Unsichere Zukunft in Dortmund

Interview sorgt für Aufregung: Ex-Trainer kritisiert Einstellung von BVB-Star Julian Brandt

Wo liegt die Zukunft von Julian Brandt? Nach dem BVB-Auftakt folgten markige Worte – und eine Forderung vom Sportdirektor. Ein Ex-Trainer kritisiert ihn derweil.

Dortmund – Schon im Frühling kamen erste Gerüchte auf, wonach der BVB einem Transfer von Julian Brandt für 25 Millionen Euro in diesem Sommer zustimmen würde. Diese Gerüchte halten sich hartnäckig, denn der vielseitig einsetzbare Mittelfeldspieler bleibt nach wie vor noch den Nachweis schuldig, Fußstapfen bei den Schwarz-Gelben zu hinterlassen.

NameJulian Brandt
Geboren2. Mai 1996 (Alter 25 Jahre), Bremen
Größe1,85 Meter
Gewicht83 Kg
ElternJürgen Brandt, Heike Brandt
GeschwisterJannis Brandt, Jascha Brandt

Julian Brandt (BVB): Für 25 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zu Borussia Dortmund gewechselt

Im Sommer 2019 verpflichtete Borussia Dortmund Julian Brandt von Bayer Leverkusen und überwies dafür 25 Millionen Euro an die Werkself. Doch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt seitdem nicht.

Zwar absolvierte der 25-Jährige in zwei Spielzeiten für den BVB satte 87 Pflichtspiele (11 Tore und 15 Vorlagen). Doch überzeugen konnte der ehemalige deutsche Nationalspieler (35 Länderspiele, 3 Tore) in dem Zeitraum nur selten. Bekommt er dennoch jetzt noch eine dritte und letzte Chance?

Julian Brandt: BVB-Zukunft hängt mit dem neuen Dortmund-Trainer Marco Rose zusammen

Die BVB-Zukunft von Julian Brandt hängt ganz eng mit Trainer Marco Rose zusammen. Der 44-Jährige wird sich von jedem seiner neuen Spieler ein genaues Bild machen wollen.

Michael Zorc deutete zuletzt schon gegenüber der Bild an, dass der gebürtige Bremer über die Transferperiode hinaus bleiben darf. „Es ergibt total Sinn, dass sich Julian unter dem neuen Trainer beweisen kann.“ Allerdings gab es zugleich auch eine unmissverständliche Forderung des Sportdirektors an den jungen Kicker.

Julian Brandt (l.) hat unter dem neuen BVB-Trainer Marco Rose noch eine Chance.

Julian Brandt (BVB): Sportdirektor Michael Zorc erhöht den Druck

„Er ist ein guter Typ, hat unglaubliches Potenzial. Ich erwarte von ihm allerdings eine Leistungssteigerung und, dass er dieses Potenzial kontinuierlich abruft.“

Ohne Frage: Julian Brandt steht beim BVB am Scheideweg. Doch woran liegt es trotz des offensichtlich vorhandenen Potenzials? Zu Beginn seiner Karriere stand seine Einstellung zumindest schon einmal im Weg, wie ein Ex-Trainer ihn nun in einem Interview kritisiert hat.

Julian Brandt (BVB): Ex-Trainer Frank Wormuth fällt heftige Kritik

„Julian war schon damals ein überragender Kicker, seine Einstellung bei uns fand ich aber nicht so überragend“, fällt Frank Wormuth im Interview mit Spox ein heftiges Urteil. Der heute 60-Jährige ist aktuell beim niederländischen Erstligisten Heracles Almelo Trainer. Von 2008 bis 2018 war der gebürtige Berliner Leiter der Fußballlehrer-Ausbildung an der Hennes-Weisweiler-Akademie des DFB.

Julian Brandt muss von Ex-Trainer Frank Wormuth heftige Kritik einstecken.

Parallel dazu trainierte er zwischen 2010 und 2016 die deutsche U20-Nationalmannschaft. „Dass er beispielsweise bei der WM 2015 in Neuseeland mitspielen wollte, die Vorbereitungsspiele aber absagte, war ein Dorn im Auge“, so Frank Wortmuth über den heutigen BVB-Profi Julian Brandt. Zum damaligen Zeitpunkt war der Mittelfeldspieler seit eineinhalb Jahren bei Bayer Leverkusen.

Julian Brandt (BVB): Ex-Trainer Frank Wormuth hat keine gute Erfahrung gemacht

„Bei der WM selbst hat er dann leider nicht den Unterschied gemacht“, fällt Frank Wormuth ein deutliches Urteil. „Ich bin von seiner fußballerischen Qualität absolut überzeugt, meine Erfahrung mit ihm war aber nicht gut.“

Ein Warnsignal für den BVB? Julian Brandt selbst gibt sich zumindest verbal kämpferisch. Nach dem Trainingsauftakt beim BVB fiel der 25-Jährige mit markigen Worten auf.

Ein Bild aus alten Tagen: Mit der Einstellung von Julian Brandt (l.) war sein Ex-Trainer Frank Wormuth nicht einverstanden.

Julian Brandt (BVB): Markige Worte und Ansage für neue Saison bei Borussia Dortmund

„Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr über das vergangene Jahr zu sprechen“, so der Mittelfeldspieler im Gespräch mit BVB TV. Für ihn gehe es nun vielmehr darum, „sowas hinter sich zu lassen und weiter Gas zu geben“. Das passiert fortan unter einem neuen Trainer. Ergibt sich dadurch auch für Julian Brandt eine neue Chance?

„Man spürt extrem, wie viel Lust er auf den Verein und die Mannschaft hat. Dass er aber auch extrem fordernd ist, hat man auch gemerkt“, so der 25-Jährige über Marco Rose. „Das macht Lust auf mehr. Mehr Training und mehr Schweiß.“

Zumindest einen Vorteil hat der noch immer junge BVB-Profi aktuell: Bis alle EM-Fahrer und Urlauber zurück sind, kann er sich in den Vordergrund spielen und aufdrängen. Falls das nicht gelingt und es trudelt doch noch ein lukratives Angebot in Dortmund ein, könnte seine Zeit in Westfalen noch in diesem Sommer enden.

Rubriklistenbild: © RHR-FOTO/Dennis Ewert

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