Schiedsrichter-Schelte

Jude Bellingham: BVB-Ass nach Vorwurf an Felix Zwayer vom DFB bestraft

Der DFB ermittelte gegen BVB-Star Jude Bellingham wegen seiner Aussage über Schiedsrichter Felix Zwayer. Jetzt steht die Strafe gegen den Profi von Borussia Dortmund fest.

Update, Dienstag (7. Dezember), 12.22 Uhr: Jetzt hat der DFB die Strafe für Jude Bellingham gefällt. Glück für den BVB-Star: Er kommt um eine Sperre herum! Der Kontrollausschuss entschied auf eine Geldstrafe über 40.000 Euro, wie der Fußball-Bund mitteilt.

Grund war eine Aussage des 18-Jährigen über Schiedsrichter Felix Zwayer nach dem Bayern-Spiel: „Du gibst einem Schiedsrichter, der in Spielmanipulationen verwickelt war, das wichtigste Spiel Deutschlands. Was erwartest du?“ Borussia Dortmund hat dem Urteil laut einer DFB-Mitteilung bereits zugestimmt. Weiterhin Bestand hat aber auch eine Strafanzeige gegen BVB-Star Jude Bellingham.

Jude Bellingham (BVB): DFB leitet Ermittlungsverfahren ein

Update, Montag (6. Dezember), 12.48 Uhr: Der DFB hat soeben bestätigt, dass der Kontrollausschuss nach den Aussagen von Jude Bellingham über Felix Zwayer, ein Ermittlungsverfahren gegen den Youngster eingeleitet hat. Jude Bellingham wird nun zu einer Stellungnahme aufgefordert. Anschließend entscheidet der Kontrollausschuss über das weitere Vorgehen.

NameJude Bellingham
Geboren29. Juni 2003 (Alter 18 Jahre), Stourbridge, Vereinigtes Königreich
Größe1,86 Meter
Aktueller VereinBorussia Dortmund (BVB)

Erstmeldung, Sonntag (5. Dezember), 15.00 Uhr: Der ehemalige Anwalt von Schiedsrichter Felix Zwayer ordnet die Chancen der DFB-Ermittlungen gegen Jude Bellingham ein. Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc geben dem Jungstar von Borussia Dortmund Rückendeckung.

Jude Bellingham (BVB): Ex-Zwayer-Anwalt ordnet Chancen der DFB-Ermittlungen ein

Nach seiner heftigen Kritik an der Ansetzung von Schiedsrichter Felix Zwayer für das BVB-Spiel gegen den FC Bayern hat der DFB Ermittlungen gegen Jude Bellingham eingeleitet. „Der Kontrollausschuss wird die Äußerung des Dortmunder Spielers Jude Bellingham auf ihre sportstrafrechtliche Relevanz prüfen“, sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Gremiums, der DPA.

Ausgerechnet der ehemalige Anwalt des FIFA-Schiedsrichters glaubt aber nicht, dass der BVB-Star mit einer Strafe zu rechnen hat. „Es ist nicht zu verfolgen, was Bellingham gesagt hat“, meint Christoph Schickhardt, der seit 35 Jahren als Anwalt im Fußball tätig ist, im Kicker.

Jude Bellingham (BVB): DFB-Ermittlungen bleiben laut ehemaligem Zwayer-Anwalt folgenlos

Der 66-Jährige hat Felix Zwayer in den Jahren 2004 und 2005 bei den Verfahren im Wettskandal um Robert Hoyzer begleitet. In deren Zuge ist Zwayer für sechs Monate gesperrt worden. Dass Jude Bellingham mit seiner Aussage nun über 15 Jahre später das Thema wieder aufrufe, sei „eine Frechheit“ und „unanständig, aber nicht zu beanstanden. Sie ist ganz klar vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt“, sagte Schickhardt.

Zuvor waren die BVB-Bosse Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke ihrem Schützling zur Seite gesprungen. „Der Junge ist 18, spricht nach einem hitzigen, emotionalen Spiel“, erklärte Michael Zorc dem SID. „Er benennt alte Fakten, das muss man nicht machen“. Jude Bellingham sei „eben ein Heißsporn. Die Dinger sind jetzt in der Welt, aber wir stehen zu ihm. Strafrechtlich sehe ich da nichts Problematisches.“

Der DFB ermittelt nach den Aussagen über Felix Zwayer gegen Jude Bellingham.

BVB-Star Jude Bellingham bekommt nach Zwayer-Schelte Rückendeckung von Zorc und Watzke

Von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war beim Kicker Vergleichbares zu hören. „Sein Satz ist nicht falsch, auch wenn er ihn nicht sagen muss. Aber das ist dann auch der Emotionalität geschuldet, die man einem 18-Jährigen zugestehen muss“, sagte der BVB-Boss.

„Jude hat niemanden beleidigt, sondern ein Faktum geschildert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm daraus irgendwelche Nachteile entstehen.“ Beide BVB-Bosse kritisierten außerdem erneut die Leistung von Schiedsrichter Felix Zwayer beim Spiel gegen den FC Bayern München. Watzke etwa missfiel unter anderem die „selbstherrliche Art“ des Berliners.

BVB: Nach Kritik von Jude Bellingham – auch Watzke und Zorc schießen gegen Felix Zwayer

Michael Zorc sagte, Felix Zwayer sei überfordert gewesen. In der spielentscheidenden Szene, die zum Elfmeter für den FC Bayern führte, sah Zorc „kein absichtliches Handspiel von Mats Hummels. Er sieht den Ball ja gar nicht, er taumelt da rein. Auf der anderen Seite werden Dinge wie der Rempler gegen Marco Reus oder die Szene mit Alphonso Davies nicht überprüft. Da verzweifelst du draußen, wenn diese Sachen vom Schiedsrichter unterschiedlich gehandhabt werden.“

Diese Verzweiflung sorgte bei Jude Bellingham dafür, dass er nach Abpfiff beim norwegischen Sender Viaplay Fotball schimpfte: „Man gibt einem Schiedsrichter, der schon einmal Spiele verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?“. Bei vielen Dortmunder Fans kamen die heißblütigen Worte gut an. Offenbar hat der junge BVB-Star gute Chancen, dass die Aussage trotz der DFB-Ermittlungen folgenlos für ihn bleibt.

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