BVB-Talent sticht hervor

England schwärmt nach BVB-Pleite von Jude Bellingham: Eine Qualität fehlt aber noch

Er war der tragische Held des Champions-League-Abends: Jude Bellingham schoss den Ausgleichstreffer. Doch das Tor wurde aberkannt – trotzdem erhält er Lob.

Manchester – Die Schwaz-Gelben überraschten in England. Gegen die offensivstärkste Mannschaft der Premier League ließ Borussia Dortmund nur wenig zu. Dennoch verlor der BVB gegen Manchester City 1:2. Dabei wäre vielleicht mehr drin gewesen – hätte der Schiedsrichter das Tor von Jude Bellingham nicht ungerechtfertigt abgepfiffen.

SpielerJude Bellingham
Geboren29. Juni 2003 (Alter 17 Jahre), Stourbridge, Vereinigtes Königreich
Aktueller VereinBorussia Dortmund
Größe1,86 Meter

BVB: Jude Bellingham erzielt den Ausgleich – doch Tor gegen Manchester City wird aberkannt

Die Szene: Jude Bellingham lief auf das Tor zu, nahm dem gegnerischen Torwart Ederson (27) den Ball vom Fuß und hätte ihn nur noch einschieben müssen. Doch der Schiedsrichter Hategan pfiff frühzeitig ab, weil Jude Bellingham den Fuß des Keepers berührt haben soll. Dabei spielte das BVB-Talent vorher den Ball, ehe der Torwart mit seinem Fuß gegen den des 17-Jährigen trat. Es wäre also ein regulärer Treffer gewesen.

Später sagte er im Interview mit BT Sport: „Ich habe den Ball definitiv fair gewonnen.“ Die Fehlentscheidung schien ihn zu ärgern. Er resignierte: „So ist Fußball. So ist das Leben. Und das müssen wir jetzt hinnehmen.“ RUHR24-Redakteur Nicolas Luik ist der Meinung, dass der Manchester-Schiri nach der BVB-Pleite hätte überprüft werden müssen.

Borussia Dortmund: BVB-Talent Jude Bellingham hochgelobt – britische Medien schwärmen

Doch selbst ohne das Tor konnte das Kreativzentrum der Schwarz-Gelben im Champions-League-Viertelfinale überzeugen. Mit Schnelligkeit, Kampfgeist und Kreativität. In der BVB-Einzelkritik erhielt Jude Bellingham sogar die Note 2 und war damit einer der besten Dortmunder.

Auch die englischen Medien waren voll des Lobes für ihren Landsmann: „Genialer Bellingham“, nannte der Mirror den Youngster. Und schwärmte weiter: „Der englische Nationalspieler ist erst 17 Jahre alt. Es ist fast schon lächerlich, wie gut er ist und furchteinflößend, wie gut er noch werden könnte.“

Jude Bellingham fürchtet keinen Zweikampf beim BVB. Jedoch muss er an einer Schwäche noch arbeiten.

Jude Bellingham (BVB): Große Schwärmerei für England-Talent – „Anführer“ bei Borussia Dortmund

Auch die Daily Mail hatte ein besonderes Lob für den jungen Briten übrig und nannte ihn den „Anführer des Dortmunder Teams“. Ein Anführer ist der Youngster zwar noch nicht. Jedoch gibt er immer häufiger die richtigen Impulse und zählte auch in den vergangenen Spielen immer wieder zu den auffälligeren Offensivkräften des BVB (alle Einzelkritiken zu den BVB-Spielen auf RUHR24.de).

Seit er im Sommer 2020 zu Borussia Dortmund wechselte, entwickelte er sich weiter und brachte seine Fähigkeiten immer mehr ins Spiel des BVB ein: Dribbelstärke, Übersicht, Fitness, Dynamik und – was besonders auffällt – seine Furchtlosigkeit. Jude Bellingham ist gerade erst 17 Jahre alt und scheut keinen Zweikampf. Oft ist er der meist gefoulte Spieler des Spiels.

BVB: Jude Bellingham überzeugt gegen Manchester City – eine Qualität fehlen ihm aber noch

Doch bei all dem Lob fehlt Jude Bellingham noch eine entscheidende Qualität: Der Mittelfeld-Wirbelwind ist oft noch zu stürmisch, viele Ballverluste des BVB gehen auf sein Konto. Auch gegen Manchester City verlor er am häufigsten den Ball.

Eine Schwäche, die sicherlich auch mit der fehlenden Erfahrung von Jude Bellingham zusammenhängt, und die er mit ausreichend Spiel- und Trainingspraxis einstellen kann. Daran scheint auch Trainer Edin Terzic (38) zu glauben, immerhin ließ er den 17-Jährigen in den vergangenen fünf Pflichtspielen stets von Beginn an auflaufen.

BVB: Wirbelwind Jude Bellingham verliert viele Bälle – und ist noch fast torlos bei Borussia Dortmund

Und, wenn er sich in diesem Maße weiterentwickelt steigert er sicherlich noch seine Torgefährlichkeit. In seinen bisherigen 23 Bundesligaspielen konnte er noch kein Tor erzielen, eben sowenig in neun Champions-League-Partien. Lediglich im DFB-Pokal netzte er einmal gegen MSV Duisburg ein.

Gegen Manchester City war es fast so weit. Beinahe hätte Jude Bellingham seinen ersten Champions-League-Treffer erzielt. Doch der Schiedsrichter funkte dazwischen. Stolz kann der junge Brite trotzdem auf sich sein. Und möglicherweise ist mit dem ungültigen Tor auch der Knoten geplatzt.

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