Nach Elfmeter für FC Bayern

BVB-Star Bellingham: Anzeige nach Zwayer-Kritik – Entscheidung steht

Schiedsrichter Felix Zwayer stand nach dem BVB-Spiel gegen den FC Bayern unter Beschuss. Jetzt gibt es einen Beschluss bei der Strafanzeige gegen Jude Bellingham.

Update, Dienstag (11. Januar), 20.20 Uhr: Jude Bellingham kann aufatmen und endlich die Farce mit Schiedsrichter Zwayer abhaken. Nachdem gegen ihn durch eine Privatperson, Schiedsrichter-Beobachter Marco Haase, Anzeige wegen Beleidigung gestellt wurde, hat sich jetzt die Staatsanwaltschaft geäußert.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund habe „mangels Anfangsverdachts die Ermittlungen nicht aufgenommen“. Das erfuhren die Ruhr Nachrichten. Außerdem fehle ein Antrag des vermeintlich geschädigten Schiedsrichters, heißt es weiter. „Wir haben das inhaltlich nicht weiter bewertet“, so Henner Kruse, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

BVB-Juwel Jude Bellingham: Entscheidung nach Anzeige jetzt gefällt

Update, Montag (6. Dezember), 10.40 Uhr: Jetzt ist es auch offiziell bestätigt: Gegen BVB-Star Jude Bellingham läuft nach dem brisanten Interview und der Aussage über Schiedsrichter Felix Zwayer eine Strafanzeige.

NameJude Bellingham
Geboren29. Juni 2003 (Alter 18 Jahre), Stourbridge, Vereinigtes Königreich
Größe1,86 Meter
Aktueller VereinBorussia Dortmund (BVB)

Das erklärte ein Sprecher der Polizei Dortmund auf Nachfrage von Sky. Die Anzeige wird nun von der Polizei an die Dortmunder Staatsanwaltschaft weitergeleitet, um die Strafbarkeit zu prüfen. Ein Ergebnis wird spätestens Mitte der Woche erwartet, heißt es weiter.

BVB: Betrug von Felix Zwayer? Strafanzeige gegen Jude Bellingham bestätigt

Update, Sonntag (5. Dezember), 11.40 Uhr: Bei vielen BVB-Fans rannte Jude Bellingham mit seinen deutlichen Worten zu der höchst umstrittenen Schiedsrichter-Leistung von Felix Zwayer gegen den FC Bayern München offene Türen ein. Nicht so beim DFB, wie die Bild-Zeitung berichtet.

Dem Bericht zufolge hat Schiedsrichter-Beobachter Marco Haase Strafanzeige gegen Jude Bellingham gestellt. Auch der DFB-Kontrollausschuss ermittle bereits. Dem BVB-Star drohe damit im schlimmsten Fall eine nachträgliche Sperre. Beleidigung, Nachrede und Verleumdung würden dem jungen Engländer vorgeworfen.

Schiedsrichter Felix Zwayer steht nach den Elfmeter-Entscheidungen gegen den BVB unter Beschuss.

BVB: Betrug von Felix Zwayer – Jude Bellingham erhebt schweren Vorwurf

Erstmeldung, Samstag (4. Dezember), 22 Uhr: Schiedsrichter Felix Zwayer steht nicht zum ersten Mal in seiner Karriere im Zentrum der Kritik. Auch der VAR sorgte bei der 2:3-Niederlage des BVB gegen den FC Bayern München wieder einmal für Unmut.

Stein des Anstoßes war zunächst ein nicht gegebener Elfmeter an Marco Reus. Der BVB-Kapitän war im Zweikampf von Lucas Hernandez gerempelt worden. Schiedsrichter Felix Zwayer ließ weiterspielen und schaute sich die fragwürdige Szene auch nicht im Video an. Daraufhin zeigte er außerdem dem aufgebrachten Trainer Marco Rose die Gelbe Karte.

25 Minuten später entschied er ebenfalls nicht auf Elfmeter, als Mats Hummels im BVB-Strafraum einen Ball statt mit dem Kopf mit dem Ellenbogen spielte. Diesmal schaute er sich allerdings nach Absprache mit dem VAR Tobias Welz die Szene noch einmal an – und gab den Elfmeter, den Robert Lewandowski zum entscheidenden 3:2 für den FC Bayern verwandelte.

BVB - FC Bayern: Schiedsrichter Felix Zwayer hat schon einmal betrogen – „was erwartet man dann“?

Marco Rose war daraufhin derart erbost, dass er von Co-Trainer René Maric von der Seitenlinie weggetragen werden musste. Es half alles nichts: Felix Zwayer zückte zum zweiten Mal den gelben Karton und schickte den BVB-Coach mit Gelb-Rot auf die Tribüne.

