Ex-Profi kritisiert Borussia Dortmund

Lothar Matthäus verstärkt die Kritik an der Transferpolitik des BVB: "Es fehlen die letzten fünf bis zehn Prozent"

Lothar Matthäus kritisiert dem BVB nach dem Zoff mit Uli Hoeneß ebenfalls. Er spielt auf mögliche Transfer von Erling Haaland und Jadon Sancho an.

  • Borussia Dortmund setzt auf dem Transfermarkt oft auf hoffnungsvolle Talente.
  • Diese bleiben jedoch nur in den seltensten Fällen langfristig beim BVB (alle Artikel zu Borussia Dortmund bei RUHR24). 
  • Uli Hoeneß kritisiert den deutschen Vizemeister daher für seine Transferpolitik – die Antwort der Schwarz-Gelben fällt sehr deutlich aus. 

Update, Samstag (8. August), 15.28 Uhr: Nächste Runde im Zoff um die Aussagen von Bayern-Boss Uli Hoeneß (68). Jetzt hat sich auch TV-Experte Lothar Matthäus (59) zu Wort gemeldet.

Im Gespräch mit Web.de sagte der deutsche Rekordnationalspieler, er könne die Kritik an der Transfer-Strategie des BVB nachvollziehen. Der Grund: "Borussia Dortmund fehlen, trotz toller Arbeit, immer die letzten fünf bis zehn Prozent zu Titeln, weil sie nichts langfristig aufbauen können."

BVB: Matthäus kann Hoeneß-Kritik nachvollziehen

Tolles Scouting sei zwar "gut und schön" und bringe gutes Geld. Dann allerdings ginge es wieder von vorne los: "Wieder gutes Scouting, wieder wird ein Spieler verkauft. Und am Ende steht der zweite oder dritte Platz."

Das sei aber nicht der Anspruch des BVB, denn "dabei will Dortmund eigentlich Titel gewinnen. Auch bei Erling Haaland und Jadon Sancho wissen sie jedoch: Die sind spätestens übernächstes Jahr weg", so Lothar Matthäus. Ohnehin seien die Aussagen von Uli Hoeneß keine Stichelei gewesen, sondern nur dessen Meinung.

BVB vs. Bayern: Salihamdizic gibt Hoeneß Recht

Update, Freitag (7. August), 15.28 Uhr: Nach den Antworten aus Dortmund war nun der FC Bayern München anscheinend wieder an der Reihe. Sportvorstand Hasan Salihamidzic (43) äußerte sich nun auch zu der Thematik rund um Uli Hoeneß (68) und den BVB.

"Der Uli hat da ein Thema gehabt, und sorgt dabei auch inhaltlich für Zündstoff. Ich habe mich jetzt wirklich nicht so damit beschäftigt", sagte Hasan Salihamidzic in einer Videoschalte bei Sky und fügte an: "Aber er hat Recht."

Borussia Dortmund: Hasan Salihamidzic bestätigt Uli Hoeneß

Zudem schob der Sportvorstand des FC Bayern noch einen Satz nach: "Wenn der Uli etwas sagt, hat er immer Recht." Die Münchener würden schließlich zusammenhalten, so Hasan Salihamidzic.

Update, Dienstag (4. August), 8.40 Uhr: Uli Hoeneß' unaufgeforderte Kritik an der Transferpolitik des BVB bringt die Verantwortlichen der Westfalen auf die Palme. Nachdem Sportdirektor Michael Zorc (57) bereits zum verbalen Konter ansetzte, folgen jetzt weitere Zurechtweisungen.

Borussia Dortmund: Hans-Joachim Watzke ist verärgert wegen Uli Hoeneß

"Karl-Heinz Rummenigge und ich bemühen uns seit Jahren darum, dass die beiden größten deutschen Klubs ein respektvolles Verhältnis miteinander pflegen. Ich finde es sehr schade, dass in regelmäßigen Abständen versucht wird, dies zu unterwandern", zitiert die Bild den verärgerten BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (61).

Uli Hoeneß hat sich in einem Interview kritisch über die Transferpolitik des BVB geäußert.

Auch Reinhard Rauball (71) sichtlich irritiert über den Seitenhieb des Ehrenpräsidenten des FC Bayern München: "Die Aussagen hätte sich Uli Hoeneß besser gespart. Der Zeitpunkt ist auch sehr verwunderlich, schließlich haben die Bayern nächste Woche Champions League und eigentlich Besseres zu tun", kontert der Präsident von Borussia Dortmund in der Boulevardzeitung.

Borussia Dortmund: Roman Weidenfeller vermutet Frust bei Uli Hoeneß wegen Jude Bellingham

Torwart-Ikone Roman Weidenfeller (39) hat zumindest eine Vermutung, was Uli Hoeneß zu seinen Äußerungen bewegt haben könnte: "Da scheint der Frust mal wieder tief zu sitzen, dass sich Jude Bellingham gegen die Bayern und für den BVB entschieden hat", so der 39-Jährige. 

Ursprungsmeldung, Montag (3. August), 15.09 Uhr: Jude Bellingham (17), Jadon Sancho (20) und Erling Haaland (20). Mit diesen Transfers sorgte der BVB zuletzt europaweit für Schlagzeilen. Doch nicht überall löst die Transferpolitik der Westfalen Begeisterung aus. 

