Drei Corona-Tools im Einsatz

Test im Signal Iduna Park: Wie der BVB gegen Hoffenheim wieder Fans ins Stadion holen will

Für ein Pilotprojekt sollen die Eingänge des Signal Iduna Parks in Dortmund mit Wärmebildkameras und 3D-Sensoren ausgestattet werden.
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Für ein Pilotprojekt sollen die Eingänge des Signal Iduna Parks in Dortmund mit Wärmebildkameras und 3D-Sensoren ausgestattet werden.

In Dortmund soll es beim Spiel BVB gegen Hoffenheim einen großen Coronavirus-Test geben. Bald sollen Fans zurück ins Stadion kommen. 

  • Der BVB und G2K arbeiten an einem Pilotprojekt.
  • Zeitnah sollen die ersten Fans zurück in die Stadien kommen.
  • Der Signal Iduna Park in Dortmund soll dazu mit drei Corona-Tools fit gemacht werden.

Dortmund - Gegenwärtig ist an eine Rückkehr der Fans in den Stadien der Bundesliga noch nicht zu denken. Die Geisterspiele sind besonders den Vereinen ein Dorn im Auge, die bei Heimspielen über eine starke Kulisse verfügen - wie Borussia Dortmund*.

Stadion

Signal Iduna Park

Adresse

Strobelallee 50, 44139 Dortmund

Plätze

81.365

Erstes Spiel

TBV Mengede - VfB Waltrop (1:2)

Kapazität (internat.)

66.099 Plätze

Kosten

200 Mio. Euro (geschätzt)

BVB startet Pilotprojekt mit G2K: Rückkehr der Fans soll gegen 1899 Hoffenheim getestet werden

Wenig verwunderlich also, dass der BVB alle Hebel in Bewegung setzt, um die Gelbe Wand, wenn auch in dezimierter Form, wieder in den Signal Iduna Park zu bekommen (BVB-Artikel auf RUHR24*). Dafür haben sich die Westfalen Unterstützung vom Hightech-Unternehmen G2K gesichert, berichtet RUHR24.de*.

Wie Sport Bild in der aktuellen Ausgabe schreibt, haben sich der Tabellenzweite und die Berliner Firma zum Ziel gesetzt, mittelfristig zumindest 20.000 bis 30.000 Fans in das Westfalenstadion zu bekommen. Normalerweise bietet das Stadion in Dortmund bei Bundesliga-Partien 81.365 Zuschauern Platz.

Borussia Dortmund will bei Fan-Rückkehr mit drei Corona-Tools das Infektionsrisiko minimieren

Damit ein derartiges Vorhaben vom örtlichen Gesundheitsamt grünes Licht erhält, ist ein Konzept notwendig, welches das Infektionsrisiko für die Besucher minimiert. Dieses soll am 34. Spieltag der laufenden Bundesliga-Saison gegen 1899 Hoffenheim (Samstag, 27. Juni, 15.30 Uhr) getestet und später als Blaupause der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgelegt werden.

Beim Pilotprojekt der Dortmunder Borussia kommen drei Corona-Tools zum Einsatz, die den Stadionbesuch so sicher wie möglich gestalten sollen. Die daraus gewonnenen Daten werden elektronisch an die Sicherheitskräfte im Signal Iduna Park geleitet.

Pilotprojekt in Dortmund gegen Hoffenheim: Kontaktlose Körpertemperaturmessung an den Eingängen

Am Südwesteingang sowie am Eingang der Geschäftsstelle werden Wärmebildkameras installiert, die eine kontaktlose Messung der Körpertemperatur durchführen. Personen, die das für Corona typische Symptom Fieber zeigen, werden so frühzeitig identifiziert und am Betreten des Stadiongeländes gehindert.

Die Ränge im Dortmunder Signal Iduna Park könnten sich bald zumindest teilweise wieder füllen.

Als zweites Tool werden am Stadion von Borussia Dortmund 3D-Sensoren installiert, die an den genannten Eingängen die Personen zählen. Das soll garantieren, dass nur die von den Gesundheitsbehörden erlaubte Anzahl an Fans Zutritt zum Stadion erhält.

Das dritte Tool kommt im Stadion selbst zum Einsatz - auf den Tribünen. Hier soll eine Auslastungs- und Abstandsmessung gewährleisten, dass sich nicht zu viele BVB-Fans in einem Block aufhalten und der Mindestabstand eingehalten wird. Dank einer Vernetzung mit dem BVB-Ticketsystem kann die Anzahl der verkauften Tickets mit der tatsächlichen Anzahl der Personen in dem Block abgeglichen werden. Kommt es zu Unstimmigkeiten, schickt das Kontroll-Modul in Echtzeit einen Alarm auf mobile Geräte der Ordner.

BVB testet Fan-Rückkehr im Signal Iduna Park mit 200 Test-Personen

Ein endgültiges Ergebnis wird der Testlauf gegen 1899 Hoffenheim nicht bringen können. Da noch keine Fans in die Stadien dürfen, können Borussia Dortmund und G2K ihr Konzept zunächst nur mit den 200 Personen (Spieler, Schiedsrichter, etc.) testen, die bei Geisterspielen ohnehin zugelassen sind.

Um dennoch einigermaßen vernünftige Daten aus dem Pilotprojekt gewinnen zu können, werden außerhalb des Spielbetriebs Szenarien mit Statisten nachgestellt. So soll laut Sport Bild zum Beispiel die Abstandsmessung im Block überprüft werden.

Pilotprojekt im Signal Iduna Park: Borussia Dortmund will Ergebnisse der DFL vorlegen

Im Anschluss sollen die Ergebnisse der DFL vorgelegt werden. In einer zweiten und dritten Testphase könnten die Corona-Tools auch in der Geschäftsstelle und mobil bei Auswärtsspielen, dort zum Beispiel im Mannschaftshotel, zum Einsatz kommen.

Perspektivisch könnten die technischen Helfer auch genutzt werden, um Pyro-Chaoten und Personen mit Stadionverbot zu identifizieren und am Stadionzugang zu hindern. Das noch nicht vollends ausgefeilte Konzept hat nicht nur den BVB (zur Einzelkritik nach dem Leipzig-Spiel)* überzeugt. In Portugal und Spanien arbeitet G2K auch mit Benfica Lissabon und Real Sociedad San Sebastián zusammen.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.