Pleite gegen Franfkurt erschreckend

BVB-Desaster zeigt gnadenlos: Thomas Meunier hatte zu 100 Prozent Recht

Sebastian Rode von Eintracht Frankfurt (vorne) ist vor BVB-Stürmer Erling Haaland am Ball.
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Zweiter Sieger: Der BVB und Erling Haaland (r.) hatten gegen Eintracht Frankfurt das Nachsehen.

Die Qualifikation für die Champions League ist für den BVB nicht mehr in Sicht. Borussia Dortmund ist schlicht nicht mehr besser als Eintracht Frankfurt. Ein Kommentar.

Dortmund – Bei dem Heimspiel des BVB gegen Eintracht Frankfurt ging es um alles. Am Ende stand eine 1:2-Niederlage und eine bittere Erkenntnis, findet RUHR24-Autor Nicolas Luik.

VereinBorussia Dortmund
StadionSignal Iduna Park
TrainerEdin Terzic
TrainingsgeländeTrainingsgelände Hohenbuschei

BVB nicht mehr besser als Eintracht Frankfurt: Champions-League-Qualifikation ist zu Recht futsch

Nach dem Endspiel um die Champions-League-Qualifikation steht Borussia Dortmund mit sieben Punkten Rückstand auf den anvisierten vierten Platz da. Und mit der erschreckenden Gewissheit: Diese Mannschaft ist nicht mehr besser als Eintracht Frankfurt, wie auch die BVB-Einzelkritik zum Spiel zeigt.

Es fehlte nicht an Glück. Und wer den frenetischen Torjubel von Emre Can (27) und Mats Hummels (32) nach dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich sah, der wusste: Es fehlt auch nicht am Willen. Diese Mannschaft wusste um die Wichtigkeit des Spiels.

BVB-Fehlpassfestival gegen Eintracht Frankfurt: Nur durch Standard konnte ein Tor fallen

Die elf Spieler auf dem Platz wollten. Sie konnten es einfach nicht besser. Der BVB hat es schlichtweg nicht verdient, in der kommenden Saison wieder Champions League zu spielen.

Bezeichnend etwa, dass die beiden Abwehrspieler die Kugel nach einem Eckball über die Linie pressen mussten. Aus dem Spiel heraus lief nämlich gar nichts. Nur so konnte beim Fehlpassfestival von Dortmund überhaupt ein Treffer für die Borussia fallen.

BVB-Spieler erkennen: Diese Mannschaft ist nicht gut genug für die Champions League

Deshalb kam auch Mats Hummels nach dem Offenbarungseid gegen Eintracht Frankfurt bei Sky zu einer eisenharten Ansage: „Vielleicht sind wir technisch auch einfach nicht gut genug“. Eine ebenso gnadenlose wie treffende Einschätzung.

Von den 27 Bundesliga-Spielen dieser Saison hat Borussia Dortmund 37 Prozent verloren. BVB-Verteidiger Thomas Meunier (29) sagte kürzlich: „Im Moment bin ich durchschnittlich. Aber die Hälfte des Teams ist durchschnittlich. Und das ist das Problem.“ Wie Recht er doch hat!

Auch Erling Haaland konnte den BVB gegen Eintracht Frankfurt nicht retten.

BVB: Edin Terzic mit wilden Außenverteidiger-Experimenten

Bezeichnend allerdings auch: Er selbst schaffte es nicht einmal in die Startelf, obwohl Mateu Morey (21) nach überstandenen muskulären Problemen noch nicht bei 100 Prozent war. Und obwohl Lukasz Piszczek (35) auf der Bank sitzend nur noch eine Ehrenrunde nach einer großartigen Karriere dreht.

Bei Trainer Edin Terzic (38) ist die Furcht offenbar so groß gewesen, dass er Emre Can aus der Zentrale auf den rechten Flügel des BVB zog. Dieser wurde sogleich vor der Flanke zum Führungstreffer von Filip Kostic (28) stehengelassen (11.).

BVB gegen Eintracht Frankfurt: Mit Slapstick und Durchschnitt aus der Champions-League-Verlosung

Ähnlich Trist sieht die Lage auf der linken Abwehrseite aus. Dass Nico Schulz (28) den Ball per lupenreiner Bogenlampe ins eigene Netz versenkte: geschenkt. Die gesamte Leistung war erneut nicht dem angemessen, was ein Champions-League-Aspirant zeigen muss.

Später zeigte Raphael Guerreiros (27) nicht vorhandenes Zweikampfverhalten beim Knockout-Tor (87.) durch André Silva (25): Sein Platz liegt im Mittelfeld. Das Problem: Gegen Eintracht Frankfurt bekam er die Chance, das zu zeigen. Über eine Durchschnittsleistung kam aber auch er nicht hinaus.

BVB mit zahlreichen Baustellen: Jeder Spieler hat seine persönlichen Probleme

Selbiges gilt im Übrigen auch für die weiteren Positionen im BVB-Mittelfeld. Der 17-jährige Jude Bellingham kann nicht in jedem Spiel Leistungsträger sein. Zerstörer Thomas Delaney (29) benötigt einen genialen Nebenmann.

Giovanni Reyna (18) schafft es derzeit nicht einmal mehr in die Startelf. Julian Brandt (24) blieb heute sogar 90 Minuten lang draußen. Thorgan Hazard produzierte Fehler am laufenden Band (28). BVB-Stürmer Erling Haaland (20) wirkte bei seinen seltenen Abschlüssen, als sei er im Geiste gemeinsam mit Berater Mino Raiola (52) und Vater Alf-Inge (48) schon auf Transfer-Reise durch Europa.

BVB-Video: Eintracht Frankfurt schlägt Borussia Dortmund

BVB ohne Erling Haaland und Jadon Sancho nur Durchschnitt: Offenbarungseid gegen Frankfurt

Und so muss man zu dem Schluss kommen: Wenn der Tor-Magnet nicht liefert und ein Ausnahmekönner wie Jadon Sancho (21) dem BVB verletzt fehlt, bleibt nicht mehr viel Spitzenklasse übrig. In der Schlussphase des Spiels gegen Eintracht Frankfurt wirkte es, als sei diese Erkenntnis auch bei den Spielern angekommen.

Bezeichnend etwa, dass Kapitän Marco Reus (31) seine Auswechselung beim Stand von 1:1 in der 80. Minute als persönliche Beleidigung verstand. Und schmollend vom Platz schlich, anstatt zur Seitenlinie zu sprinten und seinen Ersatzmann anzufeuern.

Es präsentierte sich eine Mannschaft, die den Eindruck vermittelte: Wir können mit dem Unentschieden leben. Eine Mannschaft, der selbst bewusst wurde: Wir sind nicht mehr besser als Eintracht Frankfurt. Wir sind tatsächlich nur noch durchschnittlich. Die Bestätigung folgte schonungslos, als André Silva zum 1:2 einnickte.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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