Nach Schlusspfiff bildete sich eine BVB-Spielertraube um Felix Zwayer. Die Empörung klang auch weit nach Spielschluss nicht ab. Besonders aufgeregt hat sich über die strittigen Szenen BVB-Mittelfeldspieler Jude Bellingham. „Hummels schaut nicht einmal auf den Ball“, sagt er bei ViaplayFootball. „Man kann sich viele andere Entscheidungen anschauen. Man lässt einen Schiedsrichter, der schon einmal zuvor ein Spiel verschoben hat, das größte Spiel im deutschen Fußball pfeifen. Was erwartet man dann?“

BVB-Star Jude Bellingham kritisierte Schiedsricher Felix Zwayer scharf.

BVB: Schiedsrichter Felix Zwayer war in Wettskandal verwickelt

Zur Erinnerung: Felix Zwayer wurde im Jahre 2005 im Zuge des Wettskandals um Robert Hoyzer für sechs Monate gesperrt, durfte später aber seine Karriere fortsetzen. Der FIFA-Schiedsrichter ist seitdem in der Branche nicht unumstritten.

Der inzwischen zurückgetretene Manuel Gräfe hat unlängst in einem Zeit-Interview gefordert: „Wer einmal Geld angenommen und Hoyzers Manipulation ein halbes Jahr verschwiegen hat, sollte keinen Profifußball pfeifen.“ Das sieht offenbar auch BVB-Profi Jude Bellingham so.

BVB: Marco Rose schießt scharf gegen Schiedsrichter Felix Zwayer

Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus kommentierte der des Feldes verwiesene Marco Rose die Geschehnisse des Abends. „Herr Zwayer kann ruhig noch ein paarmal BVB pfeifen. Er kann uns ruhig noch ein paar Steine und Stöcke in den Weg werfen, aber wir machen weiter“, schimpfte er.

Schiedsrichter Felix Zwayer steht nach den Elfmeter-Entscheidungen gegen den BVB unter Beschuss.

Die Gelb-Rote Karte habe Marco Rose gesehen, weil er Schiedsrichter Felix Zwayer emotional gesagt hätte, dass dieser in einigen Situationen nicht richtig lag. Mit etwas Abstand klang das beim Trainer von Borussia Dortmund so: „Ich glaube, dass der Elfmeter an Marco Reus, der nicht gegeben wurde, ein Elfmeter ist. Und ich glaube, dass der Elfmeter an Mats Hummels, wo er nicht mal den Ball sieht und stolpert, zumindest streitbar ist.“

BVB: Thomas Müller vom FC Bayern versteht den Frust – Schiedsrichter Felix Zwayer nicht

Kurios: Selbst vonseiten des FC Bayern gab es Zuspruch, was die Elfmeter-Szene an Marco Reus angeht. Thomas Müller „kann den Frust und Ärger verstehen. Natürlich kannst du den geben.“ Trainer Julian Nagelsmann räumte ein, dass manche Schiedsrichter hier wohl zur Pfeife greifen würden - den Strafstoß gegen Mats Hummels sah er allerdings als klaren Elfmeter.

Felix Zwayer rechtfertigte seine Entscheidungen später bei Sky. Die Szene mit Marco Reus habe er sich nicht noch einmal angeschaut, weil er davon im Gegensatz zur Szene mit Mats Hummels bereits während des Spiels „eine vollständige Wahrnehmung“ hatte. Die Gelb-Rote Karte gegen Marco Rose habe er zudem wegen „wiederholten Unsportlichkeiten“ gegeben.

BVB - FC Bayern: Weitere Stimmen zu dem Elfmeter-Pfiff von Felix Zwayer

  • Marco Reus: „Die Elfmeterszene habe ich zunächst nicht gesehen. Puh, das finde ich hart. Mats versucht, mit dem Kopf zum Ball zu gehen und natürlich braucht er da auch seinen Körper. Im Spiel fand ich den Zweikampf gegen mich gar nicht so klar, aber wenn ich es jetzt sehe, muss er sich auf jeden Fall anschauen, woah, das sieht jetzt noch heftiger aus. Schade, dass er es sich nicht anguckt.“
  • Emre Can: „Es war ein gutes Fußballspiel von beiden Mannschaften. Es war ein sehr offenes Spiel, beide hatten genug Chancen. Am Ende entscheidet dann ein Elfmeter und das ist schade, weil ich gehört habe, dass man für uns einen auch Elfmeter geben muss. Jetzt stehen wir wieder hier und reden über den Schiedsrichter, das war in der Vergangenheit zu oft der Fall, für Bayern. Das darf nicht passieren, weil wir den Videoschiedsrichter haben. Für was haben wir so viele Schiris?“

Rubriklistenbild: © Christopher Neundorf

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