Covid-19 vereint den Ruhrpott

BVB und Schalke in Zeiten des Coronavirus solidarisch: Schneider reagiert auf das Watzke-Angebot

Jochen Schneider (r.) und Aki Watzke sichern sich für den Fall der Fälle ihre gegenseitige Unterstützung zu.
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Jochen Schneider (r.) und Aki Watzke sichern sich für den Fall der Fälle ihre gegenseitige Unterstützung zu.

Je nach Auswirkung des Coronavirus wäre BVB-Boss Aki Watzke sogar bereit, Schalke 04 zu helfen. S04-Sportvorstand Jochen Schneider reagiert auf das Angebot aus Dortmund.

  • Hans-Joachim Watzke hat für seine Aussagen in der ARD Sportschau zum Coronavirus viel Kritik bekommen.
  • Der BVB-Boss hat sich jetzt dafür entschuldigt.
  • In einem Notfall würde der BVB sogar Erzrivale Schalke 04 finanziell helfen - gilt das auch umgekehrt?

Update, Dienstag (31. März), 15.29 Uhr: Dortmund/Gelsenkirchen - "Mittel und Wege" werde man finden, sollte der FC Schalke 04 infolge der Coronavirus-Auswirkungen in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten geraten und beim BVB um Hilfe bitten. Das versicherte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60).

Coronavirus schweißt BVB und Schalke 04 zusammen: Schneider gibt Versprechen ab

Gegenüber Bild hat S04-Sportvorstand Jochen Schneider (49) auf das Angebot aus Dortmund reagiert. "Das ist sehr nett und anständig. Ein tolles Zeichen der Solidarität und selbstverständlich würde das umgekehrt auch gelten!"

Ursprungsmeldung vom 29. März, 12.17 Uhr: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, der über eine mögliche Änderung der 50+1-Regel wegen des Coronavirus sprach, wurde nach seinem Sportschau-Auftritt stark kritisiert. Jetzt hat er seine Aussagen verteidigt. „Ich habe mir diese Sendung noch einmal genau angesehen und muss sagen, dass jeder Satz, den ich gesagt habe, inhaltlich korrekt war. Ich hätte es allerdings freundlicher und empathischer ausdrücken können. Mea culpa", sagte Hans-Joachim Watzke der Bild am Sonntag.

Hans-Joachim Watzke: Viel Kritik für seine Sportschau-Aussagen

BVB-Boss Hans Joachim-Watzke hatte in der ARD Sportschau auf die finanziellen Folgen des Coronavirus-Ausbruchs hingewiesen. Er seigegen die Absage des 26. Spieltags gewesen. "Das Präsidium der DFL hat eine Entscheidung getroffen, die es zu respektieren gilt – unabhängig davon, dass es sicher auch andere Ansätze gegeben hätte", so der BVB-Boss damals. Ihm wurde vorgeworfen, ihm sei Geld wichtiger, als die Gesundheit.

Außerdem hatte Hans-Joachim Watzke auf die Konkurrenz-Situation der Bundesliga-Klubs hingewiesen, als es um die Frage ging, ob die größeren Klubs, den kleineren in der Coronavirus-Krise helfen würden. "Am Ende können nicht die Klubs, die ein bisschen Polster angesetzt haben in den letzten Jahren, die Klubs, die das nicht getan haben, dafür auch noch belohnen", so der BVB-Boss.

BVB-Boss: Der Fußball verbindet unsere Gesellschaft

Im Bild-Interview erklärte er jetzt seine emotionale Reaktion. In einem Beitrag der Sportschau habe ein Philosoph sinngemäß behauptet, die Gesellschaft brauche den Fußball nicht. "Aber jeder Bürger, jeder Politiker, jeder, mit dem du sprichst, sagt dir, dass der Fußball ein wichtiger Kitt in unserer Gesellschaft ist." Das habe ihn wütend gemacht, so der BVB-Boss.

Hans-Joachim Watzke hat sich für seine Aussagen in der ARD Sportschau entschuldigt.

Entscheidend sei für ihn letztendlich, ob eine Aussage inhaltlich richtig ist. Die Bundesliga-Vereine seien nun einmal Wettbewerber und das werde auch trotz des Coronavirus (Live-Ticker zum Fußball, zur Bundesliga und DFL) so bleiben. "Trotzdem sind wir natürlich solidarisch, wenn jemand unverschuldet in eine Schieflage geraten ist. Das schließt sich nicht aus.“ Auch innerhalb der Liga habe Hans-Joachim Watzke großen Zuspruch für seine Position erfahren.

Hans-Joachim Watzke: Bundesliga-Klubs zeigen Solidarität

Der Hilfsfond, den der BVB gemeinsam mit dem FC Bayern, Bayer Leverkusen und RB Leipzig gegründet hat, zeige, dass es auch in Zeiten des Coronavirus Solidarität im Fußball gibt. Die Grundidee sei von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge (64) gekommen. Alle Klubs seien sich innerhalb eines Nachmittags einig gewesen. Aber auch einzelne Fußball-Profis, wie BVB-Star Marco Reus (30) zeigen Solidarität und helfen.

Wer etwas aus dem Hilfsfond bekomme, das entscheidet die DFL, erklärt Hans-Joachim Watzke. "Wir vier Vereine wollten nur ein Zeichen setzen." Und dass, obwohl auch der BVB unter der Situation zu leiden hat. "Wenn wir bis Dezember - wie es einige Virologen vorhersagen - keine Spieler mit Zuschauern mehr haben, verlieren wir sicher circa 50 Millionen Euro."

Coronavirus-Krise: BVB könnte ausgerechnet Schalke retten

Sollte ausgerechnet BVB-Erzrivale Schalke 04 um Hilfe aus dem Fond bitten, wäre das für den 60-Jährigen auch kein Problem. "Wenn Schalke 04 – und ich glaube nicht, dass das am Ende nötig sein wird – als unser Nachbar auf uns zukommen würde und um Hilfe bittet, dann werden wir immer Mittel und Wege finden, dies zu tun."