Manchester United gibt Wechsel nicht auf

"Sie wissen, dass er geht" – englische Experten rechnen fest mit einem BVB-Abgang von Jadon Sancho

Jadon Sancho ist mit Borussia Dortmund ins Trainingslager gereist.
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Jadon Sancho ist mit Borussia Dortmund ins Trainingslager gereist.

Der Verbleib von Jadon Sancho beim BVB ist eigentlich klar. Dennoch sind Ex-Profis überzeugt, dass der 20-Jährige noch zu Manchester United wechselt.

  • Jadon Sancho ist mit Borussia Dortmund ins Trainingslager nach Bad Ragaz geflogen.
  • Der BVB hat zudem die Vertragsverlängerung bis 2023 mit dem Engländer bekannt gegeben.
  • Den Schwarz-Gelben droht Unruhe, da Manchester United den Spieler dennoch verpflichten möchte.

Dortmund - Die Freude bei den Fans des BVB war am Montagmorgen riesig: Jadon Sancho (20) flog mit Borussia Dortmund ins Trainingslager nach Bad Ragaz, sodass somit feststand, dass der Engländer nicht zu Manchester United wechseln wird. Doch englische Experten zweifeln daran.

Name

Jadon Sancho

Geboren

25. März 2000 (Alter 20 Jahre), Camberwell, London, Vereinigtes Königreich

Größe

1,80 Meter

Vater

Sean Sancho

Aktuelle Teams

Borussia Dortmund (#7), Englische Fußballnationalmannschaft (#19)

Borussia Dortmund: Vertrag mit Jadon Sancho heimlich im Sommer 2019 verlängert

„Wir haben uns ehrlich gesagt schon über einige Berichte in den vergangenen Wochen gewundert und waren selbst – wie Sie vielleicht gemerkt haben – sehr entspannt", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc (57) am Montag auf der Homepage von Borussia Dortmund (alle BVB-Artikel auf RUHR24.de). 

Denn wie der BVB am Montag verkündete, hatte der Verein bereits im vergangenen Jahr heimlich den Vertrag mit Jadon Sancho bis 2023 verlängert und dessen Gehalt angehoben. Bekannt wurde das erst jetzt.

Borussia Dortmund: Jadon Sancho könnte im ersten Testspiel auflaufen

"Wir planen mit Jadon. Er wird nächste Saison beim BVB spielen. Diese Entscheidung ist definitiv", sagte Michael Zorc gegenüber der dpa. Die Reise ins Trainingslager galt stets als Frist. Sollte Jadon Sancho in Bad Ragaz dabei sein, würde es keinen Wechsel des Engländers geben. Nun ist Jadon Sancho dabei und könnte auch im Testspiel gegen den SCR Altach für den BVB (zum Live-Ticker) auflaufen.

Sein Teamkollege Mats Hummels (31) äußerte sich gegenüber den Ruhr Nachrichten ebenfalls glücklich über den Verbleib von Jadon Sancho, drückte sich aber etwas zurückhaltender aus: "Er ist immer noch jung, er kann der Spieler sein, der in vielen Spielen den Unterschied machen kann, sein Potenzial ist relativ unbegrenzt. Wenn er das noch ein Jahr oder länger bei uns zeigen möchte, bin ich darüber natürlich sehr glücklich.“

Borussia Dortmund: Owen Hargreaves spricht von einem großen Bluff

Manchester United galt als großer Interessent, Borussia Dortmund rief allerdings eine Ablösesumme von 120 Millionen Euro auf. Angeblich gab es keinen direkten Kontakt zwischen dem BVB und ManUnited, sondern nur zwischen Vermittlern.

Dennoch geben die Engländer den Versuch, Jadon Sancho zurück auf die Insel zu locken, laut Medienberichten nicht auf. Im Gegenteil: Die bisherige Transferstrategie soll sogar ein großer Bluff sein, wie der frühere Bayern-Profi Owen Hargreaves (39), der mittlerweile als englischer TV-Experte arbeitet, erklärt.

