ansieht und dann etwas sagt – aber letztlich war es eben so.“

Sein Trainer Lucien Favre, einmal in Rage geredet, kam vor laufender Kamera aus seinen Wut-Anfall nicht mehr heraus. Noch einmal angesprochen auf die 1:2-Niederlage des BVB gegen Köln am Samstag (28. November) sprudelte es förmlich aus dem Schweizer heraus: „Real Madrid verliert 1:3 gegen Alaves, Manchester City ist die Nummer zwölf in England. Wir müssen aufhören, uns zu überschätzen, und das ist der Fall.“

Lucien Favre (BVB): Trainer von Borussia Dortmund freut sich über das Champions-League-Weiterkommen

Die Kritik an seiner Person und an Borussia Dortmund wollte der 63-Jährige nicht so stehen lassen. Womöglich spielte der Elfmeter für Lazio Rom zu diesem Zeitpunkt auch noch eine Rolle, ist Lucien Favre doch normalerweise eher ein Vertreter der ruhiger gewählten Worte.

Am Ende des Interviews richtete Lucien Favre den Blick aber wieder auf das Wesentliche beim BVB: „Wir sind qualifiziert, sie sind noch nicht qualifiziert. Punkt. Das ist das Wichtigste.“ Denn tatsächlich steht Borussia Dortmund bereits im Achtelfinale, während Lazio Rom ein Endspiel gegen den FC Brügge um das Weiterkommen in der Champions League bestreitet.

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