2. Runde im DFB-Pokal

BVB-Einzelkritik gegen Hannover 96: Süles Stellungsspiel teils hanebüchen

Borussia Dortmund traf in der 2. Runde des DFB-Pokals auf Hannover 96. Alle Noten für die BVB-Profis in der Einzelkritik.

Hannover/Dortmund – In der 2. Runde des DFB-Pokals hat Borussia Dortmund mit 2:0 gewonnen. Den Sieg bei Hannover 96 hatte der BVB dem herausragenden Torwart Gregor Kobel zu verdanken. Hier gibt es die Einzelkritik und Noten von RUHR24.

WettbewerbDFB-Pokal (2. Runde)
BegegnungHannover 96 – BVB
Endstand0:2 (0:1)
Tore0:1 Arrey-Mbi (ET, 11.), 0:2 Bellingham (71., FE)

BVB gegen Hannover 96 in der Einzelkritik: Alle Noten für Borussia Dortmund im DFB-Pokal

Gregor Kobel: Der BVB-Torwart ließ seinem fehlerhaften Auftritt gegen Union Berlin (0:2) heute eine Gala-Vorstellung folgen. Musste schon nach 5 Minuten alles auspacken, um gegen den freistehenden Nielsen den frühen Rückstand zu verhindern. Dann mit doppelter Hammer-Fußabwehr gegen Nielsen (31.) und Beier (32.). Ließ noch weitere Weltklasse-Paraden folgen. Kleinere Schwächen im fußballerischen Bereich fallen bei seiner gigantischen Leistung nicht ins Gewicht. Auf die Frage, wie der BVB sich heute durchsetzen konnte, antwortete Emre Can nach Schlusspfiff: „Wir hatten Gregor Kobel im Tor.“ Note: 1

Thomas Meunier: Ließ sich auf der rechten Abwehrseite wiederholt von seinen Gegenspielern abhängen. Offensiv ohne jede Wirkung. Wurde von einem Gegner-Ellenbogen im Gesicht getroffen und machte nach einer guten Stunde und einer schwachen Leistung für Mats Hummels Platz. Note: 4,5

BVB gegen Hannover 96 in der Einzelkritik: Schlechte Noten für Süle und Schlotterbeck

Niklas Süle: Der Neuzugang vom FC Bayern trug in Abwesenheit von Marco Reus (verletzt), Mats Hummels und Jude Bellingham (beide Bank) die Kapitänsbinde. Rechtfertigte diese Ehre nicht. Teils hanebüchenes Stellungsspiel und übles Passspiel gegen einen Zweitligisten, der als klarer Underdog zu zahlreichen Großchancen kam. Das ist nicht das Niveau, das man beim BVB von ihm erwartet. Note: 5

Die BVB-Abwehr um Nico Schlotterbeck darf sich bei Gregor Kobel dafür bedanken, dass sie gegen Hannover 96 ohne Gegentor blieb.

Nico Schlotterbeck: Zum wiederholten Mal zeigte er eklatante Schwächen bei Standards: Ließ Weydandt bei der Ecke in der 6. Minute laufen. Auch ansonsten häufig nicht nah genug am Gegenspieler. Wie Süle mit enttäuschender Leistung. In der Einzelkritik reicht das nur für Note: 4,5

BVB gegen Hannover 96 in der Einzelkritik: Note 3,5 für Raphael Guerreiro

Raphael Guerreiro: Anfangs in der Defensive nur selten gefordert, da über seine Seite bei Hannover wenig lief. Schaltete sich gerne in die Offensive ein und hatte einige gelungene Aktionen. Später dann auch recht fleißig im Defensiv-Laufspiel. Note: 3,5

Emre Can: Weil Jude Bellingham geschont wurde, kam ihm eine bedeutende Rolle im defensiven Mittelfeld zu. Stark im Zweikampf, am eigenen Sechzehner aber nicht immer schnell genug am Mann. Tauchte gelegentlich vor dem gegnerischen Tor auf, dann jedoch zu ungenau im Abschluss. Gut für den BVB, dass er bei seinem Fast-Eigentor in der 46. Minute ebenso wenig treffsicher war. Note: 4

BVB gegen Hannover 96 in der Einzelkritik: Salih Özcan baut zunehmend ab

Salih Özcan: Wo ist der Salih Özcan der ersten Saisonspiele abgeblieben? Heute kam er seiner angedachten Rolle als Abräumer und Ballverteiler im Mittelfeld wieder nur mäßig nach. Anfangs noch umtriebig, später unauffällig im Offensivspiel. Defensiv wieder mit mehreren Wacklern. Note: 4

Salih Özcan lief gegen Hannover 96 mit Emre Can im zentralen BVB-Mittelfeld auf.