Video: Owen Hargreaves glaubt an einen Wechsel zu Manchester United

“Ich denke, er wird in Kürze ein ManUnited-Spieler. Es geht nur darum, etwas mehr Geld rauszuholen. Das ist die Natur der Sache. Sie wissen, dass er geht”, sagte Owen Hargreaves in einer Talkrunde beim Sender BT Sport.

Owen Hargreaves schob sogar nach: "Manchester United weiß, dass Borussia Dortmund immer seine Spieler irgendwann verkauft. Das passierte so bereits in den vergangenen fünf, sechs Jahren." Die Reaktionen der Fans von Manchester United über den Sancho-Verbleib fielen im Netz unterschiedlich aus.

Borussia Dortmund: Paul Scholes sieht die Zorc-Aussagen als "Verhandlungstaktik"

Seine früheren Mitspieler Paul Scholes (45) und Robin van Persie (37) stimmten dem Engländer zu. Der frühere Mittelfeldspieler Paul Scholes sprach mit Blick auf die Aussagen von Michael Zorc von "reiner Verhandlungstaktik". Robin van Persie äußerte jedoch Bedenken, dass Manchester United wirklich die geforderten 120 Millionen Euro auf den Tisch legen würde. 

Jadon Sancho befindet mit dem BVB im Trainingslager in Bad Ragaz.

Vor diesem Hintergrund droht Borussia Dortmund ein unruhiger Sommer. Das Transferfenster ist bis zum 5. Oktober geöffnet, dann ist die Bundesliga bereits in vollem Gange. Die Vergangenheit zeigt, dass die Chancen von Manchester United auf einen Transfer von BVB-Star Jadon Sancho dennoch nicht so schlecht stehen.

Manchester United: Bruno Fernandes und Harry Maguire gelten als Transfer-Beispiele

Im Januar 2020 wechselte Bruno Fernandes (25) von Sporting Lissabon zu ManUnited. Nach langen und zähen Verhandlungen verständigten sich die beiden Klubs zwei Tage vor der Schließung des Transferfensters auf eine Ablöse von bis zu 80 Millionen Euro. 55 Millionen Euro zahlte Manchester sofort.

Im Falle von Verteidiger Harry Maguire (27), der im August 2019 zu Manchester United wechselte, musste der englische Rekordmeister die geforderte Ablösesumme an Leicester City zahlen, um den Spieler zu bekommen. 92,5 Millionen Euro flossen an Leicester.

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Jadon Sancho soll dem BVB zwar mitgeteilt haben, dass er bei einem Verbleib in Dortmund nicht mit schlechten Leistungen einen Wechsel erzwingen möchte. Ein Problem wie bei Ousmane Dembélé (23) werde es nicht geben.

Borussia Dortmund: Jadon Sancho wird laut dem BVB keine Stellung nehmen

Doch sollten die Lockrufe aus England noch lauter werden, könnte es nochmal unruhig beim BVB werden. Bislang hat sich Jadon Sancho, der womöglich Memphis Depay (26) zu Borussia Dortmund locken könnte, zu der Thematik nicht selbst geäußert. 

"Ich bitte die Medien an dieser Stelle, ein wenig darauf Rücksicht zu nehmen, dass der Junge erst 20 Jahre alt ist und nicht jedem Gerücht zu folgen, sondern sich an die Fakten zu halten", sagte Michael Zorc am Montag. Die Mitspieler beim BVB freuen sich auf jeden Fall auf den Verbleib von Jadon Sancho, wie die Ruhr Nachrichten berichten.

Doch wenn der Wechsel von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona eines zeigte, dann, dass auf Aussagen wie diese kein hundertprozentiger Wert gelegt werden kann. Der Franzose sagte kurz vor seinem Transfer zu den Katalanen gegenüber der Bild: "Ganz ehrlich, diese Spekulationen interessieren mich nicht im Ansatz. Ich bin gerne in Dortmund, habe mich bewusst für diesen Klub nach meiner Station in Stade Rennes entschieden.“