Kommentar

Erling Haaland geht königlich voran: Jetzt muss der BVB im Derby nachlegen

Der BVB kann sich über einen gelungenen Champions-League-Abend freuen. Erling Haaland lobte die Motivation. Doch wieso nicht gleich so? Ein Kommentar.

Sevilla – Den Brocken, der von den Herzen der BVB-Spieler gefallen ist, hörte man vom Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán bis zum Borsigplatz. Endlich konnte der BVB wieder einen Sieg einfahren. Aber Borussia Dortmund muss doch mehr können als Champions League, findet RUHR24-Redakteurin Katharina Küpper.

SpielerErling Haaland
Geboren20. Juli 2000 (20 Jahre)
VereinBorussia Dortmund
Größe1,94 Meter
Gewicht88 KG

BVB im Champions-League-Glück: Erling Haaland hebt Motivation bei Borussia Dortmund hervor

Nach dem 3:2-Sieg von Borussia Dortmund gegen den SC Sevilla in der Champions League dürfte die Stimmung bei den Schwarz-Gelben, insbesondere beim Trainer, mehr als gut sein. Schließlich kursierten zuletzt immer häufiger Gerüchte um Zoff im BVB-Team und um Edin Terzic (38).

Jetzt konnten sich BVB-Fans endlich wieder ein Spiel ansehen, wie sie es von ihrem Team erwarten: Nach einem 0:1-Rückstand kämpften sich die Dortmunder zurück, zeigten sich gallig und schossen ganze drei Tore gegen die Spanier, die zuletzt serienweise ohne Gegentor blieben. Die Torschützen waren Mahmoud Dahoud (25) in der 19. Minute und Erling Haaland (20) mit einem Doppelpack in den Minuten 27 und 44.

Borussia Dortmund: BVB schwächelt in der Liga und glänzt in der Champions League

Der Norweger war sicherlich der Mann des Abends. Torhungrig, zielsicher und ehrgeizig führte Erling Haaland die Borussen zum Triumph. Für diesen besonderen Auftritt des BVB hatte der Norweger auch eine besondere Analyse: „Ich hatte das Gefühl, dass wir heute motivierter waren“, sagte er im anschließenden DAZN-Interview.

Motivation also als Schlüsselwort für ein Team, das im Auftritt eine 180-Grad-Wende hinlegte. Borussia Dortmund zeigte sich in der Liga zuletzt hilflos und konnte in den vergangenen sechs Spielen nur einen Sieg einfahren. Auch im DFB-Pokal konnte sich der Favorit nur mit Ach und Krach gegen den Zweitligisten SC Paderborn durchsetzen - nach Verlängerung, wohlgemerkt (3:2).

BVB-Stürmer Erling Haaland hat mit 18 Treffern nach 13 Spielen eine starke Bilanz in der Champions League.

Erling Haaland (BVB) in der Champions League: Norweger von Borussia Dortmund steckt Messi in die Tasche

Kann der BVB also nur Champions League? Hier überstrahlt der schwarz-gelbe Schein. In sieben Spielen der laufenden Spielzeit erzielte Borussia Dortmund 15 Tore.

Einem liegt die Königsklasse besonders: Erling Haaland traf in seinem 13. Champions-League-Spiel bereits zum 18. Mal.

Der gierige Norweger schießt in der Königsklasse damit 1,38 Tore pro Spiel. Damit ist er in diesem Wettbewerb mit weitem Abstand der erfolgreichste Torschütze aller Zeiten – zumindest bisher: Die Super-Stars Lionel Messi (33) und Cristiano Ronaldo (36) liegen im Schnitt deutlich unter einem Tor pro Partie, bei natürlich viel mehr Spielen.

BVB-Trainer Edin Terzic: Erling Haaland nimmt bei Borussia Dortmund besondere Rolle ein

Auch BVB-Trainer Edin Terzic, der im Sommer von Marco Rose abgelöst wird, scheint mutiger in die Champions League zu starten und sich auszuprobieren. Er erklärte über die Taktik und die Position von Erling Haaland: „Er hat eine Sonderrolle eingenommen, sollte nicht selbst ins Pressing gehen, um dann bei den Kontern vor dem Ball zu sein.“

Überragend in der Champions League, ein Möchtegern-Favorit in der Bundesliga. Dabei kann der BVB es doch offensichtlich. Tore, Kampfgeist und Siegeswille. Jetzt müssen die Borussen nur noch beweisen, dass sie würdig sind, auch in der kommenden Saison wieder Königsklasse zu spielen..

Falls Erling Haaland mit seiner Analyse Recht behält, dürften die Schwarz-Gelben am Samstag in der Bundesliga wieder mehr erwarten. Denn was die Motivation angeht, dürfen dann eigentlich keine Zweifel aufkommen.

Es ist Derby-Time! Am Samstag (20. Februar) um 18.30 Uhr heißt es FC Schalke 04 gegen Borussia Dortmund. Die Fans sind motiviert bis in die Haarspitzen. Die Mannschaft hoffentlich auch.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung der Autorin und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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