Wechsel zu Manchester United

Von wegen Mega-Summe für Jadon Sancho: BVB muss XXL-Abzüge beim Transfer hinnehmen

Jetzt ist es offiziell bestätigt: Der Transfer von Jadon Sancho vom BVB zu Manchester United steht unmittelbar bevor. Doch von der Ablösesumme hat Borussia Dortmund weniger als gedacht.

Dortmund – Über die Einigung zwischen dem BVB und Manchester United wegen Jadon Sancho wurde bereits gemutmaßt, jetzt fehlt nicht mehr viel, dass der Transfer des Flügelstürmers von Borussia Dortmund endgültig perfekt wird. Am Donnerstag (1. Juli) gab der börsennotierte Klub in einer ad-hoc-Meldung bekannt, dass der Engländer vor einem Wechsel in seine Heimat steht. Manchester United zog am Donnerstagnachmittag nach.

NameJadon Sancho
Geboren25. März 2000 (Alter 21 Jahre), Camberwell, London, Vereinigtes Königreich
Größe1,80 Meter
Aktuelle TeamsBorussia Dortmund (#7 / Mittelfeld), Englische Fußballnationalmannschaft (#17)

Jadon Sancho (BVB): Transfer für 85 Millionen Euro zu Manchester United

Eigentlich wartete alles nur noch die Bestätigung der Schwarz-Gelben. Dass Jadon Sancho nach der EM mit England noch einmal bei Borussia Dortmund aufschlagen würde, erschien bereits früh für viele unwahrscheinlich. Zwar müssen laut BVB-Boss Hans-Joachim Watzke „noch letzte Details, wie zum Beispiel der Medizincheck, geklärt werden“. Doch an dem endgültigen Transfer des 21-Jährigen auf die Insel gibt es längst keine Zweifel mehr.

Für eine fixe Transfersumme von 85 Millionen Euro wird Jadon Sancho den BVB verlassen, wie die Westfalen mitteilten. Gezwungen, das Angebot anzunehmen, waren die Dortmunder letztlich nicht, allerdings verriet Hans-Joachim Watzke bei einer Pressekonferenz am Donnerstag: „Ich möchte betonen, dass es sein exemplarischer Wunsch war, zu wechseln.“

Jadon Sancho (BVB): Ablöse kann durch Bonuszahlungen auf 95 Millionen Euro steigen

Diesem Wunsch wollte Borussia Dortmund keine Steine in den Weg legen. Im Vorjahr bleib der BVB knallhart und setzte seine Forderungen durch: 120 Millionen Euro hätte ein Verein für den Engländer aufbringen müssen. Als dieser letztlich mit ins Trainingslager fuhr, war die Transfer-Tür vonseiten der Schwarz-Gelben geschlossen.

Jetzt sah der Fall zwar ähnlich aus, verhielt sich aber doch anders. Von einer ursprünglich kolportierten Ablösesumme von rund 90 bis 95 Millionen Euro ging es jetzt runter auf 85 Millionen Euro. Allerdings laut Medienberichten zusätzlich mit etwaigen Bonuszahlungen über zehn Millionen Euro (alle News zu Jadon Sancho auf RUHR24.de).

Der Transfer von Jadon Sancho vom BVB zu Manchester United steht bevor. Doch Borussia Dortmund muss Abzüge hinnehmen.

Jadon Sancho: BVB rechnet mit positivem Effekt „von rund 56 Millionen Euro“

Immer noch sehr viel Geld für Borussia Dortmund, das einen Verlust von 75 Millionen Euro im Geschäftsjahr hinnehmen musste – vor allem bedingt durch die Corona-Pandemie und den damit verbundenen Heimspielen ohne Zuschauer.

Doch eine Zahl macht in der ad-hoc-Meldung stutzig, denn der BVB vermeldet eine Erwartung eines „positiven Effekts auf die Ergebniskennzahlen für das Geschäftsjahr 2021/22 in Höhe von rund 56 Millionen Euro“. Fast 30 Millionen Euro weniger, als die eigentliche Ablöse für den Transfer von Jadon Sancho.

Jadon Sancho (BVB): XXL-Abzüge beim Transfer – Borussia Dortmund muss Steuern bezahlen

Es gibt zwei Gründe, warum der BVB nicht die kompletten 85 Millionen Euro etwa in einen Nachfolger für Jadon Sancho bei Borussia Dortmund wie Noni Madueke von PSV Eindhoven investieren könnte. Zum einen wären da die Steuern.

Mit dem BVB und Erling Haaland (l.) feierte Jadon Sancho den Gewinn des DFB-Pokals im Mai.

Hans-Joachim Watzke erklärte das einst nach dem Transfer von Pierre-Emerick Aubameyang für 64 Millionen Euro zum FC Arsenal gegenüber Sky: „Am Ende können wir von den 64 Millionen nur etwa 40 Millionen reinvestieren, mehr ist das nicht. Das heißt, Michael Zorc muss das Kunststück vollbringen, für 38 oder 39 Millionen Euro einen Spieler zu ersetzen, der für 64 Millionen gegangen ist.“

Jadon Sancho (BVB): 15 Prozent der Ablösesumme gehen an Manchester City

Vor dem gleichen Problem steht der BVB jetzt auch. Auf der einen Seite müssen die Schwarz-Gelben den sportlichen Verlust von Jadon Sancho, der ohne Zweifel angesichts seiner 50 Tore und 64 Vorlagen in 137 Spielen für Borussia Dortmund da ist, ausgleichen. Aber auf der anderen Seite möchte der Pokalsieger auch mit wirtschaftlicher Vernunft arbeiten. Schließlich hat der Klub alleine für Gregor Kobel und Marco Rose bereits zusammen rund 20 Millionen Euro ausgegeben.

Doch nicht nur die Steuerabgabe senkt den Betrag für Jadon Sancho, den Borussia Dortmund letztlich einsetzen kann. Dazu kommt noch laut Medienberichten eine vertraglich verankerte Summe über 15 Prozent der Ablösesumme, die der BVB an den Ex-Verein von Jadon Sancho, Manchester City, zahlen muss. Bei einer Ablöse von 85 Millionen Euro wären das 12,75 Millionen Euro.

Jadon Sancho (BVB): Medizincheck bei Manchester United erst nach der EM

Dazu kommt letztlich noch: Laut Medienberichten möchte Manchester United die Ablöse in mehreren Raten bezahlen. Von den 85 Millionen Euro blieben daher aktuell deutlich weniger Millionen übrig, die der BVB in diesem Sommer erhält. Komplett realisiert werden kann der Transfer sowieso erst nach dem erfolgreichen Medizincheck von Jadon Sancho, den der Engländer laut Angaben seines neuen Klubs erst nach der EM absolvieren wird.

Demnach muss BVB-Sportdirektor Michael Zorc erneut sein Transfer-Geschick beweisen. Er müsste einen Spieler finden, der das Qualitätsniveau der Dortmunder halten kann, aber deutlich weniger kostet, als Manchester United für Jadon Sancho hinlegt. Der Marktwert von Noni Madueke liegt beispielsweise laut Transfermarkt.de bei rund 16 Millionen Euro.

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