Vertrag in Dortmund läuft aus

Zukunft von Lucien Favre ungewiss: BVB-Boss Aki Watzke erstaunt mit neuen Aussagen

Zur Vertragssituation und Zukunft von Trainer Lucien Favre hüllten sich zuletzt beim BVB alle in Schweigen. Nun bezieht Hans-Joachim Watzke aber klar Stellung.

Dortmund – Sportlich läuft es bei Borussia Dortmund gut. Der BVB steht in der Bundesliga auf Platz zwei der Tabelle, hat vier Siege in Folge eingefahren und in dem Zeitraum keine Gegentore zugelassen. Trotzdem reißt die Trainer-Diskussion einfach nicht ab.

TrainerLucien Favre
VereinBorussia Dortmund
Geboren2. November 1957 (63 Jahre)
EhepartnerinChantal Favre
NationalitätSchweiz

BVB-Trainer Lucien Favre: Sein Vertrag läuft aus – Verlängerung gibt es noch keine

Dabei kann sich die Bilanz des BVB-Trainers sehen lassen: Als Lucien Favre (63) in der Saison 2018/2019 nach Dortmund kam, wurde er Tabellenzweiter mit 76 Punkten. 2020 belegte er den zweiten Platz mit 69 Punkten. Er ist der punktetechnisch der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte.

Dennoch: Die Debatte um Lucien Favre hält weiterhin an. Im kommenden Jahr läuft sein Vertrag bei Borussia Dortmund aus. Experten sind der Ansicht, dass eine bislang ausgebliebene Vertragsverlängerung als Misstrauensvotum verstanden werden kann (alle News zum BVB auf RUHR24.de).

Kritik an Lucien Favre (BVB): Trainer von Borussia Dortmund zu zögerlich

Kritiker bemängeln, Lucien Favre führe den BVB stets nur auf Platz zwei und hole keine Titel mit den Borussen. Er sei zu zögerlich. Bei Sky beschwor Lothar Matthäus zuletzt schon das Aus für BVB-Trainer Lucien Favre spätestens nach der Saison 2019/2020.

Im Interview mit der Sport Bild wies BVB-Boss Hans-Joachim Watzke die Vorwürfe zurück, Lucien Favre sei nicht emotional genug: „Es freut mich, wenn jetzt auch der kritischen Öffentlichkeit auffällt, dass er durchaus emotional sein kann. Wenn die Hütte voll ist, hört das nur niemand.“

Der emotionale Lucien Favre: Beim BVB-Spiel gegen Zenit feuert er seine Spieler am Seitenrand an.

BVB-Boss Watzke über Lucien Favre: „Ein Trainer muss authentisch sein“

Hans-Joachim Watzke lenkt allerdings auch ein, dass „Lucien gespürt hat, dass die Mannschaft in diesen Tagen ein bisschen mehr Ansprache braucht. Aber wir möchten und werden den Typ Lucien Favre nie ändern. Das wäre auch falsch. Ein Trainer muss authentisch sein.“

Kritisiert wurde der Trainer auch für eine schwächelnde Abwehr: 44 Gegentore in der ersten Saison, 41 in der zweiten – das sind keine Werte eines Spitzenteams. Aber offensichtlich schafft es Lucien Favre, dieses Defizit abzustellen. In den ersten Partien dieser Saison blieb der BVB siebenmal ohne Gegentreffer.

Lucien Favre beim BVB: Auf dem Weg zu Spitzenklasse

Wenn Ausreißer wie in Rom (1:3) und in Augsburg (0:2) ausbleiben, ist Borussia Dortmund mit Lucien Favre auf einem guten Weg zum europäischen Top-Format. Die Defensive ist stabil, die Offensive spektakulär. Da kommt es nicht von ungefähr, dass BVB-Sturmjuwel Erling Haaland bereits im Gespräch für einen Transfer bei Top-Klubs in Europa ist.

Zum auslaufenden Vertrag von Lucien Favre hat Hans-Joachim Watzke eine deutliche Meinung: „Wir haben uns darauf verständigt, im neuen Jahr zu sprechen und zu entscheiden, ob es für beide Seiten noch Spaß und Sinn ergibt.“ Es sei der Wunsch von beiden Seiten gewesen.

Druck auf BVB, Kritik an Lucien Favre: später Vertrag durchaus möglich

Kritiker, die dieses Verhalten als Misstrauensvotum auslegen, können in diesem Fall nach München blicken: Auch der FC Bayern hat mit Trainer Hansi Flick erst im April den Vertrag verlängert. Zu dem Zeitpunkt hatte der Bayern-Coach alles gewonnen und gute Aussichten in der Champions League erarbeitet.

Allen Anschein nach könnte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke es mit Lucien Favre ähnlich handhaben. Er hält der Schweizer jedenfalls für einen „hervorragenden Trainer“.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) hält Lucien Favre für einen „hervorragenden Trainer“.

BVB-Boss lobt Lucien Favre als hervorragenden Trainer

Hansi Flick scheint also durchaus als Vorlage zu dienen. Das wäre vielleicht für Lucien Favre auch eine gute Strategie: Siegen, siegen, siegen und dem BVB die Entscheidung zur Verlängerung des Vertrags leicht machen.

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