Verein

Borussia Dortmund

Trainer

Lucien Favre

Stadion

Signal Iduna Park

Kapazität

81.365

Trainingsplatz

Trainingsgelände Hohenbuschei

Borussia Dortmund: Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß kritisiert Transferpolitik des BVB

Kritik erntet Borussia Dortmund jetzt von Uli Hoeneß (68). Der Ehrenpräsident des FC Bayern München zeigte sich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ; Bezahlinhalt) ganz und gar nicht begeistert von der Transferpolitik des deutschen Vizemeisters. 

"Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Club selbst oder von außerhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird", kritisiert der 68-Jährige.  

Borussia Dortmund: Uli Hoeneß bezeichnet Transferpolitik des BVB als unklug

"Wie soll ein Spieler die DNA eines Vereins hundertprozentig aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein?", führt Uli Hoeneß fort. Anders als beim BVB würde es diese Denkweise beim FC Bayern München nicht geben.

"Wir holen Spieler für Bayern München. Und niemals, um daraus Geschäfte zu machen", lautet der Einwand des einstigen Bayern-Bosses. Dies könne Borussia Dortmund in den wichtigen Spielen zehn Prozent kosten. Die Vorgehensweise des Bundesligarivalen bezeichnet der 68-Jährige daher als "unklug", wie auch die Ruhr Nachrichten berichten. 

Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß (M.) ist ganz und gar nicht beeindruckt von der Transferpolitik des BVB.

Borussia Dortmund: Uli Hoeneß gibt dem BVB Ratschlag bei Jude Bellingham

Doch Uli Hoeneß wäre nicht Uli Hoeneß, wenn er dem BVB nicht direkt einen Ratschlag mit auf dem Weg geben würde. Und dieser betrifft ausgerechnet Borussia Dortmunds Neuzugang Jude Bellingham, an dem auch der FC Bayern München großes Interesse zeigte

"Warten Sie mal, wenn der gut spielt, wie schnell dann über Interesse von außen geredet wird. Ich würde das nicht so machen", so der Ehrenpräsident. 

Borussia Dortmund: Uli Hoeneß würde bei Transfers anders als der BVB vorgehen

"Ich würde der Öffentlichkeit, aber auch meinen eigenen Leuten sagen: Das ist unser Spieler, und wenn der gut spielt, der bleibt. Auch, wenn ich hundert Millionen kriege", stellt Uli Hoeneß klar.

Einen Beleg dafür, wie das funktionieren kann, lieferte der Weltmeister von 1974 gleich mit: "Robert Lewandowski saß im Sommer vor zwei Jahren hier bei mir und sagte, Herr Hoeneß, Sie müssen unbedingt mit Herrn Zahavi reden. Das war sein neuer Berater", führt er im Gespräch mit der FAZ aus.

Borussia Dortmund: Uli Hoeneß lobt den BVB in einem Punkt

"Ich sagte: Ja, gern, mein nächster Termin ist der 3. September." Also erst nach Ende der Sommer-Transferperiode. Dennoch hat Uli Hoeneß auch lobende Worte für die Transferpolitik von Borussia Dortmund übrig. 

Für Borussia Dortmund ist der Weg, auf dem Transfermarkt auf junge Talente zu setzen, alternativlos. Anders als der FC Bayern München kann der BVB seine Topspieler nur selten halten. Schließlich trennen die beiden Bundesligarivalen insbesondere im Gehaltsgefüge Welten. Uli Hoeneß' Ratschlag mag daher vielleicht nett gemeint sein, für den BVB ist er dennoch nicht umsetzbar, findet RUHR24-Autor Sven Fekkers.

"Im Sponsoring kommen sie an uns überhaupt nicht heran, aber damit haben sie unseren finanziellen Vorsprung ganz schön ausgeglichen", gemeint sind insbesondere die Transfers junger Top-Talente.

Uli Hoeneß verrät: Mit BVB-Star Jadon Sancho war der FC Bayern bereits einig

Dass der BVB europaweit als Mekka für die Stars von morgen bekannt ist, musste der FC Bayern München nicht nur beim Transfer von Jude Bellingham aus erster Hand erfahren. 

Auch bei Jadon Sancho hatte der Deutsche Rekordmeister damals das Nachsehen gegen den BVB: "Mit Sancho war bei uns alles klar, aber im letzten Moment entschied er sich für Dortmund", verrät Uli Hoeneß. 

Borussia Dortmund: BVB-Sportdirektor Michael Zorc kontert Uli Hoeneß

Doch die Antwort aus Dortmund lässt nicht lange auf sich warten. BVB-Sportdirektor Michael Zorc kontert den Seitenhieb von Uli Hoeneß deutlich. 

BVB-Sportdirektor Michael Zorc kontert die Kritik von Uli Hoeneß.

"Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant", stellt der 57-Jährige auf Nachfrage der Ruhr Nachrichten (Bezahlinhalt) klar. "Einiges ist auch sachlich de facto falsch", führt das Dortmunder Urgestein fort. 

Borussia Dortmund: Michael Zorc lässt Kritik von Uli Hoeneß nicht umkommentiert

Gemeint ist Uli Hoeneß' Aussage zu Jadon Sancho. Schließlich wurde dieser erst Thema beim FC Bayern München, als der Transfer zum BVB längst feststand, heißt es bei den Ruhr Nachrichten

Und auch ansonsten hat Michael Zorc für die Ratschläge aus München nur wenig übrig: "Grundsätzlich: Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken", so der Sportdirektor von Borussia Dortmund. 

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