Thorgan Hazard: Setzte vor dem Führungstreffer zum 1:0 entscheidend nach. Ansonsten blieb der Belgier bei seiner Startelf-Chance zu unauffällig. Nur 38 weitere Ballkontakte und ein harmloser Torschuss ergeben in der Einzelkritik insgesamt nur die Note: 4

BVB gegen Hannover 96 in der Einzelkritik: Nur ein Brandt-Geniestreich – Malen mies im Abschluss

Julian Brandt: Toller Weiterleitung per Hacke bei Moukokos Treffer zum 1:0. Bereichert das BVB-Offensivspiel mit guten Ideen, tat dies heute aber viel zu selten. Nur 16 Ballkontake in Halbzeit eins, machte aber trotzdem einen recht engagierten Eindruck. Schon nach einer guten Stunde ausgewechselt. Note: 3,5

Donyell Malen: Im Dribbling nicht immer mit der richtigen Entscheidung, im Torabschluss einfach viel zu schwach. Trat auch die Ecken von links, allerdings ohne zählbaren Erfolg. Immerhin war er häufig beteiligt, wenn der BVB vor das Hannover-Tor kam (3 Torschüsse, 2 Torschussvorlagen). Note: 4

BVB gegen Hannover 96 in der Einzelkritik: Gute Noten für Moukoko und Bellingham

Youssoufa Moukoko: Erzielte mit etwas Glück das wichtige 1:0 für den BVB. Gewertet wurde der Treffer in der 11. Minute als Eigentor von Hannovers Arrey-Mbi. Anfangs sehr umtriebig und spielfreudig unterwegs. Als die Dortmunder sich gemeinschaftlich mehr zurückzogen, wurde es auch ruhiger um den jungen Stürmer. Vergab dann noch freistehend die Chance auf das 3:0 (73.) Dennoch: Wieder nutzte er seine Startelf-Chance und empfahl sich für einen Einsatz von Beginn an beim kommenden BVB-Spiel gegen den VfB Stuttgart (live im TV und Stream zu sehen). Note: 2,5

Youssoufa Moukoko war entscheidend beteiligt am 1:0-Führungstreffer des BVB gegen Hannover 96.

Jude Bellingham: Ersetzte in der 62. Minute Julian Brandt. Holte in der 70. Minute geschickt einen Elfmeter heraus und übernahm Verantwortung: Er verwandelte halbhoch, aber scharf und platziert zum entscheidenden 2:0. Das war wichtig, denn Hannover war dran am Ausgleich. In der Einzelkritik verdient er sich die Note: 2

BVB gegen Hannover 96 in der Einzelkritik: Gio Reyna als Vorbereiter, Adeyemi fliegt vom Platz

Mats Hummels: Kam nach 62 Minuten für Thomas Meunier. Stoppte Beier im 1-gegen-1-Laufduell mit fairen Mitteln. Konnte aber auch nicht verhindern, dass der BVB noch weitere Großchancen zuließ. Note: 4

Karim Adeyemi: Nach 68 Minuten kam er für Donyell Malen und wurde eine Viertelstunde später wegen einer Notbremse vom Platz geschickt. Er verhinderte ein mögliches Tor, verpasst aber das Achtelfinale und das Viertelfinale. Wohlwollend kann man sagen, er opferte sich für die Mannschaft. Kritisch betrachtet, war die Aktion nicht unbedingt notwendig. Note: 4

Giovanni Reyna: Kam ebenfalls nach 68 Minuten für Thorgan Hazard. Spielte zwei Minuten später den Pass auf Jude Bellingham, der zum Elfmeter führte. Note: 2

Felix Passlack: Ihn brachte Edin Terzic in der Schlussminute für Youssoufa Moukoko. Hatte sogar noch das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte aber am Torwart Weinkauf. In der Einzelkritik bleibt er wegen der kurzen Spielzeit: Ohne Note

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