Wie Favre den BVB zum Sieg coachte und warum Götze nur auf der Bank war - die Taktikanalyse zum Augsburg-Spiel

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Jadon Sancho im Trikot des BVB. Foto: dpa

Mit 5:1 besiegte der BVB den FC Augsburg. Ein Blick in die Taktik-Analyse der Kollegen von Taktikfüchse zeigt, welchen Anteil Lucien Favre am Erfolg hatte.

Mit 5:1 besiegte der BVB den FC Augsburg im ersten Spiel der Saison. Ein Blick in die Taktik-Analyse von den Kollegen der Taktikfüchse zeigt, welchen Anteil Lucien Favre (61) am Erfolg hatte.

  • Beim 5:1-Sieg gegen Augsburg griff der Matchplan von Lucien Favre.
  • Der BVB-Coach ließ das offensive Zentrum bewusst unbesetzt, um Ballverluste und Konter zu vermeiden.
  • Mit Sanchos Wechsel auf den linken Flügel veränderte er ein entscheidendes Detail im zweiten Durchgang.

BVB-Coach Lucien Favre wirkte zufrieden auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Seine Mannschaft habe es „sehr gut gemacht“ und „mit viel Ballbesitz das Spiel dominiert.“ Dass der Perfektionist Favre nur wenig zu kritisieren hatte, überrascht nicht. Schließlich ging sein Matchplan, den die Taktikfüchse in einem Artikel detailliert analysiert haben, nahezu komplett auf.

Favre versucht beim BVB das Risiko zu minimieren

Ein Blick in die Analyse von taktikfüchse.de macht deutlich, wie der BVB-Trainer das Spiel in die richtigen Bahnen lenkte. Demnach war es kein Zufall, dass Mario Götze (27), der noch immer eine unsichere Zukunft beim BVB hat, in den Duellen mit dem KFC Uerdingen und dem FC Augsburg zunächst auf der Bank Platz nehmen musste.

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Obwohl der BVB technisch und taktisch aller höchstes Niveau besitzt, orientiert sich der Schweizer bei seiner Aufstellung immer auch am Gegner. Und gegen kompakte sowie auf Konter lauernde Teams meidet Favre das offensive Zentrum bewusst, um in diesem Bereich keine Ballverluste zu riskieren. Marco Reus (30) und Paco Alcácer (25), der eventuell Konkurrenz im Sturm bekommen könnte, sind dagegen die idealen Akteure für diese Variante.

Ball- und passsichere Doppelpechs als Absicherung

Ähnlich agierte der 61-Jährige auf bei der Besetzung der Flügel. Mit Jadon Sancho (19), der eventuell Neymar-Nachfolger bei PSG werden könnte, und Thorgan Hazard (26) wählte er zwei klassische Außenspieler. Wiederum sollte das kompakte Zentrum gemieden werden. Auf der Doppelsechs positionierte Favre in Axel Witsel (30) und Julian Weigl (23) zwei ball- und passsichere Akteure.

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Laut den Taktik-Experten der Taktikfüchse lag der Fokus des BVB im ersten Durchgang zunächst darauf, mögliche Angriffe der Augsburger zu unterbinden. Über viel Ballbesitz und aufmerksame Sechser sollten die Gäste unter Kontrolle gehalten werden. Die Offensivaktionen liefen, aus den oben genannten Gründen, meist über die Flügel. Hazard und Sancho wurden dabei immer wieder durch Reus unterstützt.

Sancho wechselt auf links - und Augsburg bekommt Probleme

Nach der 2:1-Führung zog sich der BVB dann zurück und überließ den Fuggerstädtern das Spiel. Im Gegensatz zur vergangenen Saison wurde die zeitweise Passivität diesmal aber nicht bestraft.

Entscheidenden Einfluss auf den weiteren Spielverlauf hatte dann eine kleine Umstellung Favres. Er beorderte Sancho vom rechten auf den linken Flügel. Der Engländer hatte dort mehr Freiheiten, Augsburg bekam keinen Zugriff mehr.

Folgerichtig war der 19-Jährige maßgeblich am 3:1 und 4:1 beteiligt. Als im offensiven Zentrum keine Gefahr mehr drohte, wechselte Favre schließlich Mario Götze und Julian Brandt (23) ein.

Auch im Spiel beim 1. FC Köln bewies Lucien Favre wieder sein Näschen.