Finanzen von Borussia Dortmund

BVB verzeichnet erneut großes Millionen-Minus: Trotzdem macht ein Punkt Mut

Die finanzielle Situation von Borussia Dortmund sieht aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr so rosig aus. Jetzt verkündete der BVB erneut ein großes Millionen-Minus.

Dortmund – Die Corona-Pandemie ging in den vergangenen Monaten auch an Borussia Dortmund nicht spurlos vorbei. So musste der BVB einen Mega-Kredit aufnehmen, der bis Ende Dezember zum Teil in Anspruch genommen wurde – 28 Millionen Euro von Kreditlinien bis zu 120 Millionen Euro. „Diese Summe wird weiter steigen, solange sich die Verlust-Situation fortsetzt“, sagte BVB-Finanz-Geschäftsführer Thomas Treß im April.

VereinBorussia Dortmund
PräsidentReinhard Rauball
GeschäftsführerHans-Joachim Watzke, Thomas Treß, Carsten Cramer
StadionSignal Iduna Park
Kapazität81.365 Zuschauer
OrtDortmund

BVB mit Millionen-Minus: Borussia Dortmund fehlen die Zuschauereinnahmen

Sein Geschäftsführer-Kollege beim BVB, Hans-Joachim Watzke, schwor sogar düstere Corona-Folgen für die gesamte Bundesliga herauf. „Das Geschäftsmodell des Fußballs besteht seit jeher darin, dass Zuschauer sich an diesem Spiel erfreuen, Eintritt zahlen und für weitere spieltagsnahe Umsätze sorgen“, so der 61-Jährige gegenüber dem Handelsblatt.

Schließlich haben alle Klubs mit den gleichen Problemen zu kämpfen, allem voran den fehlenden Zuschauereinnahmen. Die machen auch Borussia Dortmund zu schaffen, wie der börsennotierte Klub am Montag (10. Mai) in einer Ad-Hoc-Meldung mitteilte.

BVB-Finanzen: Geschäftsbericht des dritten Quartals weist deutlichen Verlust auf

Laut dem Geschäftsbericht des dritten Quartals des Geschäftsjahres (1. Januar bis 31. März) musste der BVB einen Verlust von 9,9 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr bei den Zuschauereinnahmen hinnehmen. In diesem Zeitraum spielten die Schwarz-Gelben überhaupt nicht vor Zuschauern im Signal Iduna Park.

Dementsprechend fehlen auch die Einnahmen in den Bereichen „Conference und Catering“. Die Zahlen sanken im Vergleich zum Vorjahr von 6,8 auf 1,1 Millionen Euro.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kämpft mit Borussia Dortmund in der Corona-Pandemie gegen ein Millionen-Minus.

BVB mit Millionen-Verlust: Konzernergebnis weist Minus von 18,8 Millionen Euro auf

Insgesamt musste Borussia Dortmund laut Geschäftsbericht erneut einen großen Millionen-Verlust hinnehmen. Das Konzernergebnis weist ein Minus von 18,8 Millionen Euro auf. In diese Statistik fließen auch verringerte Transfer-Einnahmen.

So verkaufte der BVB im Januar 2020 Paco Alcacer an den FC Villareal (23 Millionen Euro), Julian Weigl an Benfica (20 Millionen Euro) und Jacob Bruun Larsen an die TSG Hoffenheim (9 Millionen Euro). Im Gegenzug kamen Erling Haaland (20 Millionen Euro) und Emre Can (Leihe/eine Million Euro). Im Januar 2021 gab Borussia Dortmund keine Spieler ab, holte aber auch keine Neuen.

BVB: Minus von 45 Millionen Euro im gesamten laufenden Geschäftsjahr

Für das komplette Geschäftsjahr beläuft sich das Ergebnis seit dem 1. Juli 2020 sogar auf -45 Millionen Euro. Bereits im September schätzte der BVB sein voraussichtliches Defizit für das komplette Geschäftsjahr auf 70 bis 75 Millionen Euro. Angesichts der Zahlen erscheint sich diese Einschätzung nun zu bewahrheiten.

Zwar setzen die BVB-Spieler mit ihrem Gehaltsverzicht in der Corona-Krise ein Zeichen und verzichten auf Gehalt in Höhe von zehn Prozent. Dabei gehe es um knapp 13 Millionen Euro pro Monat.

BVB-Finanzen: Personalaufwand im Quartal steigt, sinkt aber auf das Geschäftsjahr gerechnet

Doch das alleine reicht nicht, um in Dortmund auf schwarze Zahlen zu kommen. Die Personalaufwendungen stiegen im dritten Quartal sogar im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Millionen Euro. Auf das gesamte bisherige Geschäftsjahr gerechnet verzeichnete der BVB aber ein Minus von 5 Millionen Euro beim Personalaufwand, der insgesamt 156,6 Millionen Euro beträgt.

Hoffnung machen jedoch andere Zahlen. Trotz der Corona-Pandemie ist das Interesse der BVB-Fans geblieben. Zwar verbuchte Borussia Dortmund im Bereich Merchandising einen Rückgang von 1,1 Millionen Euro, nahm aber immer noch 4,8 Millionen Euro ein.

BVB: Positive Zahlen durch Werbung und TV-Einnahmen

Positive Zahlen schrieb der BVB vor allem in zwei Bereichen: Werbung (Plus von 500.000 Euro) und TV-Einnahmen (Plus von 16,4 Millionen Euro). So konnte Borussia Dortmund die Konzernumsatzerlöse im drittel Quartal sogar um 0,2 Millionen Euro auf 80 Millionen Euro steigern. Zahlen, die Mut für die Zukunft ohne Corona-Pandemie machen.

Spätestens nach dem Ende der Pandemie könne es beim BVB im finanziellen Bereich wieder bergauf gehen, wie Hans-Joachim Watzke dem Handelsblatt erklärte: „Wir brauchen in Anführungszeichen ‚nur‘ unser Geschäftsmodell zurück – das ist der entscheidende Punkt. Unser Geschäftsmodell trägt – das haben wir über viele Jahre nachhaltig bewiesen – sobald wir wieder vor Zuschauern spielen.“

Rubriklistenbild: © Christopher Neundorf/Kirchner-Media

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