BVB: Lucien Favre braucht Erfolg: sonst droht eine Trainerdiskussion - ein Kommentar

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Lucien Favre beim Spiel zwischen dem BVB und Werder Bremen. Foto: Bernd Thissen/dpa

BVB-Sportdirektor Michael Zorc will keine Trainerdebatte. Bleibt der Erfolg weiter aus, ist der Job vin Lucien Favre bei Borussia Dortmund in Gefahr.

Am Sonntag (29. September) stellte sich BVB-Sportdirektor Michael Zorc (57) schützend vor Trainer Lucien Favre (61). Klar ist aber auch: Bekommen die Schwarzgelben nicht schnell die Kurve, ist eine Diskussion um die Zukunft von Dortmunds Chefcoach unausweichlich. Ein Kommentar.

  • Der BVB erlebt den schlechtesten Saisonstart seit der Saison 2014/15.
  • Trainer Lucien Favre gelang es bisher nicht, seine Mannschaft weiterzuentwickeln und die bekannten Fehler abzustellen.
  • Sportdirektor Michael Zorc bezeichnet die Partien in Prag und Freiburg als "richtungweisend."

Lucien Favre: schlechtester BVB-Saisonstart seit fünf Jahren

Dieser Artikel entspricht der Meinung des Autoren und spiegelt nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion wider. Elf Punkte aus sechs Spielen, Platz acht in der Tabelle. So lautet die ernüchternde Momentaufnahme in der Bundesliga. Der BVB legt aktuell den schlechtesten Liga-Saisonstart seit fünf Jahren hin. Damals beendete Dortmund die Hinrunde mit 15 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Auch wenn es vermessen wäre, etwaige Horrorszenarien für die aktuelle Spielrunde zu beschwören, ist Vorsicht geboten. Das Team von Lucien Favre weist momentan zu viele Baustellen auf, um erfolgreich Fußball spielen. Vom Gewinn der Deutschen Meisterschaft ganz zu schweigen.

Einerseits kassieren die Borussen zu viele Gegentore, besonders nach Standardsituationen. Andererseits gelingt es ihnen nicht, dominant geführte Spiele vorzeitig zu entscheiden.

Dem BVB fehlt die absolute Erfolgsgier, der unbedingte Wille, einen Gegner auf die Bretter zu schicken. Der immer wiederkehrende Fluch einer zu passiven Spielweise holt Dortmunds Konkurrenten oft ins Spiel zurück. Nicht zuletzt deswegen wächst die Kritik an Lucien Favre.

Sportdirektor Michael Zorc: "Wir führen keine Trainerdiskussion“

Trotzdem steht der Schweizer Coach beim BVB nicht zur Debatte. „Wir führen keine Trainerdiskussion“, erklärte Michael Zorc bei den Ruhr Nachrichten. Der Sportdirektor bezeichnete die derzeitige Situation als „unbefriedigende Phase.“

Die aktuellen Probleme kommen dabei nicht überraschend und sind auch nicht neu. Bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison zeigten sich diese Schwächen. Negativ in Erinnerung blieben die Heimspiele gegen Mainz, Hoffenheim oder Leverkusen. Auswärts ließ der BVB in Nürnberg, Frankfurt, Augsburg oder Bremen leichtfertig Punkte liegen.

Den Verantwortlichen wird die fehlende Weiterentwicklung der Mannschaft nicht entgangen sein. Trotz großer Investitionen und vielversprechender Neuzugänge treten die bekannten Probleme weiterhin auf.

Lucien Favre muss den BVB wieder in die Spur bringen

Dass Michael Zorc nach nur neun Pflichtspielen noch keine Trainerdiskussion führen möchte, ist verständlich und auch richtig. Bei den selbst gesteckten Zielen der Schwarzgelben bleibt allerdings nicht viel Zeit, um in die Spur zu kommen. Nicht umsonst bezeichnet Zorc die anstehenden Partien in Prag und Freiburg als „richtungweisend.“

Lucien Favre und sein Trainerteam müssen die PS des qualitativ hochwertigen Kaders schnell dauerhaft auf den Platz bekommen. Scheitert dieses Vorhaben, wird eine Debatte um die Zukunft des Trainers schon bald nicht mehr aufzuhalten sein. Bei Borussia Dortmund selbst kommen aktuell erneut Gerüchte um einen neuen Trainer auf. Eine französische Zeitung befeuert Gerüchte rund um José Mourinho und den BVB. Wird der Portugiese Nachfolger von Lucien Favre?