Statement vor Länderspiel

Ex-Schalke- und BVB-Profi in Sache vereint: US-Nationalteam sendet eindrucksvolle Botschaft

Der Vorlauf des Freundschaftsspiels USA gegen Wales war politisch – und jeder Akteur hatte eine Botschaft. Auch BVB-Juwel Giovanni Reyna und Ex-Schalker Weston McKennie.

Swansea/Dortmund – Die Nationalmannschaft der USA war am Donnerstag (12. November) zu Gast in Wales. Zwar schien die Partie ohne Tore recht ereignislos, doch eine Aktion neben dem Platz stellte das Spiel in den Schatten. Es geht um eine Sache, die die Juventus-Leihgabe vom FC Schalke 04, Weston McKennie (22), und Giovanni Reyna (18), Youngster von Borussia Dortmund, eint.

BewegungBlack Lives Matter
Gründung13. Juli 2013
GründerinnenPatrizia Garza, Patrisse Cullors, Opal Tometi
ZweckeAdvocacy, Protest

Bewegende Message beim Spiel England gegen USA: BVB-Juwel und Ex-Schalker

Bei dem 0:0-Unentschieden zwischen Wales und den USA gab es insbesondere für einen jungen Spieler von Borussia Dortmund Grund zur Freude. Giovanni Reyna, dem der BVB einen neuen Vertrag zur Volljährigkeit geben möchte, gab sein Startelf-Debüt für die Nationalmannschaft der USA (alle News zu Giovanni Reyna auf RUHR24.de).

Ebenfalls für die Vereinigten Staaten auf dem Platz war der Schalker Weston McKennie, der aktuell an Juventus Turin ausgeliehen ist. Was aber war an dem torlosen Freundschaftsspiel besonders? Nicht das Geschehen auf dem Platz sorgte für Aufmerksamkeit, sondern eine Aktion, die als klares Statement zur politischen Situation nach den US-Wahlen aufzufassen ist.

USA-Nationalmannschaft: Giovanni Reyna und Weston McKennie mit politischem Statement

Politik und Sport muss man voneinander trennen – eine Forderung, die immer wieder wiederholt worden ist. Was nichts daran ändert, dass sie absurd ist. Ein Gegenbeispiel lieferte am Donnerstag die Nationalmannschaft der USA in deren Reihen BVB-Talent Giovanni Reyna und die Juventus-Leihgabe vom FC Schalke 04, Weston McKennie, standen.

Der Sport, allem voran der Fußball, ist immer wieder Bestandteil politischer Statements. Er wird vor hunderten Millionen von Menschen gespielt und viele Grundsatzfragen des menschlichen Zusammenlebens werden auch und immer wieder auf dem Spielfeld, auf den Rängen und in der Sportpolitik beantwortet.

Soziale Ungerechtigkeit in den USA: Weston McKennie (Schalke) und Giovanni Reyna (BVB) positionieren sich

Die US-amerikanische Nationalmannschaft hat jetzt in dieser Hinsicht klar Stellung bezogen. Bevor das Spiel losging, trugen die Spieler der „Stars and Stripes“ zur Präsentation einen besonderen Trikotsatz.

Unter dem Motto #BeTheChange trug jeder Spieler der US-Nationalelf ein Motto auf seinem Rücken, das auf Missstände in den USA hinwies. So lief Weston McKennie mit dem Spruch „Be the change for social injustice“ auf, was so viel bedeutet wie „Sei die Veränderung bei sozialer Ungerechtigkeit“ und BVB-Spieler Giovanni Reyna trug auf seinem Rücken „Spread love not hate“, was heißt, man solle Liebe und nicht Hass verbreiten.

Rassismus-Debatte in den USA: Nationalmannschaft beim Spiel gegen Wales

Andere Aufschriften waren „Ending Police Brutality“ „Stop Racism“ oder „Black Lives Matter“ – Parolen also, die nach dem gewaltsamen Tod von dem afroamerikanischen Bürger George Floyd bei zahllosen Demonstrationen in den USA heraus getragen werden.

Weston McKennie wechselte vom FC Schalke 04 auf Leihbasis zu Juventus Turin. Mit der US-Nationalmannschaft verkündete er jetzt eine klare Botschaft.

Die US-Wahlen in der vergangenen Woche haben gezeigt: Demokrat Joe Biden (77) wird Nachfolger von US-Präsident und Republikaner Donald Trump (74). Dem Unternehmer wurde immer wieder vorgeworfen, das Land zu spalten, statt zu einigen.

Politik im Fußball: FC Schalke 04 und BVB beziehen Stellung

So hat er bei einem Auftritt in Wilmington im US-Bundesstaat North Carolina die Demonstrationen zur BLM-Bewegung als gewalttätigen Mob diffamiert. Der Demokrat Joe Biden soll jetzt die Wende bringen – und könnte die Veränderung bringen, die die USA-Nationalmannschaft fordert.

Dass die Politik auch im Fußball eine Rolle spielt, zeigten beispielsweise der FC Schalke 04 und der BVB bereits in der Vergangenheit. Der S04 galt schon in seinen jungen Jahren für Integration. Borussia Dortmund hat sich in den neunziger Jahren in einer Hymne klar positioniert. Dort heißt es: Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen.

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